Altach von Klagenfurt in alle Einzelteile zerlegt

Sport / 17.09.2022 • 18:58 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Altach am Boden. Gegen Klagenfurt kassierten Odehnal und Co. die sechste Saisonniederlage. <span class="copyright">gepa</span>
Altach am Boden. Gegen Klagenfurt kassierten Odehnal und Co. die sechste Saisonniederlage. gepa

Für den Cashpoint SCR Altach wird die Lage immer prekärer. Die Schützlinge von Miroslav Klose verloren nach einer schwachen Leistung gegen Austria Klagenfurt mit 1:4. Damit bleibt man gegen die Kärntner weiter ohne Punktgewinn und zudem Schlusslicht in der Tabelle.

Altach Altachs Spieler kamen mit Überziehleiberl und der Aufschrift – “comeback stronger dom” auf das Feld. Auch beim Führungstreffer von Alexis Tibidi (39.) wurde der am Kreuzband und Meniskus operierte Dominik Reiter im Mittelpunkt. Tibidi feierte seinen zweiten Saisontreffer mit dem Trikot mit der Nummer zehn von Reiter. Kämpfen für den Mitspieler war die Devise der Mannschaft, die gegen Austria Klagenfurt begann. Das allein war jedoch zu wenig, verlor man auch das dritte Aufeinandertreffen mit 1:4. Im Stadion herrschte danach betretende Stille, während von der Fantribüne “Wir haben die Schnauze voll” zu hören war. In dieser Form ist man erster Abstiegskandidat. Kein Wunder, dass viele Zuschauer das Stadion schon vor dem Schlusspfiff verließen und die Verbliebenen die Spieler mit Pfiffen verabschiedeten.

Alexis Tibidi feiert seinen Treffer mit dem Trikot von Dominik Reiter, der verletzungsbedingt Monate ausfallen wird. <span class="copyright">gepa</span>
Alexis Tibidi feiert seinen Treffer mit dem Trikot von Dominik Reiter, der verletzungsbedingt Monate ausfallen wird. gepa

Admiral Bundesliga

9. Spieltag

Cashpoint SCR Altach vs SK Austria Klagenfurt 1:4 (1:1)

Altach, Cashpoint Arena, 3458 Zuschauer, SR Julian Weinberger (W)
Torfolge: 37. 1:0 Tibidi, 45. 1:1 Pink (Kopfball), 51. 1:2 Pink (Kopfball), 78. 1:3 Pink, 90./+ 4 1:4 Bonnah

Gelbe Karten: 58. Thurnwald, 73. Pape Alioune (beide Altach), 75. Nicolas Wimmer (Klagenfurt/alle Foulspiel)

Cashpoint SCR Altach (3-5-2) Odehnal – Aigner (46. Thurnwald), Lukas Gugganig (74. Forson), Zwischenbrugger, Edokpolor, Schreiner (50. Pape Alioune) – Jäger, Jurcec (61. Bukta), Nimaga,- Bischof, Tibidi (61. Nuhiu)

SK Austria Klagenfurt (4-3-3) Menzel – Wernitznig, Mahrer, Nicolas Wimmer, Moreira – Irving (88. Djoric), Gkezos, Cvetko – Karweina (69. Bonnah), Pink (90./+ 2 Arweiler), Rieder (69. Jaritz)

Noah Bischof feierte gegen die Kärntner sein Startelf-Debüt. Der 19-Jährige bildete zusammen mit Tibidi das Sturmduo, dahinter hatte Trainer Miroslav Klose eine sehr variable 5-3-Formation aufgeboten. Diese hatte genügend Arbeit, denn es waren die Gäste, die das Spiel von Beginn an dominierten, ohne dabei aber wirklich gefährlich zu werden. Andererseits vermochte Altach dem Spiel keine Akzente zu geben. Jäger und Co. verrichteten viel Laufarbeit, überwiegend defensiv. Vor allem in spielerischer Hinsicht blieben die Altacher erneut viel schuldig. Jan Jurcec, zuletzt als Außenbahnspieler mit starken Momenten, wirkte als zentraler Spieler überfordert. Dennoch sorgte der Kroate für die erste gefährliche Szene des Spiels, als er nach einem schnellen Angriff den Ball ins Außennetz setzte (7.). Danach blieben die beiden Strafräume ereignislose Räume, die Spielszenen bzw. Zweikämpfe spielten sich zumeist im Mittelfeld ab. Bis zur Anfangs erwähnten 39. Minute, als Nosa Edokpolor den Ball lang auf Tibidi spielte und der SCRA-Angreifer vom Ausrutscher von Nicolas Wimmer profitierte. Diesen Moment nutzte er zum Führungstreffer kurz vor der Halbzeit. Es sollte aber nicht zur Pausenführung reichen, weil man in der Folge zu sorglos agierte. Und so kamen die Kärntner nach einem schönen Konter über Florian Rieder zum Ausgleich. Zwar parierte SCRA-Goalie Jakob Odehnal noch dessen Schuss, doch Klagenfurt blieb am Ball und Markus Pink setzte den folgenden Flankenball per Kopf ins Netz (45.).

Nosa Edokpolor gegen den Kärntner Sinan Karweina. <span class="copyright">gepa</span>
Nosa Edokpolor gegen den Kärntner Sinan Karweina. gepa
Bakary Nimaga im Zweikampf mit Nicolas Wimmer. <span class="copyright">gepa</span>
Bakary Nimaga im Zweikampf mit Nicolas Wimmer. gepa

Schockmomente

Zur Pause nahm Klose den gegen Rieder überforderten Sebastian Aigner vom Feld und brachte Manuel Thurnwald. Doch die Szenen gehörten klar Gästen, erst recht als Emanuel Schreiner verletzt vom Platz musste. Der 33-Jährige griff sich an den rechten hinteren Oberschenkel und ging dann zu Boden. Für Schreiner kam Pape Alouine ins Spiel, doch die Ordnung in der Defensive war dahin. Dies nutzte Pink für seinen zweiten Treffer, als er sich bei einem herrlichen Flankenball von seinem Gegenspieler löste und per Kopf auf 2:1 für Klagenfurt stellte (51.). Zwei Schockmomente, von denen sich die Altacher nicht mehr erholten. Die Gäste dominierten nun klar, erspielten sich Chance um Chance, allein der Zwischenstand – 1:2 – hielt die Rheindörfler noch im Spiel.

Schiedsrichter Julian Weinberger lag mit seinen Entscheidungen nicht immer richtig. <span class="copyright">gepa</span>
Schiedsrichter Julian Weinberger lag mit seinen Entscheidungen nicht immer richtig. gepa

Und der schwache Schiedsrichter Julian Weinberger sorgte in weiterer Folge für Unmut unter den SCRA-Fans. Weil er dem kurz zuvor eingewechselten Manuel Thurnwald schnell die Gelbe Karte zeige (58.) und dann ein Vergehen von Pape Alioune mit Rot bewertete (72.). Erst als der VAR einschritt und sich Weinberger auf Gelb korrigierte, wurde es wieder ruhiger auf den Rängen. Nicht zuletzt, weil Markus Pink seinen Dreierpack schnürte, als er nach einem Einwurf und Kopfballverlängerung von Wimmer den Ball zum 3:1 unter die Querlatte donnerte (78.). Wenig später stand erneut die Querlatte im Mittelpunkt als nach einer Thurnwald-Flanke der Kopfball von Edokpolor von der Querlatte zurücksprang und Atdhe Nuhiu den Abpraller in die Hände von Gäste-Keeper Philipp Menzel köpfelte (80.). Danach war Funkstille, sowohl auf dem Rasen als auch auf den Rängen. Die SCRA-Fans taten erst noch ihren Unmut kund und viele verließen noch vor dem Abpfiff das Stadion. Sie verpassten noch den vierten Treffer der Klagenfurter, den Bonnah in der Nachspielzeit erzielte. Der harte Kern der Anhänger suchte das Gespräch mit den Spielern, die sich vor der Fantribüne aufstellten. Auf die Mannschaft warten nun schwere Wochen, wenn es nach der Länderspielpause weitergeht.

Der Matchwinner der Partie in Altach: Klagenfurts Dreifachtorschütze Markus Pink. <span class="copyright">gepa</span>
Der Matchwinner der Partie in Altach: Klagenfurts Dreifachtorschütze Markus Pink. gepa
Lukas Jäger (links) gegen Christopher Cvetko. <span class="copyright">gepa</span>
Lukas Jäger (links) gegen Christopher Cvetko. gepa

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.