Ried und die gern gesehenen Gäste

Sport / 31.07.2022 • 18:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Austrias Verteidiger Jean Hugonet und seine Kollegen lieferten in Ried eine starke Partie, fuhren nach dem 0:1 dennoch mit leeren Händen ins Ländle zurück.<span class="copyright">gepa</span>
Austrias Verteidiger Jean Hugonet und seine Kollegen lieferten in Ried eine starke Partie, fuhren nach dem 0:1 dennoch mit leeren Händen ins Ländle zurück.gepa

Mit leeren Händen die Rückreise aus dem Innviertel antreten: das Schicksal der Austria.

Ried In Ried war schon die Vorfreude auf das Spiel gegen den Lieblingsgegner Austria Lustenau groß. Kein Wunder, bei der eindruckenden Bilanz gegen das Team aus dem äußersten Westen: mit insgesamt 17 Rieder Siegen, elf Unentschieden und nur vier vollen Erfolgen der Vorarlberger in 32 Spielen der höchsten und zweithöchsten österreichischen Spielklasse.

„Ich lasse mein Team jetzt einen Tag traurig sein. Dann haken wir das Spiel aber ab.“

Markus Mader, Trainer Austria Lustenau
Markus Mader, Trainer von Austria Lustenau, haderte in Ried mit der 0:1-Niederlage.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Markus Mader, Trainer von Austria Lustenau, haderte in Ried mit der 0:1-Niederlage.gepa

Die 12.000-Einwohner-Kommune im Innviertel war ganz auf Sieg eingestellt. „Wir sind stark heuer, ihr werdet es schon sehen“, meinte etwa Jonas, der Kellner des Eislokals am Hauptplatz. Denis, Gastronom und Koch für die Rieder Kicker, schlug in dieselbe Kerbe. „Diese Mannschaft hat’s drauf. Hinten eine Wand und vorne haben wir den Monschein“, definierte er seine Zuversicht. Denis kennt noch Lustenau-Urgestein Pius Grabher aus seiner Zeit beim Verein. „Ein ganz toller Bursche.“
Diana, die Chefin des In-Lokals „Vinothek“ in der Innenstadt freute sich schon am Freitag auf ein volles Haus am Samstag. „Wenn die Fußballfans kommen und feiern.“
„All you need is Ried“. Dieses schon vor Jahren geprägte Motto der Wikinger schien omnipräsent. So wie die Plakate mit Portraits von einzelnen Spielern überall in der Stadt es tatsächlich waren – Werbung für den Familientag in der „Josko-Arena“.

Rieder Tugenden

Dass die Lieblingsgäste aus Lustenau das Rieder Fußballvolk nicht enttäuschten, bestätigte sich einmal mehr. Und doch war dieses Mal so vieles anders. Der forsche Auftritt der Mader-Elf, die 30minütige totale Dominanz am Platz nach der Pause, ein Lustenauer Mannschaft mit Rieder Tugenden wie Zweikampfstärke und erfolgreichem Pressing hatten Eindruck hinterlassen. „Ich wäre trotzdem lieber in der Situation wie nach dem Wattens-Spiel: viel Glück gehabt, aber gewonnen“, meinte Trainer Markus Mader nach dem Match lakonisch.
Artig hörte sich der Coach die Komplimente über den Auftritt seiner Truppe an, um dann doch immer wieder ausdruckslos vor sich hinzustarren. So als sagte er zu sich selbst. „Wie konnte das nur passieren?“

Nichts vorzuwerfen

Stefano Surdanovic zeigte eine starke Partie.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Stefano Surdanovic zeigte eine starke Partie.gepa

Viel vorzuwerfen hatte er sich nicht. Das 4-2-3-1-System funktionierte, der Ball zirkulierte phasenweise wie zwischen Magneten in den eigenen Reihen, Chancen waren da. . . und doch auch der nicht mehr zu korrigierende Fehler des jungen Hakim Gouneuche. Sein falsches Positionsspiel brachte Ex-Lustenauer Julian Wießmeier in der 20. Minute auf rechts freistehend an den Ball, der Routinier ließ sich diese Chance nicht entgehen. „Ich lass‘ meine Mannschaft jetzt einen Tag traurig sein. Das darf sie. Danach aber haken wir das Negative ab und gehen mit einer positiven Stimmung an die Vorbereitung für das Rapid-Spiel“, gab Mader seine Verarbeitungsstrategie preis.
Die Spieler selbst befanden sich in einem Wechselbad der Gefühle. „Ich bin sehr gerne hier an meine ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt. Wir haben gezeigt was wir können. Es ist so schade und unnötig, dass wir verloren haben“, meinte Stefano Surdanoic, der eine tolle Leistung geboten hatte. Sein fast trotziger Nachsatz: „Wir müssen genauso weitermachen.“
90 Minuten abgerackert hatte sich auch Kapitän Matthias Maak. Mit dem Mute der Verzweiflung warf er sich in den letzten Minuten in den Angriff nach vor. „Wir haben einfach unsere Chancen nicht genützt. So wie die Wattener vergangene Woche. Aber was zählt, ist das Resultat. Wir haben verloren, und ich bin sehr enttäuscht.“

Unterstützung

Unterstützt wurde die Austria am Samstag in Ried von mehreren Anhängern aus der Heimat. Auch der Vorstand mit Stephan Muxel, Valentin Drexel und Bernd Bösch ließen sich den Auswärtsauftakt ihrer Mannschaft in der Bundesliga nicht entgehen.