Game over: Trainerbeben folgte auf ersten Spieltag in der Königsklasse

Sport / 07.09.2022 • 23:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Salzburg-Gegner Chelsea trennte sich von Tuchel und Leipzig warf Tedesco raus.

Schwarzach Im Jänner lachte Thomas Tuchel als FIFA-Welttrainer des Jahres in die Kamera, er fand das „überwältigend“ und „fast schon ein bisschen surreal“. Vier Wochen später küsste er in Abu Dhabi sogar den Weltpokal. Seit Mittwoch jedoch ist Thomas Tuchel arbeitslos – der FC Chelsea hat seinen deutschen Teammanager völlig überraschend vor die Tür gesetzt.

Ein leicht holpriger Premier-League-Saisonstart und das peinliche 0:1 bei Dinamo Zagreb zum Auftakt der Champions League am Dienstag genügte den neuen Besitzern, um einen der weltbesten Trainer zu entlassen. Die warmen Worte aus der Investmentgruppe des US-Milliardärs Todd Boehly müssen für Tuchel (49) wie Hohn klingen.

„Thomas wird zu Recht einen Platz in der Chelsea-Historie einnehmen, er hat die Champions League, den europäischen Supercup und die Klub-WM gewonnen“, schrieb der Verein in einer kurzen Pressemitteilung. Es folgte der entscheidende Satz: „Die neuen Besitzer nähern sich 100 Tagen im Amt und glauben, dass es nun an der Zeit für einen Wechsel ist.“ Boehly geht im Sport ganz groß voran, er ist Mitbesitzer der Los Angeles Dodgers, der Los Angeles Lakers, der Los Angeles Sparks. Er will offensichtlich alle relevanten Stellen im Klub mit Leuten besetzen, die er selbst ausgewählt hat – allerdings berichtete zuletzt der englische Telegraph, Tuchel habe auch den Rückhalt der Mannschaft verloren.

Domenico Tedesco verabschiedete sich noch per Handschlag von jedem Spieler. Doch schon vor dem Auslaufen nach dem peinlichen 1:4 in der Champions League gegen Schachtor Donezk war die Zeit des Trainers bei RB Leipzig abgelaufen. Der Club verkündete nur 109 Tage nach dem Sieg im DFB-Pokal die Trennung und verkaufte sie als „das Ergebnis einer tiefgreifenden Analyse“ nach dem Donezk-Debakel. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff betonte immerhin, dass die Entscheidung „sehr schwergefallen“ sei. Einen Nachfolger will der Club zeitnah präsentieren, doch die Lösung ist längst ein offenes Geheimnis. Marco Rose ist Leipziger, vertragslos, bereit und ohnehin tief drin im RB-Kosmos. Der 45-Jährige soll schon heute als neuer Chefcoach präsentiert werden. Besonders pikant, weil: Es warten danach die Spiele gegen Dortmund (Roses Ex-Club I), dann muss man zu Real Madrid und schließlich nach Mönchengladbach (Roses Ex-Club II).