Eine Ansage ohne Belohnung

Sport / 31.07.2022 • 22:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Daumendrücken war angesagt bei Richard, Bettina, Edwina und Robert Waibel
Daumendrücken war angesagt bei Richard, Bettina, Edwina und Robert Waibel

Trotz zweimaliger Führung musste sich Altach gegen Wolfsberg mit einem 2:2 begnügen.

Altach Wenn Miroslav Klose nach dem Abpfiff von einem „gerechten Unentschieden“ spricht, dann tut er dies mit der ihm eigenen Gelassenheit. Seine Spannung während der 90 Minuten ist mit Spielende vorbei, seine Analysen wohltueend ruhig – wie laut Spielern auch die Vorbereitung auf das Match. Ärger über den späten Ausgleich oder Kritik an einer diskussionswürdigen VAR-Entscheidung? Mitnichten! „Klar, der Ball geht zur Hand, aber da ist eine Bewegung und da haben wir vorher schon vieles nicht richtig gemacht. Eine 50:50-Entscheidung für den Schiedsrichter. Aber ich glaube sowieso, dass es sich über die Saison ausgleicht.“ Dass man nach der frühen 1:0-Führung nicht schnell genug auf die Umstellungen („Wir haben zu lange gebraucht, für unsere Positionierung“) beim Gegner reagiert hat, ist für Altachs Cheftrainer ob der Veränderungen der eigenen Spielweise nachvollziehbar. Und so sind es für ihn die positiven Aspekte, die ihn nach vierwöchiger Arbeit mit der Mannschaft optimistisch in die Zukunft blicken lassen. „Das ist Fußball, wie ich mir das vorstelle“, sagt der 44-Jährige. Und meinte damit dezidiert die Entstehung der beiden Tore. Etwa beim zweiten, als in der Vorwärtsbewegung der Altacher über die linke Seite sehr viel Geschwindigkeit im Spiel war. Erst der Ball von Alexis Tibidi auf den überragenden Atdhe Nuhiu, der mit seiner Erfahrung kurz das Tempo aus dem Angriff nahm, im richtigen Augenblick jedoch den mitlaufenden Lukas Jäger bediente. Dessen Abschluss, flach ins kurze Eck, war richtig souverän (63.). Beim 28-jährigen Rückkehrer war nach seinem zweiten BL-Treffer im SCRA-Dress die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff sehr präsent. „Wenn du bis kurz vor dem Ende in Führung liegst, willst du auch gewinnen“, sagte Jäger, der vor dem Ausgleichstreffer mit dem langen Bein den Ball aus dem Gefahrenbereich spielen wollte, das Leder aber von der Hand Thierno Bailos gestoppt wurde. „Der Ball wäre in die andere Richtung geflogen“, ärgerte er sich klarerweise über die VAR-Entscheidung und den damit verpassten ersten Saisonsieg (88.).

So warten die Rheindörfler weiter auf den ersten Sieg, weil man nach dem herrlichen Kopfballtreffer von Nuhiu (12.) den Zugriff auf den Gegner verlor, weil die Phasen, in denen man „zu passiv“ agiert, noch zu lang sind, andererseits die „Ballbesitzphasen“ (Jan Zwischenbrugger) nicht lange genug dauern. „Gefühlt sind wir 30 Minuten nur hinterhergelaufen“, urteilte Jäger über die starke Wolfsberger Phase vor der Pause. Da vermisste der Coach zeitweise mehr Cleverness im Spiel seiner Mannschaft. Deutlich sichtbar jedoch die Leidenschaft, die die Altacher an den Tag legten, die Energie, die sie auf den Platz brachten und die Kampfkraft, die sie in die Waagschale warfen. „Die positiven Sachen werden irgendwann überwiegen“, schloss Klose seine sachliche Analyse mit einer Ansage. Die Fans werden es gerne hören, verbunden mit der Hoffnung auf mehr als zwei Heimsiege wie in der Vorsaison.

Unterstützer der Bausteinaktion, v. l.: Gerhard Hamel, Gerd Jelinek, Peter Pfanner, Michael Hasler, Claus Lässer.
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Führten heiße Diskussionen, Franz Kopf, Tone Rüscher und Roland Egle (v. l.).
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Der Moment, als der Sieg aus den Händen glitt: Tai Baribo reagierte nach einer Superabwehr von Goalie Tino Casali am schnellsten und überwand die SCRA-Abwehr.apa
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Antreiber im Mittelfeld und Torschütze: Lukas Jäger.gepa
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Immer aktiv, immer torgefährlich – Atdhe Nuhiu war bester Altacher.gepa
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