Fridrikas rettet Austria einen Punkt

Sport / 11.09.2022 • 17:20 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Lukas Fridrikas war mit einer der besten Spieler am Platz und besorgte auch den Ausgleichstreffer für Austria Lustenau.
Lukas Fridrikas war mit einer der besten Spieler am Platz und besorgte auch den Ausgleichstreffer für Austria Lustenau.

Austria Lustenau erkämpft sich ein 1:1 gegen LASK Linz.

Lustenau Mit viel Glauben und Mut erkämpfte sich Austria Lustenau gegen die noch unbesiegten Linzer ein Remis. Lukas Fridrikas belohnte sich und seine Mannschaft mit dem späten Ausgleichstreffer (82.), die Führung für die Linzer erzielte Keita Nakamura (23.) in der ersten Halbzeit.

“Ich bin natürlich überglücklich über mein Tor und über den Punkt. Hätte man mir vor dem Match einen Punkt gegen den LASK angeboten, hätte ich sofort unterschrieben.”

Lukas Fridrikas, Austria Lustenau

Temporeiche erste Halbzeit

Der LASK, Österreichs aktuelle Nummer zwei, übernahm zwar von Start weg das Kommando, doch schnell war allen im Stadion klar: kampflos werde die Austria das Spiel nicht hergeben. Die Mannschaft von Cheftrainer Markus Mader, der mit Yadali Diaby einen Neuzugang in der Startelf brachte, zeigte von Beginn an das Spiel, das sie bislang in den sieben Runden in Österreichs Bundesliga auszeichnete. Mutig, frech und mit einem Plan im Kopf wollte man den Stahlstädtern beikommen. Die verzeichneten aber die ersten guten Möglichkeiten. Doch sowohl Peter Michorl als auch Robert Zulj fanden bei der Doppelchance ihren Meister in Austrias Kapitän Matthias Maak, der beider Schussversuche blockte (6.). Die Grün-Weißen kamen nach rund einer Viertelstunde zur ersten Möglichkeit, als Hakim Guenouche Diaby über links auf die Reise schickte, doch seinen Schuss aus spitzem Winkel parierte LASK-Tormann Alexander Schlager stark. Das Match bot viel Tempo und zwei Mannschaften, die ihr Heil in der Offensive suchten. Die Zuschauer kamen bereits in Halbzeit eins auf ihre Kosten. Wobei das 0:1 durch Keito Nakamura (23.) nicht besonders schmeckte. Der Japaner stand nach Stanglpass von Thomas Goiginger goldrichtig und drückte den Ball über die Linie. Bereits das siebte Mal, dass die Lustenauer den ersten Verlusttreffer hinnehmen mussten. Doch man schüttelte sich nur kurz und kam durch einen Kopfball von Anderson (29.) nach Flanke des stark spielenden Fabian Gmeiner zur nächsten Chance.

Anderson lieferte gegen den LASAK eine starke Leistung.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Anderson lieferte gegen den LASAK eine starke Leistung.gepa

Fehlentscheidung

Große Aufregung dann in der 30. Minute. Nach einem langen Ball hielt der Linzer Verteidiger Filip Stojkovic den durchbrechenden Bryan Teixeira zurück. Schiedsrichter Andreas Heiss zückte aber nur die gelbe Karte, obwohl Strojkovic letzter Mann der Linzer war. Eine klare Fehlentscheidung, Stojkovic hätte mit roter Karte vom Platz gemusst. Beim darauffolgenden Freistoß durch Lukas Fridrikas hatte Linz-Rückhalt Schlager alle Hände bzw. Fäuste zu tun, um den Ausgleich zu verhindern. Der lag kurz vor Pausenpfiff nochmals in der Luft, doch Teixeira scheiterte aus spitzem Winkel am Tormann.

Bryan Teixeira war ein großer Unruheherd in der Verteidigung der Linzer.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Bryan Teixeira war ein großer Unruheherd in der Verteidigung der Linzer.gepa

In die Defensive gezwungen

Zur zweiten Halbzeit änderte Lustenaus Cheftrainer Markus Mader die Anordnung im Offensivspiel seiner Mannschaft. Diaby als Spitze, Fridrikas dahinter und Teixiera kam über seine gelibte linke Seite. Doch die erste gute Möglichkeit ergab sich für den Linzer Innenverteidiger Philipp Ziereis (49.) nach einem Corner. Sein Kopfball verfehlte das Ziel nur knapp. Gleichzeitig ein Zeichen der Gäste aus Linz, die fortan mehr Druck ausübten und das Heft des Handelns klar in die Hand nahmen. Die Austria war zu enorm viel Defensivarbeit gezwungen, sah das gegenrische Gehäuse lange Zeit nur aus der Ferne.

“Arbeitsverweigerung. Das war Arbeitsverweigerung meiner Mannschaft.”

Dietmar Kühbauer
Dietmar Kühbauer war nach Spielende mit der Leistung des Schiedsrichters, aber auch mit der seiner Mannschaft überhaupt nicht einverstanden.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Dietmar Kühbauer war nach Spielende mit der Leistung des Schiedsrichters, aber auch mit der seiner Mannschaft überhaupt nicht einverstanden.gepa

Mit viel Glauben zum Punkt

Erst als Mader mit Yukliwes Bellache und Henri Koudossou zwei weitere Neuzugänge ins Spiel brachte, keimte noch etwas Hoffung auf. Auch weil der LASK plötzlich die Zügel locker ließ. Die Austria witterte die nächste Sensation, die dann in Person von Fridrikas (82.) auch folgen sollte. Nach einer wunderbaren Kombination über die rechte Seite über Anderson fand der Pass von Teixeira genau Austrias Stürmer, der den Ball via Stange zum Ausgleich ins Tor bugsierte. Die Nordtribüne brodelte, eine Minute gleich noch ein Stück mehr, denn der Linzer Stojkovic sah wegen Kritik die gelb-rote Karte. Genau wie Gäste-Coach Dietmar Kühbauer, der nach Spielende Richtung Schiedsrichterkabine stürmte und seinem Unmut Luft machte. Zu dem Spiel seiner Mannschaft, die weiter ungeschlagen ist, fand er nur harte Worte: “Das war eine Arbeistverweigerung meiner Mannschaft. Arbeitsverweigerung.” Sein Pendant auf Lustenauer Seite konnte mit dem Punkt naturgemäß gut leben.

Fussball, Admiral Bundesliga, 8. Spieltag

Austria Lustenau – LASK Linz 1:1 (0:1)

Lustenau, Reichshofstadion, 4277 Zuschauer (ausverkauft), SR Heiss

Torfolge: 23. 0:1 Nakamura, 82. 1:1 Fridrikas

Gelbe Karten: Stojkovic, Goiginger, Jovicic (alle LASK)

Gelb-rote Karte: Stojkovic (Kritik)

Austria Lustenau (4-2-3-1): Schierl; Gmeiner (80. Schmid), Maak, Hugonet, Guenouche; Grabher, Türkmen (67. Koudossou); Anderson, Teixeira (88.Berger), Diaby (67. Bellache); Fridrikas (88. Adriel)

LASK (4-2-3-1): Schlager; Stojkovic, Ziereis, Luckeneder, Renner; Jovicic, Michorl; Goiginger (77. Flecker), Zulj (67. Horvath), Nakamura (87. Potzmann); Koulouris (67. Balic)