Ferrari fährt „beängstigend“

Sport / 29.07.2022 • 22:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Hitze von Budapest war Charles Leclerc am ersten Trainingstag nicht zu biegen.ap
In der Hitze von Budapest war Charles Leclerc am ersten Trainingstag nicht zu biegen.ap

Leclerc und Sainz gaben am ersten Trainingstag in Budapest das Tempo vor.

Budapest In der Hitze von Budapest haben die Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Carlos Sainz der forschen Ansage ihres Chefs Taten folgen lassen und den Auftakt des Formel-1-Wochenendes in Ungarn geprägt. Sainz im ersten und Leclerc im zweiten freien Training fuhren jeweils die Bestzeit heraus. Weltmeister Max Verstappen konnte im Red Bull nicht ganz folgen.

Binotto fordert Doppelsieg

Für den Niederländer genügte es nur zu Rang vier, sein Rückstand auf Leclerc betrug fast drei Zehntelsekunden. Das wird Mattia Binotto gefallen, der Ferrari-Teamchef hatte für das Ungarn-Rennen einen Doppelsieg gefordert, um den in der Fahrerwertung schon weit enteilten Verstappen vor der Sommerpause unter Druck zu setzen.

Gar „beängstigend“ nannte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko Ferraris Performance am ersten Trainingstag. Wichtig aus Ferrari-Sicht ist auch die starke Leistung von Sainz, der im zweiten Training Dritter wurde und im Rennen am Sonntag (15 Uhr) Leclerc Unterstützung liefern könnte. Verstappens Teamkollege Sergio Perez (Mexiko) lag dagegen deutlich zurück.

Die Eindrücke von Freitag sind für den wichtigen Samstag allerdings nur bedingt aussagekräftig. Laut Wetterprognose soll es beim dritten Training (14 Uhr) und Qualifying (17 Uhr) regnen und deutlich kühler sein. Die Kräfteverhältnisse könnten sich dadurch verschieben, am Freitag war es trocken und heiß.

Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel, der am Donnerstag das Ende seiner Karriere nach der Saison angekündigt hatte, hinterließ bei diesen guten Bedingungen einen starken Eindruck und fuhr im Aston Martin den siebten Platz ein.

Norris überraschte

Lando Norris wurde im McLaren Dritter, etwas überraschend fuhr der Brite zweimal in die Spitzengruppe. Dort wäre auch Mercedes gern – die Silberpfeil-Boliden von George Russell und Rekordweltmeister Lewis Hamilton kamen aber in Budapest überhaupt nicht zurecht. Es genügte lediglich zu den Plätzen acht (Russell) und elf (Hamilton).

Leclerc liegt vor dem 13. von insgesamt 22 Saisonrennen 63 Punkte hinter Verstappen zurück. Zuletzt in Frankreich war er in Führung liegend ausgeschieden und hatte seinem niederländischen Rivalen den nächsten Sieg somit auf dem Silbertablett serviert. Schon zuvor hatten sich Ferrari und die Piloten immer wieder Patzer geleistet – entsprechend groß ist der Rückstand in der WM.

Für Binotto dennoch kein Anlass, aufzugeben. „Es gibt keinen Grund, warum wir nicht von jetzt bis zum Ende zehn Rennen gewinnen können“, sagte er. Den Auftakt sollen seine Piloten am Sonntag auf dem Hungaroring machen.

FORMEL 1

Großer Preis von Ungarn in Budapest

1. Freies Training: 1. Sainz Jr. (ESP) Ferrari 1:18,750 Min., 2. Verstappen (NED) Red Bull +0,130 Sek., 3. Leclerc (MON) Ferrari +0,289, 4. Norris (GBR) McLaren +0,549, 5. Russell (GBR) Mercedes +0,856, 6. Perez (MEX) Red Bull +0,872, 7. Hamilton (GBR) Mercedes +0,960, 8. Ricciardo (AUS) McLaren +1,091, 9. Ocon (FRA) Alpine +1,598, 10. Alonso (ESP) Alpine +1,627

2. Freies Training: 1. Leclerc 1:18,445, 2. Norris +0,217, 3. Sainz Jr. +0,231, 4. Verstappen+0,283,

5. Ricciardo +0,427, 6. Alonso +0,604, 7. Vettel (GER) Aston Martin +0,808, 8. Russell +0,910, 9. Perez +0,952, 10. Bottas (FIN) Alfa Romeo +0,966

Samstag

3. Freies Training 13.00 Uhr

Qualifikation 16.00 Uhr

Sonntag

Formel-1-GP in Budapest 15.00 Uhr

Fernsehen: Sky, ORF