Cup-Pleite verschärft Altacher Krise

Sport / 30.08.2022 • 23:15 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Völlig am Boden: Nosa Edokopolor und Co. kassierten die vierte Niederlage in Folge. <span class="copyright">gepa</span>
Völlig am Boden: Nosa Edokopolor und Co. kassierten die vierte Niederlage in Folge. gepa

Miroslav Klose war nach dem blamablen Aus seiner Altacher in der zweiten ÖFB-Cuprunde, 0:3 bei der Admira, extrem enttäuscht.

Maria Enzersdorf Eigentlich hatten die Altacher ja wohlige Erinnerungen an die Südstadt. 108 Tage war es erst her, dass sie sich hier mit einem 3:0-Sieg in ein Endspiel gegen den Abstieg retteten und schlussendlich die Admira in die 2. Liga stürzten. Bei der Revanche im ÖFB-Cup stellte sich bis auf Zwierschitz, Vorsager und Lukacevic den Vorarlbergern ein komplett neuer Gegner entgegen. Der hatte allerdings Selbstvertrauen, war bewerbsübergreifend seit sechs Spielen unbesiegt. Ganz im Gegensatz zu den Altachern, die nach drei Niederlagen in Folge ihre Form suchten. Und das zeigte sich am Platz sofort. Der Zweitligist übernahm gleich das Kommando und wurde für seine Vorstöße belohnt. Buchta legt in der 17. Minute auf Rasner zurück, dessen Schuss wird von Aigner unhaltbar für Tormann Jakob Odehnal, der sein Profidebüt für Altach feierte, abgefälscht. Nur fünf Minuten später der nächste Schock. Gugganig vertendelt den Ball, Vorsager spielt einen herrlichen Lochpass auf Badji – 2:0. Es kommt noch dicker. Denn die offensiv komplett abgemeldeten Altacher sind defensiv ebenfalls von der Rolle. So legt der links durchgebrochene Lukacevic auf den völlig alleingelassenen Ristanic zurück, der den Ball problemlos in die lange Ecke schießt. 3:0 für den Gegner (41.). Erschreckende Bilanz der ersten Hälfte aus Altacher Sicht: 0:7 Torschüsse und 0:5 Eckbälle. Eine Partie zum Vergessen.

Uniqa ÖFB Cup

2. Runde

FC Admira Wacker Mödling – Cashpoint SCR Altach 3:0 (3:0)

Maria Enzersdorf, motion_invest Arena, 1100 Zuschauer, SR Spurny (W)

Torfolge: 17. 1:0 Rasner, 22. 2:0 Badji, 41. 3:0 Ristanic

Gelbe Karten: 45./+ 1 Galle (Admira/Foulspiel), 80. Jäger (Altach/Kritik)

FC Admira Wacker Mödling (4-4-2) Haas – Buchta (79. Ajanovic), Zwierschitz, Puchegger, Lukacevi,c – Galle (79. Araz), Rasner, Vorsager, Ristanic (64. Stevanovic) – Krienzer (64. Wagner), Badji (64. Tranziska)

Cashpoint SCR Altach (4-4-2) Ohdehnal – Yabantas (46. Edokpolor), Gugganig, Pape Alouine (68. Forson), Schreiner (46. Jäger) – Bischof, Nimaga, Aigner, Bukta (46. Tibidi) – Dahan (46. Reiter), Nuhiu

„Bei uns fehlt immer die Gier. Das geht nicht. Das hat nichts mit Taktik zu tun.“

Miroslav Klose nach dem Cup-Aus seiner Mannschaft


Altach-Trainer Miroslav Klose nahm seine Mannschaft nach einer erschreckend schwachen Leistung in der Kabine in die Pflicht („Ich bin lauter geworden, weil ich mir so etwas nicht bieten lasse“) und brachte gleich vier Neue. Reiter, Edokpolor, Jäger und Tibidi. Die Altacher kamen jetzt besser ins Spiel, aber trotzdem kaum zu klaren Chancen. Eine, in Minute 50, bezeichnend für die Partie: Nuhiu traf nach Ndiaye-Hereingabe den Ball nicht voll, weil ihn mit Nimaga der eigene Mann beim Schuss behindert. Und nach einer Freistoßflanke von Reiter köpfte Nimaga von wenigen Metern über das Tor (71.). Aber auch die Admira vergab Chancen, weiter zu erhöhen. Und so setzte es eine auch in dieser Höhe absolut verdiente Niederlage. Dominik Reiter, beim letzten Spiel gegen die Admira noch Torschütze und Held, fasste es zerknirscht zusammen. „Ein 0:3 gegen einen Zweitligisten ist nicht zu akzeptieren. Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen. Wir haben uns in der ersten Halbzeit nicht gut positioniert, sind nicht gut angelaufen, hatten keinen Zugriff. Wir haben keine Zweikämpfe gewonnen und wieder drei Tore in einer Hälfte kassiert. Unser Ziel war, die nächste Cuprunde zu erreichen, das haben wir wegen einer blamablen Leistung nicht geschafft.“ Miroslav Klose ließ seiner Enttäuschung nach Schlusspfiff im VN-Gespräch freien Lauf: „Ich habe vielen Spielern die Möglichkeit gegeben, im Cup zu spielen, die sonst nicht im Aufgebot waren – schon im Hinblick auf unser Liga-Heimspiel am Sonntag gegen Rapid. Ich bin total enttäuscht, von allen, wie sie es angegangen sind. Natürlich waren auch viele Junge dabei, die möchte ich dabei ausklammern. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Der Gegner hat es uns vorgemacht, mit der Intensität, der Laufleistung. Bei uns fehlt immer die Gier. Das ist etwas, was nicht geht. Das hat nichts mit Taktik zu tun. Auch in der zweiten Halbzeit hat die Intensität gefehlt. Viele haben es einzeln versucht, aber nie als Mannschaft.“ Erschreckend war vor allem die Defensivleistung: „Wie jede Woche“, stellte Klose ernüchternd fest.

Im Klub herrscht Stillschweigen

Um Mitternacht endet heute das Sommertransferfenster, doch aus Altach gab es keinen Kommentar hinsichtlich Transferbewegungen. Sportchef Werner Grabherr schweigt seit der Niederlage am Sonntag in Linz. Danach hatte Trainer Miroslav Klose von einem dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich Personal gesprochen. Dabei soll es sich um die Position eines Innenverteidigers und eines zentralen Offensivspielers handeln. Angesichts eines aufgeblähten Kaders möglicherweise ein Luxusproblem. Im Endeffekt aber würde ein Abstieg dem Klub wohl mehr finanziellen Schaden zufügen. chk