„Euro-Adler“ erstmals in der Königsklasse

Sport / 06.09.2022 • 23:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Frankfurts Trainer Glasner spricht von der „größten Zeit des Jahres“.

Frankfurt/Main Das schier endlose Warten hat ein Ende. Der Mythos Champions League kommt an, die Hymne der Sehnsucht schallt durch den Riederwald – und das Verlangen nach magischen Nächten auf höchster Bühne kennt keine Grenzen. „Jetzt kommt die größte Zeit des Jahres“, schwärmte Trainer Oliver Glasner mit funkelnden Augen: „Wenn wir jetzt keine Freude und Enthusiasmus haben, wann dann?“ Der 48-Jährige Österreicher hob den Klub mit großer Vorarlberger Tradition in eine neue Dimension. Denn: Mit dem verstorbenen Bruno Pezzey holte sich die Eintracht in der Saison 1979/80 in zwei Spielen im innerdeutschen Duell gegen Mönchengladbach den Sieg im UEFA-Cup (1:0 bzw. 2:3). Der Harder Markus Weissenberger kehrte 2008 nach vier Saisonen in Frankfurt und neun Jahren in Deutschland nach Österreich zurück, und zuletzt erreichte Adi Hütter als Coach der Eintracht 2018/19 das Halb- und eine Saison später das Achtelfinale in der Europa League.

112 Tage nach der Krönung in der Europa League geht für Eintracht Frankfurt heute der Traum von der Königsklasse in Erfüllung, vor dem Auftaktspiel gegen Sporting Lissabon befindet sich mal wieder eine ganze Stadt im Ausnahmezustand. Und pünktlich für den Auftakt gegen den schwächelnden portugiesischen Vizemeister befinden sich die „Euro-Adler“ gar auf Top-Level, das 4:0 gegen RB Leipzig war nach holprigem Start das richtige Statement in Richtung Europas Elite. „So wie wir vorher nicht mit den Köpfen zwischen den Schultern rumgelaufen sind, werden wir jetzt nicht die Köpfe oben haben“, betonte Glasner. Auch wenn es gelte, „das Selbstvertrauen mitzunehmen“.

Doch Torhüter Kevin Trapp mahnt beim Comeback auf höchster Bühne 62 Jahre nach dem Finaleinzug im Europapokal der Landesmeister (3:7 gegen Real Madrid) zu Demut. „Wir haben gegen Bayern und Madrid das Niveau gesehen, das uns in der Champions League erwartet“, sagte der 32-Jährige, der den am Oberschenkel verletzten Sebastian Rode als Kapitän vertreten wird: „Da zählen Details.“ Die stimmten zuletzt vorzüglich, auch weil Mario Götze immer mehr zum Denker und Lenker der Mannschaft wird.

„So wie wir vorher nicht mit den Köpfen zwischen den Schultern rumgelaufen sind, werden wir jetzt nicht die Köpfe oben haben.“