Wo vom Aufstieg in den Profifußball geträumt wird

Sport / 28.07.2022 • 15:40 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
<p class="caption">SW Bregenz will mit einem Top-Kader um den Aufstieg in die 2. Liga spielen.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="copyright">stiplovsek</span></p>

SW Bregenz will mit einem Top-Kader um den Aufstieg in die 2. Liga spielen. stiplovsek

SW Bregenz gilt als ganz großer Favorit in der VN.at-Eliteliga. Die Schwarz-Weißen wollen in die 2. Liga und haben sich dafür kräftig verstärkt.

Bregenz „Das Saisonziel ist es, die Play-offs zu erreichen und im Frühjahr um den Aufstieg in die 2. Liga zu spielen.“ SW-Bregenz-Obmann Thomas Fricke nennt die Dinge beim Namen.

Der Wunsch nach Profifußball ist am Bodensee schon länger präsent, heuer wird der nächste Anlauf gestartet. Dafür hat Bregenz auch wieder kräftig am Transfermarkt mitgemischt, wie in den Vorjahren hat sich einiges getan. „Im Herbst werden inklusive ÖFB-Cup und VFV-Cup mehr als 20 Spiele auf uns zukommen. Da braucht es einen großen Kader.“ Und: „Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, muss die Mannschaft stetig verbessert werden.“

Hoch eingeschätzt

Nicht nur wegen der hohen individuellen Qualität im Kader, sondern auch wegen der enormen Kaderbreite (24 Feldspieler plus zwei Torhüter) wird Bregenz bei der Konkurrenz als ganz großer Favorit in der VN.at-Eliteliga gehandelt. „Die Favoritenrolle interessiert mich nicht, in der Liga gibt es fünf bis sechs sehr gute Mannschaften“, zeigt sich Trainer Roman Ellensohn davon aber unbeeindruckt. „Die Eliteliga ist auch in dieser Saison sehr ausgeglichen. Wir wissen sehr genau, dass es kein Selbstläufer wird. Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, bin ich überzeugt, dass wir zum engen Favoritenkreis gehören“, meint Fricke. Denn, so Ellensohn: „Wir haben ein klares Ziel: Wir wollen im Frühjahr ins Regionalliga-Play-off.“

SW-Trainer Roman Ellensohn kann aus einem 26-Mann-Kader schöpfen. <span class="copyright">LERCH</span>
SW-Trainer Roman Ellensohn kann aus einem 26-Mann-Kader schöpfen. LERCH

„Die Favoritenrolle interessiert mich nicht. In der Liga gibt es mehrere gute Mannschaften.“

SW-Bregenz-Trainer Roman Ellensohn hält nicht viel von Fremdeinschätzungen

Dieses Unterfangen wollten die Schwarz-Weißen eigentlich bereits in der abgelaufenen Saison bewerkstelligen. „Das Ziel haben wir aber ganz klar verfehlt“, so Fricke. Verletzungsbedingte Ausfälle, ein Trainerwechsel von Michael Pelko zu Roman Ellensohn nach fünf Spieltagen (Fricke: „Der Trainerwechsel ist vonseiten des Vereins zu spät gekommen“) sowie der zunächst ausbleibende Trainereffekt bescherten nach dem Grunddurchgang lediglich einen enttäuschenden neunten Rang. Mit einer Serie von 18 ungeschlagenen Spielen sowie Verstärkungen im Winter wurde schließlich noch Rang drei in der Eliteliga sowie der VFV-Cupsieg eingefahren. Laut Fricke „ein versöhnliches Ergebnis.“

Ex-Dornbirn-Spieler Lukas Katnik ist der neue Antreiber in der Bregenzer Offensive. <span class="copyright">LERCH</span>
Ex-Dornbirn-Spieler Lukas Katnik ist der neue Antreiber in der Bregenzer Offensive. LERCH

Kampf um die Stammplätze

Erneut gab es im Sommer bei den Bregenzern aber einen Umbruch im Kader; elf Spieler haben den Verein verlassen, acht Neue laufen fortan im ImmoAgentur Stadion auf. „Wichtig ist, dass der Stamm geblieben ist“, so der Trainer. Aber auch an diesem Stamm wurde etwas gerüttelt: Torwart Nico Grubor (17 Einsätze), Amir Dervisevic (16 Einsätze), Petko Martinovic (14 Einsätze) und Uelder Barbosa (13 Einsätze) haben den Verein verlassen. „Die vielen Abgänge waren so eigentlich nicht geplant, das hatte aber jeweils individuelle Gründe“, erklärt Ellensohn. Manche Spieler hätten sich mehr Einsatzminuten gewünscht, andere wollten den großen Konkurrenzkampf nicht mehr. Denn ein Kampf um die Startelf sei definitiv vorhanden. Transfers wie Dario Barada (RNK Split), Lukas Katnik (FC Dornbirn) oder Veljko Vukasinovic (Schaffhausen) haben die Qualität weiter verbessert.

Der große Kader, er sei für Ellensohn als Trainer „auf jeden Fall schön, aber auch schwer.“ Wenn man solche Ziele ausgebe wie SW Bregenz, sei es klar, dass der Kampf um die Stammplätze größer sei als in anderen Vereinen, so Fricke. „Ich denke aber, dass wir jetzt einen Kader haben, mit dem wir auch in Zukunft weiter arbeiten wollen. Daher wird nur noch punktuell verstärkt.“ Alleine an den finanziellen Mitteln würde es jedenfalls nicht liegen, dass Bregenz so eine Qualität im Kader habe. „Ich bin mir sicher, dass es Vereine in der Eliteliga gibt, bei denen das Budget größer ist als in Bregenz“, erklärt Obmann Fricke. Man habe natürlich den Vorteil, eine tolle Infrastruktur zu haben. „Und, was sehr wichtig ist: Ziele.“ Man könne den Spielern eine Plattform geben, um sich auch für Profivereine zu empfehlen.

Den Zuschauern in Bregenz soll möglichst bald wieder Profifußball geboten werden. <span class="copyright">LERCH</span>
Den Zuschauern in Bregenz soll möglichst bald wieder Profifußball geboten werden. LERCH

Die Infrastruktur würde mitspielen

Auch wenn ein Aufstieg das angestrebte Ziel der Bregenzer ist – ein Muss sei das auch in diesem Jahr nicht, stellt Fricke klar: „Wir wollen diese Saison aufsteigen, aber wir müssen nicht. Wenn es nicht funktioniert, dann werden wir nächstes Jahr wieder angreifen.“ SW Bregenz sei mittlerweile ein gesunder Verein, man wolle sich Jahr für Jahr verbessern. „Wichtig ist aber auch, dass die Organisation im Verein mitwächst. Das war in der Vergangenheit leider nicht immer der Fall“, so Fricke.

Zumindest die Infrastruktur sollte den Bregenzern im Falle eines sportlichen Aufstieges kein Bein stellen. „Das Stadion wäre für die 2. Liga fit“, so Fricke. Gespräche über eventuelle Verbesserungen seien mit der Stadt schon geführt worden. „Sollten wir aufsteigen, steht auch die Politik hinter dem Verein.“ FB