Vom Gleichschritt ins Singleleben

Sport / 10.08.2022 • 09:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kilian Wempe rückt in den Kader des EC Bregenzerwald auf, hofft auf Einsätze in der Alps Hockey League. <span class="copyright">ECB</span>
Kilian Wempe rückt in den Kader des EC Bregenzerwald auf, hofft auf Einsätze in der Alps Hockey League. ECB

Die Eishockey-Zwillinge Kilian und Laurin Wempe gehen jetzt getrennte Wege.

Bludenz Bisher ging alles im Gleichschritt. In der vergangenen Saison trennten sich dann die Wege der 16-jährigen Eishockey-Zwillinge Kilian und Laurin Wempe. Torhüter Kilian steht seit heuer im Kader des EC Bregenzerwald für die Alps Hockey League, Laurin versucht im Kader der Elite Junioren der Rapperswil Jona Lakers Fuß zu fassen.

Täglich im Wettbewerb

„Es war wie in der Formel 1: Jeden Tag gab es ein Qualifying“, erinnert sich der Papa Tobias, ein ehemaliger Footballer bei den Oscar Dinos in Feldkirch, an die Kindheit mit seinen Zwillingsbuben. „Schon aufgrund der Logistik mussten wir schauen, dass beide den gleichen Sport betreiben. Ich habe gedacht, dass vielleicht eines Tages der Punkt kommt, an dem der eine etwas anderes tut. Dem war aber lange Zweit nicht so.“

Polysportiv hieß das Zauberwort bei den Wempes. „Beide Jungs haben im Alter von vier Jahren bei der VEU in Feldkirch die Laufschule angefangen“, erinnert sich Tobias. „Die Überlegung war eigentlich, sie mit dem Eislaufen auf das Skifahren vorzubereiten.“ Klettern und Laufen gehörten als Ausgleich zum Eishockey fortan ebenfalls zum Programm der Bludenzer. „Das hat auch sehr gut funktioniert“, so der Vater Wempe. „Bludenz läuft, die Lustenauer Meile, der Kinderbewerb im Rahmen des Bregenzer Dreiländermarathons oder der Trailrun in Lorüns, sie haben überall mitgemacht.“ Wempe gibt auch zu: „Das Ziel für meine Frau Sabine und mich waren nicht Pokale. Wir wollten, dass sie am Abend müde ins Bett fallen.“

In der Volksschule besuchte Kilian, der 90 Sekunden älter ist, eine andere Klasse als Laurin. Beim Training blieben die zwei aber vereint. „Die Autofahrten zum Training oder zu den Spielen, die bis heute andauern, waren und sind fordernd.“ Eine „Männerreise“ führte das Wempe-Trio in die Steiermark, zum Finale der jungen Skispringer um den Cup von Andreas Goldberger. „Das haben die beiden bei einem Snow- und Funbewerb am Sonnenkopf entdeckt. Auf den Schanzen ins Tschagguns wurde unter Aufsicht des ehemaligen Nordischen Kombinierers Robert Stadelmann an der Technik gefeilt. „Es hat ihnen getaugt, aber sie waren davon nicht gefesselt. Am Ende ist die Entscheidung zugunsten des Mannschaftssports gefallen“, so Tobias Wempe.

Laurin Wempe kämpft bei den Junioren von Rapperswil um einen Stammplatz .<span class="copyright">PRW</span>
Laurin Wempe kämpft bei den Junioren von Rapperswil um einen Stammplatz .PRW

Kollegen, die motivieren

Zumal das Eishockey bereits in der Unter-9-Kategorie fordernd wird. Dreimal wöchentlich wollten neben der Sportmittelschule Trainingseinheiten besucht werden. Im Alter von 14 Jahren spezialisierten sich die beiden endgültig aufs Eishockey, wechselten von der VEU in den Nachwuchs vom Dornbirn und des SC Rheintal. Laurin, Schüler der Handelsschule Feldkirch, zog es letzte Saison weiter nach Rapperswil, ist mit einem Vertrag bis 2024/25 an den Nationalliga-Topklub gebunden. Er verbringt eine Hälfte der Woche bei Gasteltern in der Schweiz, die andere aus schulischen Gründen bei der Familie im Ländle. Kilian wohnt weiter zu Hause, wird demnächst mit dem L-17-Führerschein mobil, um selbst ins Training des EC Bregenzerwald nach Dornbirn zu fahren. „Sie gehen im Eishockey auf“, weiß Vater Tobias. „Beide haben auch mit Marco Rossi und Vinzenz Rohrer ehemalige Trainingskollegen und Mitspieler, zu denen sie aufschauen.“

Kilian und Laurin Wempe durchliefen gemeinsam Zeiten bei der VEU Feldkirch ebenso . . .
Kilian und Laurin Wempe durchliefen gemeinsam Zeiten bei der VEU Feldkirch ebenso . . .
. . . wie im österreichischen Nationalteamnachwuchs. <span class="copyright">PRW</span>
. . . wie im österreichischen Nationalteamnachwuchs. PRW