So reagiert Altach auf die Kritik der Fans

Sport / 06.09.2022 • 13:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine erste Aussprache gab es kurz nach Spielschluss im Stadion. <span class="copyright">Adam</span>
Eine erste Aussprache gab es kurz nach Spielschluss im Stadion. Adam

Verständnis für den Frust der Anhänger ob der Leistungen der Mannschaft, aber auch eine klare Absage an die Schuldzuweisungen an einzelne Personen.

Altach Am Mittwochabend (18 Uhr) stellt sich die Klubspitze des Cashpoint SCR Altach mit Christoph Längle bei einem anberaumten Termin mit den Fanklubs erneut den Fragen der Anhänger. „Wir verstehen den Frust, es war schon okay“, sagt der 52-Jährige mit einem Blick zurück auf die 0:1-Heimniederlage gegen Rapid. „Es geht uns ja allen gleich. Nach dem Spiel waren einfach viele Emotionen da. Doch wir stellen uns der Diskussion, nicht zum ersten Mal.“ Eines aber stellt er in aller Schärfe klar: „Wir lassen uns nicht nachsagen, bei der Postenbesetzung eine Freunderlwirtschaft zu betreiben. Wir versuchen immer die bestmöglichen Leute für den Klub zu gewinnen. Diesbezüglich ist die Sicht der Fans nicht richtig und auch nicht fair.“

Werner Grabherr will Themen, die Mannschaft betreffend, nur intern abhandeln. <span class="copyright">Steurer</span>
Werner Grabherr will Themen, die Mannschaft betreffend, nur intern abhandeln. Steurer

„Es gibt eben auch Themen, die nur den Trainer und mich betreffen.“

Werner Grabherr über die interne Aufarbeitung


In die Pflicht nimmt er den Verein in Sachen Kommunikation in den Tagen des Endes der Transferperiode. „Das war nicht glücklich“, meint er im Hinblick auf fehlgeschlagene Transfers. „Es ist aber nicht so, dass bei uns Geld zurückgehalten wird. Ich höre immer wieder den Vorwurf, wir wären nur interessiert am Bau von Logen. Falsch, es geht um die Weiterentwicklung des Klubs. Diese sollen uns Mehreinnahmen bringen. Wir wollen uns ja besser und breiter aufstellen als Klub. Und was den aktuellen Kader betrifft, so ist eines ganz klar: In bin von der Qualität der Spieler überzeugt.“ Aber, und das betont Längle ebenfalls: „Es ist nicht unser Anspruch, dort zu stehen, wo wir momentan sind.“

Viele Gründe

Darin geht auch der Sportliche Leiter Werner Grabherr, der von den Fans einmal mehr als „Buhmann“ ausgemacht wurde, mit ihm konform. „Wir haben unsere Themen, sonst würden wir in der Tabelle nicht am letzten Platz liegen. Diese werden aber nur intern mit dem Trainerteam und der Mannschaft abgehandelt. Es sind zu viele Gründe, warum es nicht funktioniert. Es geht jetzt darum, gemeinsam wieder in eine Richtung zu denken. Dafür stehen wir.“ Was seine Person betrifft, so hat er die Sprechchöre vernommen. Dass er für alles verantwortlich sein soll, will er so nicht stehen lassen. Den Frust der Fans jedoch versteht er voll und ganz. Deshalb ist für ihn die Zeit der Ausreden vorbei. „Jetzt Tirol, dann Klagenfurt und dann ist Länderspielpause. In diesen Spielen geht es um alles. Wir haben jetzt lange genug zugeschaut.“


Die fehlende Erklärung für die unterschiedlichen Gesichter mache die Aufarbeitung nicht leichter. „Unser größtes Thema ist das, was auf dem Platz passiert“, spricht er diesbezüglich die erste Halbzeit gegen Rapid an und davon, dass „intern die Köpfe gewaschen werden“. Weil eben in der Cupwoche zu viel passiert sei. So unterschiedlich die Blickwinkel auch sein mögen und Kritik angebracht sei, so sei eines klar: Nur gemeinsam komme man aus der Krise. Und so ist es durchaus vorstellbar, dass auch Trainer Miroslav Klose bei dem Treffen mit den Fans dabei ist. Wie schon vor der Saison. Personell? Da sollte die Verletzung von Manuel Thurnwald nicht zu schlimm sein.