„Gebe immer mein Letztes“

Sport / 17.08.2022 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Training gut unterwegs: Horst Mayer freut sich auf die Trailchallenge.Bischof
Im Training gut unterwegs: Horst Mayer freut sich auf die Trailchallenge.Bischof

Horst Mayer (82) bereitet sich auf „Der Weiße Ring – die Trailchallenge“ vor.

Ludesch Er ist immer flott unterwegs, meistens in Sportkleidung, und jeder im Walgau kennt ihn. Horst Mayer ist ein Original im besten Sinn des Wortes. Immer freundlich und charmant – und eben sehr sportlich. Erst am vergangenen Samstag absolvierte er den Triathlon am Jannersee. „Das lief sehr gut. Ich habe ein paar Jüngere hinter mir gelassen. Außerdem war ich nur drei Minuten langsamer als im letzten Jahr“, berichtet der 81-Jährige humorvoll. Er läuft Marathon, Triathlon und macht Bergläufe: „Eigentlich fasziniert mich alles, was mit Laufen zu tun hat. In meinem Alter sollte ich schön langsam ein wenig die Bremse ziehen, aber ich brauche Ziele. Mit 100 Jahren werde ich dann aufhören. Aber zuvor werde ich noch viele Wettkämpfe bestreiten. Ich liebe Extremsachen!“ Horst Mayer ist überzeugt, dass die Ausübung von Sport allen guttun würde: „Es muss ja nicht jeder so narrisch tun wie ich, aber Bewegung bietet einen hervorragenden Ausgleich zum Alltag und macht den Kopf frei.“ Dabei sollte seiner Ansicht nach immer ein Zielpunkt verfolgt werden, egal wie dieser aussieht.

Klare Tagesstruktur

Befragt, an wie vielen Wettkämpfen er heuer bereits teilgenommen hat, beginnt er zu zählen: „Es waren heuer bislang nur acht, normalerweise mache ich mehr.“ Am kommenden Samstag nimmt er nun an „Der Weiße Ring – die Trailchallenge“ in Lech teil, die eine besondere Herausforderung darstellt: „Ich habe mich für die „Kleine Heldenwertung“ angemeldet. Die Strecke kenne ich, da ich schon des Öfteren dabei war. Wenn das Wetter passt, ist es ein herrlicher Trail. Es geht sehr steil bergauf und bergab, wobei das Bergablaufen viel gefährlicher ist.“

Er sei zu 80 Prozent ein Bergläufer, sagt er. Als Vorbereitung jogge er gerne auf Bergalpen: „Ich habe die unterschiedlichsten Routen, eine davon ist die Innergweilalm, die in Richtung Gargellen liegt. Ich brauche rund zwei Stunden hinauf, auf dem Rückweg sammle ich dann Pilze, derzeit ist alles gelb von Pfifferlingen.“

Pilze und Blumen

Neben Pilzen sammelt der agile Ludescher auch Blumen: „Ich bringe von fast jedem Lauf meiner Frau einen Blumenstrauß mit.“ In der Wettkampfphase verzichtet er auf Alkohol, auf eine gesunde Ernährung werde ohnehin das ganze Jahr wert gelegt. Zudem hat sein Tagesablauf hat eine klare Struktur: „Ich stehe immer um 5.30 Uhr auf und schaue zuerst, was für ein Wetter ist. Dann bereite ich das Müsli für meine Mädels zu Hause vor und schreibe das Tagebuch weiter, was ich seit meinem 15. Lebensjahr mache. Am Vormittag wird dann trainiert. Da bin ich dann rund zwei Stunden unterwegs, bei jedem Wetter.“

Die regelmäßigen Trainingseinheiten seien zudem eine wunderbare Möglichkeit, die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten: „Die Gedächtnisleistung wird durch Sport viel länger erhalten.“ Er ist ein Naturliebhaber und nicht zuletzt deshalb gerne im Wald und auf den Bergen unterwegs. Auf die Trailchallenge am Samstag freut er sich ganz besonders: „Da gebe ich – wie immer bei einem Wettkampf – mein Letztes.“

„Mit 100 werde ich dann aufhören. Aber zuvor werde ich noch viele Wettkämpfe bestreiten.“

Zur Person

Horst mayer

Ist mit 81 Jahren der älteste Teilnehmer der Trailchallenge „Der Weiße Ring“

Geboren 23. November 1940

Familie Verheiratet mit Silvia, vier Töchter

Wohnort Ludesch

Hobbys Schwimmen, Rennradfahren, Mountainbiken und „ein bisschen Laufen“