„Ein Traum und unglaubliches Erlebnis“

Sport / 08.09.2022 • 16:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Ein Traum und unglaubliches Erlebnis“
Maximilian Taucher trifft in der Auftaktrunde der US Open in der Nacht auf Freitag im dritten Spiel nach 18 Uhr (MEZ) auf Lokalmatador Charlie Cooper. Privat

Maxi Taucher (14) ist als jüngster Spieler bei den US Open im Rollstuhltennis dabei.

New York Erstmals in der Geschichte des Rollstuhltennissports wird bei den US Open ein Grand-Slam-Bewerb für die weltbesten Nachwuchsspieler ausgetragen. Mit dabei ist der 14-jährige Hohenemser Maximilian Taucher.

Er wurde als einer der besten acht Junioren in der ITF-Rollstuhltennis-Weltrangliste eingeladen. Der Youngster vom Rollstuhlclub Enjo Vorarlberg ist zurzeit die Nummer vier der Welt. Gespielt wird auf der Anlage des USTA Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows. Der 14-Jährige ist bereits mit seinem Vater Alexander und Trainer Max Forer in New York angekommen.

„Der Flug war sehr angenehm und wir kamen trotz Zeitumstellung genug zum Schlafen“, sagte Alexander Taucher. „Dennoch war der erste Tag hier in New York gleich sehr stressig. Wir mussten bereits frühmorgens die Akkreditierungen abholen und die Trainingsplätze für die kommenden Tage reservieren“, blickt der stolze Vater auf die ersten Stunden bei den US Open zurück.

Jüngster Spieler

Das erste Training fand auf Court zehn statt, direkt neben dem Eingang, an dem die Zuschauer vorbeigingen. Für den jungen Sportler ist das alles natürlich ein riesengroßes Erlebnis: „Das ist unglaublich, hier bei den US Open dabei sein zu dürfen. Wir wollen das alles genießen. Ein Turnier in so einer Großstadt, vor so vielen Leuten ist natürlich neu für uns und unglaublich spannend“, so Taucher.

„Das ist natürlich ein unglaubliches Gefühl, jetzt hier bei den US Open dabei sein zu dürfen.“

Maximilian Taucher, Rollstuhltennisspieler

Im Rollstuhltennis gibt es bei den Junioren keine verschiedenen Altersklassen, alle bis 18 müssen gegeneinander antreten. Der Hohenemser ist von den acht Teilnehmern mit Abstand der jüngste. Neben ihm sind noch zwei 18-Jährige, drei 17-Jährige und zwei 16-Jährige dabei. Dennoch muss er sich als Nummer vier der Welt auf keinen Fall vor den anderen verstecken. Taucher ist mit der Empfehlung von drei Turniersiegen in Serie zu den US-Open gereist: „Die Saison bisher war der Wahnsinn. Ich bin einfach glücklich und stolz, die Nummer vier der Welt zu sein. Dieses Gefühl, bei den besten der Welt dabei zu sein, ist unbeschreiblich“, erklärt Taucher voller Stolz. „Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass die Teilnahme am ersten Grand-Slam-Turnier so schnell möglich ist – und jetzt bin ich hier in New York. Das ist einfach surreal.“ Bereits am ersten Abend wurde der Youngster zu einer Veranstaltung, organisiert von den US-Open, eingeladen, bei der auch die Profis anwesend waren.

Überraschende Teilnahme

Die Einladung zu den US-Open kam für den Hohenemser sehr überraschend und unerwartet. Es wurde erst sehr spät bekannt gegeben, dass die US Open erstmals auch Junioren einladen. „Das war absolut nicht eingeplant und ohne die finanziellen Zuwendungen hätten wir absagen müssen“, beschreibt Vater Taucher die finanzielle Mehrbelastung. Neben den Fördergeldern des Österreichischen Tennisverbands und des Behindertensportverbands ermöglichten Gönner seines Heimatvereins UTC Dornbirn die einzigartige Chance für die Reise.

Ein Kapitel Tennisgeschichte

Nachdem bereits seit 2005 die besten Damen und Herren im Rollstuhltennis ein fixer Bestandteil der US Open sind, wird nun mit den Nachwuchsbewerben die nächste Lücke geschlossen. Dank seiner Erfolge kommt Taucher so in den Genuss, sich erstmals auf der großen Tennisbühne zu präsentieren. „Den Umstand, dass Maxi bei einem historischen Ereignis in der weltweiten Sportgeschichte dabei ist, wird er sicher erst später realisieren. Im Moment gehört die ganze Konzentration dem anstehenden Turnier“, betont der Vater.

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