„Es wartet eine Mammutaufgabe“

Sport / 20.07.2022 • 22:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Österreichs Frauen-Nationalteam peilt heute gegen Deutschland den Einzug ins EM-Halbfinale an.

London 2017 ist es gelungen, 2022 will man es wieder tun: Österreich will erneut ins Halbfinale einer EURO. Der Gegner in Brent­ford könnte mit dem Rekord-Europameister und zweifachen Weltmeister Deutschland aber kaum größer sein. Beide Teams konnten im Turnierverlauf mit einer extrem starken Defensive glänzen. Die Deutschen erzielten zudem neun Tore und sind auch deshalb klar in der Favoritenrolle.

„England und Deutschland sind die beiden Teams, die absolute Ausrufezeichen gesetzt haben, dass da eine Mammutaufgabe auf uns wartet, ist klar. Sie sind klarer Favorit“, sagte ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann. Am Papier im Vorteil war zuletzt auch im Gruppe-A-“Finale“ Norwegen, das nach einem 0:1 gegen Österreich die Heimreise antreten musste. „Die beiden Spiele sind nicht zu vergleichen. Sie haben richtig viel Qualität, einen tollen Mix an Spielerinnen und sehr viel Wucht im Zweikampf“, lobte die 41-Jährige die DFB-Truppe. Bei der wird in der Offensive Alexandra Popp stürmen, die 31-Jährige hat in jeder EM-Partie getroffen. „Popp hat einen Kopfball wie manche von uns stark schießen“, warnte Fuhrmann. „Wir müssen versuchen, den Gegner so lange wie möglich vom Tor wegzuhalten, es wäre schön, wenn wir ihnen die Schneid ein bisschen abkaufen könnten“, so Fuhrmann weiter.

Teamgeist

Ob man es tatsächlich schafft, mit der nötigen Gelassenheit in die Partie zu gehen, wird man heute sehen. Das nötige Selbstvertrauen sollte da sein. „Wir sind durch die zwei Siege ein bisschen in einen Flow gekommen. Die Art und Weise der Siege spricht für uns“, sagte Zadrazil. Das starke Kollektiv sei wie 2017 der große Trumpf. „Es ist keine Spielerin dabei, wo man sagt, die performt extrem über ihrem Niveau, sondern wir performen als Team unglaublich gut“, betonte die Bayern-Legionärin.

Stürmerin im Fokus

Viel wird auch von Nicole Billa abhängen, die zuletzt mit ihrem ersten Tor im achten EM-Spiel Matchwinnerin war. „Ich würde nicht sagen, dass es ein Befreiungsschlag war, aber es ist schön, wenn man in seiner Liste stehen hat, dass man ein EM-Tor geschossen hat“, gab die Tirolerin zu.

Gegen Deutschland muss für den Erfolg nicht unbedingt eines in der regulären Spielzeit her.

„Es ist nicht so unwahrscheinlich, dass es 0:0 ausgeht und in die Verlängerung geht“, vermutete die als Ersatz für Schnaderbeck bereitstehende Marina Georgieva. 0:0 endeten auch Österreichs bisherige EM-K.o.-Spiele, nach dem Duell mit Spanien hatte es 2017 im Halbfinale gegen Dänemark kein neuerliches Elferschießen-Happy-End gegeben. Noch schlechter ist es zuletzt für die Deutschen gelaufen, für die sowohl 2017 als auch bei der WM 2019 im Viertelfinale Endstation war. Eine Fortsetzung dieser Serie wäre voll nach dem ÖFB-Geschmack. „Wir hoffen, dass wir Europa ein bisschen schocken können“, betonte Sarah Puntigam.

„Wir hoffen, dass wir heute Europa ein bisschen schocken können.“

FUSSBALL

UEFA Frauen EURO 2022

Viertelfinale

Deutschland – Österreich heute

Brentford, Community Stadium, 21 Uhr, SR Rebecca Welch (Eng)

Mögliche Aufstellungen

Deutschland (4-3-3) Frohms – Gwinn, Hendrich, Hegering, Rauch – Oberdorf, Däbritz, Magull – Huth, Popp, Bühl

Österreich (4-3-3) Zinsberger – Wienroither, Wenninger, Georgieva, Hanshaw – Zadrazil, Puntigam, Feiersinger – Hickelsberger-Füller, Billa, Dunst

UEFA Frauen EURO 2022 im TV, heute

ORF 1, live ab 20.15 Uhr: GER vs AUT

ARD, live ab 20.15 Uhr: GER vs AUT

SFR 2, live ab 20.55 Uhr: GER vs AUT