Bullen vermasseln Potters Debüt

Sport / 14.09.2022 • 23:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Salzburgs Verteidiger Bernardo (links) gegen den Maskenmann von Chelsea, Pierre-Emerick Aubameyang.afp
Salzburgs Verteidiger Bernardo (links) gegen den Maskenmann von Chelsea, Pierre-Emerick Aubameyang.afp

1:1 bei Chelsea – Salzburg mit der nächsten Gala in der Champions League.

London Die Reise nach London hat sich für Salzburg ausgezahlt. Österreichs Serienmeister entführte gegen Chelsea im zweiten Champions-League-Auftritt der Saison einen Punkt (1:1) aus der Stamford Bridge. Raheem Sterling brachte den Bewerbssieger von 2021 in der 48. Minute voran, Noah Okafor gelang in der 75. Minute aber der Ausgleich für die Bullen. Schon gegen Italiens Meister hatte es zum Auftakt ein 1:1 in Wals-Siezenheim gegeben.

Die Elf von Trainer Matthias Jaissle durfte nach einem kräfteraubenden Auftritt jubeln, nachdem der Abend mit einem kleinen Rückschlag begonnen hatte. War es gegen Milan Maximilian Wöber, verletzte sich in London Fernando beim Aufwärmen am Oberschenkel. Für den Brasilianer rückte Benjamin Sesko in die Startformation. In dieser begann auch Luka Sucic, der aufgrund von Leistenproblemen fraglich war. Jaissle tappte nach dem Aus von seinem Landsmann Thomas Tuchel auch ein wenig im Dunklen. Für Chelsea war es die erste Partie unter Nachfolger Graham Potter. Der 47-Jährige sah in Salzburg eine erste „Challenge“. Seine Elf ging diese forsch an.

Schweigeminute

Nach einer Schweigeminute für die verstorbene Queen Elizabeth II. übernahm Chelsea vor dem Augen von Englands Nationaltrainer Gareth Southgate mit viel Wucht nach vorne das Kommando. Die ohne die weiter verletzten Wöber und Oumar Solet eingelaufenen Salzburger fanden sich rasch im Verteidigungsmodus wieder, ließen aber vorerst keinen Torschuss zu. Wie es klappen könnte, zeigte Okafor. Der Schweizer hatte bei einem Konter Raum vor sich, Chelseas Keeper Kepa Arrizabalaga musste weit vor seinem Gehäuse klären. In Pressing-Situationen kamen die Gäste überhaupt nicht.

Salzburg blieb bemüht, Chelsea ließ aber nicht locker. Okafor probierte es per Kopf (73.), stellte Torhüter Kepa damit vorerst vor kein Problem. Der Schweizer durfte kurz darauf aber zum Torjubel ansetzen. Denn Gourna-Douath trieb den Ball nach vorne und fand Adamu, der Cesar Azpilicueta abschüttelte. Seine Hereingabe lenkte Okafor ins Tor.

Gerüchte um Christoph Freund

Im Vorfeld der Partie war bekannt geworden, dass Salzburg-Sportdirektor Christoph Freund das Interesse von Chelsea auf sich gezogen haben soll. Die Gerüchte über einen Abgang des 45-jährigen Salzburgers tauchten ausgerechnet einen Tag vor dem direkten Duell der beiden Teams in der Champions-League auf. Der „Telegraph“ und Transfer-Insider Fabrizio Romano verwiesen auf „hochrangige Quellen“ beim englischen Topclub, wonach es Gespräche mit einigen Kandidaten – darunter auch Freund – gegeben haben soll.

Salzburgs lange Liste an Entdeckungen – mittlerweile kicken beziehungsweise kickten etwa Erling Haaland, Sadio Mané, Naby Keita, Brenden Aaronson und Patson Daka auf der Insel – ist Chelsea nicht verborgen geblieben. Freund verkörpert den Salzburger Erfolgsweg wie niemand sonst. Er werkt seit 2006 in verschiedenen Positionen im Club, seit 2015 als Sportdirektor. Sein Vertrag läuft bis Ende Juni 2026.