Auf Teufel wartet Hexenkessel

Sport / 19.07.2022 • 19:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Alpla HC Hard trifft in European League auf Farmteam HC Bitola aus Nordmazedonien.

Hard Ein Auftritt mit vielen Unbekannten wartet auf den Alpla HC Hard in der EHF European League 2022/23. Mit dem Farmteam des RK Pelister Bitola trifft der regierenden ÖHB-Vizemeister in der ersten Qualifikationsrunde auf einen Gegner, über den Informationen zu erhalten, schwer werden wird. Die Roten Teufel haben am 27./28. August Heimvorteil und müssen eine Woche später (3./4. September) in der mit 72.000 Einwohnern drittgrößten Stadt Nordmazedoniens antreten.

Eine Name, zwei Mannschaften

Die große Unbekannte an der Aufgabe ist der Umstand, dass der Klub aus Bitola durch den Zusammenschluss der lokalen Handballvereine RK Rabotnik und RK Bitola im November 2019 entstanden ist. Die erste Mannschaft nimmt seit der Saison 2020 unter dem Namen RK Pelister am Spielbetrieb der SEHA Liga, ein Bewerb der Topteams von Weißrussland, Kroatien, Ungarn, Serbien, der Slowakei und Nordmazedonien, teil und ist dank der finanziellen Unterstützung von Hauptsponsor Eurofarm auch international gut augestellt. Die zweite Mannschaft tritt mit der Lizenz von Pelister Bitola seit damals als RK Pelister 2 in der Nordmazedonischen Superliga an und soll Nachwuchsspielern als Ausbildungsstätte dienen. „Auf dem Umstand, dass beide Mannschaften nun erstmals parallel in einem Europacupbewerb teilnehmen, ist mir erst nach der Auslosung aufgefallen“, erklärt Hard-Sportchef Thomas Huemer. „Auf jeden Fall wartet auf uns sowohl aus sportlicher, aber auch aus organisatorischer Sicht jede Menge Arbeit in den nächsten Wochen.“

Dass aus rechtlicher Sicht alles korrekt abgelaufen ist, bestätigte Martin Hausleitner, Generalsekretär der Europäischen Handball Föderation (EHF): „Beim RK Pelister Bitola und RK Pelister Bitola 2 handelt es sich zwar um eine Namensgleichheit, die zwei Mannschaften sind aber in allen Bereichen komplett eigenständige Vereine, mit eigener Führungspersonen und verschiedenen Kaderlisten. Wir haben die Sachlage ganz genau geprüft und wir werden sicher alles daran setzen, dass der Bewerb regelkonform abgewickelt wird.“

Doknic als Geheimagent

Ein Spieler im Kader der Roten Teufel, der sich besonders auf das 89. und 90. Spiel auf der internationalen Bühne freut, ist Goalie Golub Doknic. Der 40-Jährige spielte bis 2007 in Mazedonien bei Vardar Skopje, ehe er nach je zwei Saisonen in Italien bei Conversano und Kolubara in Serbien im Sommer 2011 zum Alpla HC Hard wechselte. Doknic wird sicher alle Hebel in Bewegung setzen, um so rasch wie möglich Infos über den Gegner zu bekommen. „Auf jeden Fall müssen wir uns im Auswärtsspiel auf einen Hexenkessel gefasst machen, wie wir ihn in der bisherigen 18 Europacupsaisonen noch nicht erlebt haben,“ betont Huemer abschließend.

Lostag am 20. September

Während die Harder als einziger ÖHB-Vertreter in der EHF European League, dem zweithöchsten Bewerb im Europacup hinter der Champions League, ihren Gegner kennen, muss sich Bregenz Handball noch etwas gedulden, bis sie ihren Gegner im EHF European Cup kennen. Der regierende ÖHB-Cupsieger erhielt so wie Meister Krems in der Auftaktrunde (10./11. bzw. 17./18. September) ein Freilos und steigt erst in die zweite Runde (64 Teams) ein. Die Auslosung dieser Runde erfolgt erst am 20. September in Wien.

Dagegen sind die Fivers Margareten und der HC Linz bereits in der Startrunde im Einsatz. Die Fivers treffen auf A. C. Diomidis Argous aus Griechenland und die Linzer bekommen es 28 Jahre nach der Finalteilnahme im EHF-Pokal 1994 bei ihrem Comeback auf der europäischen Bühne mit dem bosnischen Meister RK Ljubuski zu tun.

Neben den fünf Männerteams ist Österreich auf mit fünf Frauenteams im Europacup vertreten. Meister Hypo NÖ trifft in der European League auf Oldenburg und im European Cup trifft Atzgersdorf auf Dudelange (Lux), Stockerau auf Benfica Lissabon (Por), Ferlach/Feldkirchen auf H71 (Färöer) und Wr. Neustadt auf Azeryol Baku (Aze). VN-JD

„Im Auswärtsspiel müssen wir uns auf einen Hexenkessel gefasst machen, wie wir ihn im Europacup noch nicht erlebt haben.“