„Ich werde sicher nicht jubeln“

Sport / 02.09.2022 • 22:42 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Haris Tabakovic hat wenige Tage vor dem Duell gegen seinen Ex-Klub die Ex-Kollegen im Trainingslager besucht.GEPA
Haris Tabakovic hat wenige Tage vor dem Duell gegen seinen Ex-Klub die Ex-Kollegen im Trainingslager besucht.GEPA

Haris Tabakovic über sein heutiges Duell mit dem Exklub Lustenau und seine Achterbahnfahrt in Wien.

Wien Für einen wird das Spiel am Samstag zwischen Austria Wien und Austria Lustenau besonders emotionell: Haris Tabakovic. Vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, den er als Torschützenkönig der zweiten Liga erst letzte Saison in die Bundesliga geschossen hat und für den er insgesamt 46 Mal einnetzte, empfindet er nur eines: „Pure Vorfreude! Es war eine geile Zeit in Lustenau und ich werde viele gute Freunde wiedersehen.“ Zeit, um darüber zu sprechen, fand er im Vorfeld der Partie, als er seinen Ex-Kollegen in deren Teamhotel in Alt­lengbach einen Besuch abstattete.

Den Aufstieg beschreibt der 28-jährige Schweizer als das absolute Highlight seiner bisherigen Karriere. Wie reagiert er, wenn er gegen seinen Ex-Klub trifft? „Ich werde sicher nicht jubeln. Für das hatte ich eine zu schöne Zeit in Lustenau. Wenn ich einen Hattrick schieße, kann ich es aber vielleicht nicht versprechen (lacht). Man weiß ja nie, wie man dann reagiert.“

Positiv überrascht von Lustenau

Seinen Start bei der violetten Austria beschreibt der 1,94-m-Strafraumtank bis jetzt als „Achterbahnfahrt“. Einerseits hat er in beiden Ligapartien, in denen er bis jetzt von Beginn an aufgestellt wurde, ein Tor erzielt. Andererseits wurde er trotz seines Treffers gegen WSG Tirol nach 35 Minuten wegen Galvãos Ausschluss ausgetauscht. „So eine Entscheidung muss man nicht immer verstehen. Ich war sehr gut im Spiel.“ Die Runde da­rauf war er wieder das Bauernopfer. Da wurde er wegen der Österreicher-Regelung, die sein Klub im Gegensatz zu Lustenau einhält, auf die Tribüne verbannt. Kaum stand der Hip-Hop-Fan am Mittwoch im Cup gegen Siegendorf wieder in der Startelf, traf er schon wieder. „Wenn es nicht mein Ziel wäre, Stammspieler zu sein, bräuchte ich gar nicht hier zu sein.“ Die Jokerrolle ist nicht seins: „Wenn ich reinkomme, gebe ich alles für mein Team. Aber das ist eigentlich nicht die Rolle, die ich möchte.“

Die gute Performance der Lustenauer in der Bundesliga ohne Cham und ihn überrascht Tabakovic schon. „Andererseits war mir klar, dass sie gut starten werden. Weil der Zusammenhalt drüben zwischen dem Trainer und dem Team einfach riesig ist.“ Die Leistungsexplosion von Teixeira war für Tabakovic vorhersehbar: „Er hat eine Wahnsinns Qualität. Seine Schnelligkeit, Dribblings, Flanken. Letzte Saison hat man das nicht so bemerkt, weil er noch ein bisschen verspielt war und nicht so viele Scorerpunkte gemacht hat.“ Da beide Mannschaften offensiv spielen, darf man sich für das Duell der Austrias einen offenen Schlagabtausch erwarten. „Ich tippe auf ein 3:1 für uns.“

Unterschied? Alles ist viel größer

Die größten Unterschiede zwischen den zwei Vereinen sieht Tabakovic in zwei Bereichen. Einerseits in der Infrastruktur: „Hier ist alles viel größer. Das neue Stadion, die Trainingsplätze, der Personalstaff. Man merkt halt, das ist ein Großklub. Ich hoffe, dass Lustenau da mit dem neuen Stadion einen Schritt weiter macht.“ Und andererseits im Kader: „Da hat die Wiener Austria mehr erfahrene Spieler. Man denke nur an einen Holland oder Ranftl.“ Ein weiterer Routinier kam den Wienern aber in letzter Transfersekunde noch abhanden. Ausgerechnet Tabakovics größter Spezi und Kabinennachbar Marco Djuricin wechselte zu Rijeka: „Er hat wie ich bei den Grashoppers und in Ungarn gespielt, deshalb haben wir viele gemeinsame Freunde.“ Aus dem geplanten Essen in Djuricins Lieblingskebap-Laden wird jetzt nichts mehr. Dafür hat Haris einen Sturmrivalen weniger. Bei den Trainern Markus Mader und Manfred Schmid ortet er Parallelen: „Sie sind sich von ihrem menschlichen, coolen und lockeren Auftreten ähnlich. Aber Mader ist als Vorarlberger sicher der Beste für Lustenau und Schmid als Austria-Legende der Beste für uns.“ Wer von beiden am Samstag der Beste ist, wird man sehen.

Fußball, Admiral Bundesliga 2022/23

7. Spieltag

FK Austria Wien – SC Austria Lustenau heute

Wien, Generali Arena, 17 Uhr, SRHeiß (T) SKY SPORT AUSTRIA (live)

FC RB Salzburg – WSG Tirol heute

Salzburg, Red Bull Arena, 17 Uhr, SR Lechner (W) SKY SPORT AUSTRIA (live)

SK Sturm Graz – TSV Hartberg heute

Graz, Merkur Arena, 20.30 Uhr, SR Weinberger (W) SKY SPORT AUSTRIA (live)

Cashpoint SCR Altach – SK Rapid Wien Sonntag

Altach, Cashpoint Arena, 14.30 Uhr, SR Ciochirca (ST) SKY SPORT A. (live)

Wolfsberger AC – SK Austria Klagenfurt Sonntag

Wolfsberg, Lavanttal Arena, 14.30 Uhr, SR Altmann (T) SKY SPORT AUSTRIA (live)

LASK Linz – SV Ried Sonntag

Pasching, Raiffeisen Arena, 17 Uhr, SR Harkam (ST) SKY SPORT AUSTRIA (live)

Tabelle

 1. LASK Linz 6 5 1 0 16: 5 + 11 16

 2. FC RB Salzburg 6 5 0 1 16: 3 + 13 15

 3. SK Sturm Graz 6 3 2 1 10: 5 + 5 11

 4. SC Austria Lustenau 6 3 1 2 8:11 -1 10

 5. SK Rapid Wien 5 2 1 2 5: 5 +/- 0 7

 6. WSG Tirol 6 2 1 3 9:11 – 2 7

 7. TSV Hartberg 5 2 0 3 6: 9 – 3 6

 8. FK Austria Wien* 6 2 2 2 10:12 – 2 5

 9. SK Austria Klagenfurt 6 1 2 3 7:11 – 4 5

10. Wolfsberger AC 6 1 2 3 9:13 – 4 5

11. SV Ried 6 1 1 4 3: 7 – 4 4

12. Cashpoint SCR Altach 6 1 1 4 8:16 – 7 4

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