Das ist Altachs Mann für alle Fälle

Sport / 17.09.2022 • 14:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
19 Trainer in 14 Profijahren – Emanuel Schreiner hat sich stets durchgesetzt. Auch unter Miroslav Klose hat sich der Linksfuß wieder seinen Platz in der Mannschaft erarbeitet. <span class="copyright">gepa</span>
19 Trainer in 14 Profijahren – Emanuel Schreiner hat sich stets durchgesetzt. Auch unter Miroslav Klose hat sich der Linksfuß wieder seinen Platz in der Mannschaft erarbeitet. gepa

Gegen Austria Klagenfurt bestreitet Emanuel Schreiner sein 343. Pflichtspiel. Die Partie in der Cashpoint Arena beginnt am Samstag um 17 Uhr

Altach Wenn er an den Heimgegner aus Klagenfurt denkt, dann bekommt nicht nur Emanuel Schreiner einen „dicken Hals“. Denn gegen die Kärntner fehlt dem Altacher Routinier nicht nur ein Erfolgserlebnis in Form von Punkten, gegen die Aufsteiger der Vorsaison fehlt zudem noch ein Torerfolg. Das müsse sich, so der inzwischen dienstälteste SCRA-Spieler, ändern. „Wenn der Ball nicht mehr vom Pfosten zurück dem Tormann in die Arme fällt, dann ist das Spielglück wieder auf unserer Seite“, ist der 33-Jährige überzeugt. Wie auch von der Qualität der aktuellen Mannschaft. Allein diese auf den Platz zu bringen, sei die aktuelle Challenge.

„Wir haben schon mehrmals bewiesen, welche Mentalität in der Mannschaft steckt.“

Emanuel Schreiner kontert oftmals geäußerte Vorwürfe


Es war im EM-Jahr 2008 als der Name Emanuel Schreiner erstmals auf dem Spielberichtbogen einer Bundesligapartie zu lesen war. Am 12. Juli debütierte der damals 19-Jährige für den LASK, dessen Sturmformation so klingende Namen wie Ivica Vastic und Christian Mayrleb bildeten. Das Schicksal wollte es, dass es gegen seinen heutigen Arbeitgeber Altach ging. Mit 3:1 siegten die Linzer – und Schreiner gelang gleich in seinem ersten Spiel eine Torvorlage. 14 Jahre später steht er vor seinem 343. Pflichtspiel als Profi und vor seinem 255. Spiel für den Cashpoint SCR Altach. Das Rheindorf ist längst zu seiner zweiten Heimat geworden, auch weil seine Kinder im Ländle geboren wurden. Dass sich der Routinier viele Gedanken über die Tal- und Bergfahrten ist selbstredend, einen wirklichen Grund dafür findet er nicht. „Warum wir seit der Ligareform (Anm. d. Red.: 2018/19) im Grunddurchgang nicht mehr performen? Ich weiß es schlichtweg nicht.“ Falsch sei jedoch, die immer wieder geäußerte Meinung, die Mannschaft habe keine Mentalität. „Wir haben die Eier. In den Finaldurchgängen haben wir gezeigt, dass wir mit Druck umgehen können.“ Und diese Saison? „Wir können um den Strich mitspielen. Wir sind eine gute Mannschaft.“ Seine Worte klingen wie eine Aufforderung, es jetzt allen zu beweisen.
Er selbst hat über viele Jahre bewiesen, dass er ein wichtiger Teil einer Mannschaft sein kann. Das weiß auch sein Coach Miroslav Klose, immerhin schon der 19. (!) Trainer seiner Profikarriere. Mit deren Ende – sein Vertrag läuft im Juni 2023 aus – er sich gedanklich schon mal auseinandergesetzt hat. „Es gibt Überlegungen, in welche Richtung es gehen kann“, sagt er. Eine wichtige Rolle spiele da die Familie. Und wie denkt er über eine weitere Saison? „Wenn es gut läuft“, lässt er sich alle Optionen offen.

Basis bleibt eine gute Defensive

Das gute Gefühl, erstmals zu Null gespielt zu haben, soll die Basis für den nächsten Schritt beim Cashpoint SCR Altach sein. Trainer Miroslav Klose spricht diesbezüglich im Vorfeld der Klagenfurt-Partie von einer „weiteren guten Trainingswoche“. Das Resultat dessen sollen die Fans am Spielfeld zu sehen bekommen. Am Einsatz, so das Versprechen des 44-Jährigen, werde es nicht scheitern. Was das System betrifft, so hält er am Fünferblock in der Defensive fest, auch weil man so der Klagenfurter Stärke über die Außenbahnen besser begegnen könne.

Admiral Bundesliga

9. Spieltag

Cashpoint SCR Altach vs SK Austria Klagenfurt 17. September

Cashpoint Arena, 17 Uhr, SR Julian Weinberger (W)

Mögliche Aufstellungen

CASHPOINT SCR ALTACH

AUFSTELLUNG (3-5-2) Odehnal – Lukas Gugganig, Zwischenbrugger, Edokpolor – Thurnwald, Jäger, Forson, Nimaga, Schreiner – Jurcec, Tibidi

ERSATZ Casali – Mischitz, Yabantas, Nuhiu, Bukta, Bischof, Abdijamovic

ES FEHLEN Strauss, Dahan, Tartarotti, Reiter

SK AUSTRIA KLAGENFURT

AUFSTELLUNG (4-3-3) Menzel – Wernitznig, Mahrer, Nicolas Wimmer, Moreira – Cvetko, Gkezos, Irving – Karweina, Pink, Rieder

ERSATZ Knaller – Blauensteiner, Owusu, Schumacher, Djoric, Arweiler, Benatelli

FRAGLICH Straudi, Miesenböck (beide Trainingsrückstand)

Kann ganz schön emotional werden, Klagenfurts Coach Peter Pacult. <span class="copyright">gepa</span>
Kann ganz schön emotional werden, Klagenfurts Coach Peter Pacult. gepa

“So annehmen, wie es ist”

Dornbirn (Admira), Bregenz (SW), Altach und wieder Dornbirn (FCD/ÖFB-Cup) – in vier Monaten gleich vier Mal ins Ländle. Die Reiseplanung für das Team von Cheftrainer Peter Pacult ist dementsprechend eine leichte. „Schon sehr außergewöhnlich“, schmunzelt der 62-jährige Trainerroutinier vor der Partie in Altach. „Egal, wir müssen es annehmen, so wie es ist.“
Weniger glücklich war Pacult nach dem letzten Spiel (0:2 gegen SK Sturm), weshalb man diese Trainingswoche auch dazu nutzte, Fehler „schonungslos anzusprechen“. Zu zögerlich sei man gewesen, zu passiv aufgetreten. Nichts wissen will Pacult deshalb von einer Favoritenrolle, ob der bisherigen Spiele (4:0, 2:0) beider Mannschaften gegeneinander. Altach habe zwar nach dem guten Start einen Hänger, aber „wir müssen auf uns schauen und unsere Leistung bringen“. Deshalb will er auch nichts von einem „Lieblingsgegner Altach“ wissen.