Erneuter Platzverweis als Schlüsselszene

Sport / 07.08.2022 • 23:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Matheus Favali konnte es nicht glauben: Schiedsrichter Alexander Harkam schickte ihn vorzeitig unter die Dusche. <span class="copyright">GEPA</span>
Matheus Favali konnte es nicht glauben: Schiedsrichter Alexander Harkam schickte ihn vorzeitig unter die Dusche. GEPA

Der FC Mohren Dornbirn muss sich gegen Vorwärts Steyr knapp mit 2:1 geschlagen geben. In Unterzahl beweisen die Rothosen Moral, werden für ein gutes Spiel aber am Ende nicht belohnt.

Steyr „Das war bisher unsere beste Leistung. Das Traurige ist, wenn das dann nicht reicht.“ Dornbirns Trainer Thomas Janeschitz haderte auch einen Tag nach dem 1:2 gegen Vorwärts Steyr mit dem Ergebnis. Denn seine Elf bewies Moral, zeigte auch in Unterzahl ein gutes Spiel. Nur belohnt wurden die Rothosen nicht.

Das Tor zur Dornbirner Führung: Felix Kerber schob überlegen ins lange Eck. <span class="copyright">GEPA</span>
Das Tor zur Dornbirner Führung: Felix Kerber schob überlegen ins lange Eck. GEPA

Starker Auftritt der Rothosen

Bei pünktlich zu Spielbeginn einsetzendem Regen begannen die Dornbirner, angeführt von Sebastian Santin, der anstelle des mit muskulären Problemen geschonten Ignacio Jáuregui die Kapitänsbinde trug, ambitioniert, versuchten die Hausherren hoch anzupressen. Die erste Chance des Spiels gehörte dennoch Steyr, die nach Ballgewinn schnell schalteten: Tolga Günes‘ Schuss geriet aber zu zentral, Justin Ospelt im Dornbirner Tor hielt den Ball ohne Probleme (11.).

Steyr-Trainer Daniel Madlener bewies indes einmal mehr, nicht allzu viel von strikten Positionszuschreibungen zu halten, die Oberösterreicher rotierten munter über’s Feld – Dornbirn ließ sich davon aber nicht beirren. „Die taktischen Vorgaben haben die Spieler super umgesetzt“, lobte Janeschitz. Und die Rothosen gingen in Führung. Ein starker Wechselpass über’s ganze Feld fand Felix Kerber, der 19-Jährige blieb ganz cool, ließ Michael Lageder ins leere rutschen und schob zum 0:1 ins lange Eck ein (15.). Die Dornbirner Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient. Auch, weil Steyr offensiv wenig zustande brachte. Dornbirn hingegen wurde nach einer Ecke per Kopf noch einmal ganz gefährlich, Ex-Lustenau-Ersatzkeeper Florian Eres lenkte den Ball aus kurzer Distanz über die Latte (41.).

Die Rothosen zeigten einen beherzten Auftritt, wurden dafür aber nicht belohnt. <span class="copyright">GEPA</span>
Die Rothosen zeigten einen beherzten Auftritt, wurden dafür aber nicht belohnt. GEPA

Nur wenig später fand das Spiel eine Zäsur. Dornbirn, bis dahin deutlich besser im Spiel, sah den bereits dritten Platzverweis im dritten Spiel. Matheus Favali kam gegen Tobias Pellegrini zu spät, der Steyrer rauschte mit Tempo durch die Mitte. Favali sah Rot wegen Torraubs (42.), hart, aber vertretbar. „Es gibt derzeit einfach zu viele 50/50-Entscheidungen, die nicht zu unseren Gunsten ausgehen“, ärgerte sich der Trainer. Dornbirn musste über eine Halbzeit in Unterzahl agieren.

Der Aufwand brachte keinen Ertrag

Der Gegentreffer ließ nach dem Wiederanpfiff nicht lange auf sich warten. Nach der Pause rangelten Lorenz Rusch und Oliver Filip im Dornbirner Strafraum, beide gingen zu Boden. Alles Diskutieren half nichts: Es gab Elfmeter. Mit diesem scheiterte Günes zwar an Ospelt, den Nachschuss haute Oguzhan Sivrikaya in die Maschen (52.). Die Überzahl der Madlener-Elf war in dieser Phase deutlich spürbar. Doch Steyr tat sich schwer gegen tapfer verteidigende Dornbirner. „Selbst mit zehn Mann haben wir das Spiel gut kontrolliert“, so Janeschitz. Bei Versuchen von Pellegrini (56.) und Günes (67.) waren Dornbirner Beine zur Stelle, die den Ball entscheidend abblockten.

Die Vorwärts durfte sich über einen späten Heimerfolg freuen. <span class="copyright">GEPA</span>
Die Vorwärts durfte sich über einen späten Heimerfolg freuen. GEPA

Dornbirn lauterte auf Konterchancen – und wurde über Sebastian Santin durchaus gefährlich. In der 82. Minute jagte er den Ball noch klar über den Kasten, in Minute 81 zwang er Eres zu einer Parade, der Torwart war aber schnell im kurzen Eck . Dornbirn kämpfte, Dornbirn marschierte und wurde dennoch nicht belohnt. In der 89. Spielminute wurde Sivrikaya von Günes freigespielt, aus kurzer Distanz machte dieser den 2:1-Siegtreffer. „Dass wir dann noch in einen Konter laufen, ist auch dem jugendlichen Übermut geschuldet, die Jungs wollten gewinnen. Da kann man ihnen nicht böse sein“, meinte Janeschitz.

“Dass wir dann noch in einen Konter laufen, ist auch dem jugendlichen Übermut geschuldet, die Jungs wollten gewinnen. Da kann man ihnen nicht böse sein“

Thomas Janeschitz, Trainer FC Mohren Dornbirn 1913

Dornbirn probierte noch alles. Santin kam in der fünften Minute der Nachspielzeit nach einer Ecke freistehend zum Kopfball, konnte diesen aber nicht entscheidend platzieren. Auch eine Gelb-Rote Karte für Alem Pasic kam zu spät (90./+6), um daraus Kapital schlagen zu können. Der erneute Platzverweis erwies sich als Knackpunkt der Partie. Nach drei Partien warten die Rothosen weiter auf die ersten Punkte.

Die Devise ist klar, man müsse weiterarbeiten, müsse es noch mehr erzwingen. Und dann werde man früher oder später auch belohnt. Und, so Janeschitz im Nachsatz: „Besser früher als später.“ FB

ADMIRAL 2. Liga, 3. SPIELTAG

SK BMD Vorwärts Steyr – FC Mohren Dornbirn 1913 2:1 (0:1)

LIWEST Arena, 1200 Zuschauer, SR Harkam

Torfolge: 15. 0:1 Felix Kerber, 52. 1:1 Oguzhan Sivrikaya (Strafstoß), 89. 2:1 Oguzhan Sivrikaya

Rote Karte: 42. Matheus Favali (Dornbirn/Torraub)

Gelb-Rote Karte: 90./+6 Alem Pasic (Steyr/wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: 24. Kriz (Dornbirn, Unsportlichkeit), 45./+1 Pasic (Steyr, Foulspiel), 51. William Rodrigues (Dornbirn, Kritik), 85. Prada-Vega, 90./+8 Sivrikaya (beide Steyr, beide Foulspiel)

SK BMD Vorwärts Steyr (3-1-4-2): Eres; Lageder, Prada-Vega (90./+7 Maric), Zdichynec; Pasic; Sostarits (90. Dzinic), Cirkovic (Filip), Günes, Dombaxi; Sivrikaya, Pellegrini (80. Marceta)

FC Mohren Dornbirn 1913 (4-4-2): Ospelt; Favali, Cavafe, William Rodrigues, Rusch; Santin, Kriz, Nussbaumer (87. Mathis), Kerber (73. Mandl); Parger (66. Krizic), Renan (73. Ibrisimovic)

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