Cem Türkmen: Jetzt ruft das türkische Nationalteam

Sport / 18.09.2022 • 09:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Kommunikation im Mittelfeld laufe dank hohem Vertrauen zueinander gut, betont Türkmen. <span class="copyright">VN/RHOMBERG</span>
Die Kommunikation im Mittelfeld laufe dank hohem Vertrauen zueinander gut, betont Türkmen. VN/RHOMBERG

Austria Lustenaus Cem Türkmen sieht seine Einberufung in die türkische U-21-Auswahl als “nächsten Schritt”. Für Lustenau ist der nächste Schritt in der Bundesliga das Auswärtsspiel bei Sturm Graz am Sonntag.

Lustenau Der Verein habe sich sehr gefreut, als sich einer der Leihspieler des französischen Erstligisten Clermont Foot, Cem Türkmen, dazu entschloss, noch ein weiteres Jahr bei der Lustenauer Austria anzuhängen, betont Trainer Markus Mader und charakterisiert seinen Schützling gleich: „Der Cem war ein junger Spieler, als er zu uns gekommen ist, mit jugendlichem fußballerischen Denken.“ Dann habe er sich aber „sehr gut“ entwickelt: „Von einem Jugendfußballer zu einem Erwachsenenfußballer. Er hatte im Zentralen Mittelfeld eine große Konkurrenz, weil das sehr gut funktioniert hat, weil wir auf dieser Position immer erfolgreich waren.“ Auch körperlich sei Cem Türkmen diese Entwicklung anzusehen, betont Mader.

Türkei oder Deutschland?

Auch mit seinen fußballerischen Qualitäten hilft der 20-Jährige seit mehr als einem Jahr in Lustenau, zunächst mit 26 Partien in der 2. Liga und nach dem Aufstieg bei bisher jedem Bundesliga-Auftritt der Grün-Weißen. Und die Leistungen des Mittelfeldmotors bescherten ihm nun eine Einberufung in die türkische U-21-Nationalmannschaft. Er könnte bei einem Testspiel gegen Georgien auflaufen, für die U-17-Auswahl hatte der Doppelstaatsbürger bereits für eine Halbzeit im Februar 2019 gespielt.

Damit habe sich der türkisch-deutsche Kicker aber „noch nicht“ für einen Verband entschieden: „Türkei oder Deutschland wäre mir persönlich egal. Beides ist top.“ Nun ist es zumindest vorerst die Türkei geworden, auch weil ihn der Deutsche Fußball-Bund nicht einberufen hatte. Ein Kontakt zu den Verantwortlichen habe es aber gegeben und: „Bis zum ersten Pflichtspiel habe ich noch etwas Zeit.“ Erst dann wird eine Entscheidung fällig.

Vorarlberg als Kulturschock?

Dennoch sieht Cem Türkmen den Gang in die U-21 als „nächsten Schritt“, verweist kurz darauf aber, wie ein professioneller Erwachsenenfußballer eben, auf das Auswärtsspiel bei Sturm Graz mit Lustenau am Sonntag. Mit einer Mannschaft, in die er zunächst hineinwachsen musste, aus einer Region, an deren kulturellen Eigenheiten er sich zunächst gewöhnen musste: „Es war für mich nicht einfach, wenn ich meine ganze Kindheit in Leverkusen war und plötzlich in ein neues Team, in eine neue Kultur, in ein neues Land wechsle.“ Weil die Qualität im Kader der Austria bereits relativ hoch gewesen sei, habe er Schwierigkeiten gehabt, sich durchzusetzen: „Das Vertrauen hat sich nach vielen Gesprächen ins Positive verändert. Dass wir in der 2. Liga oben mitgespielt haben, war da sicher auch hilfreich.“ Und hilfreich sei das beschauliche Vorarlberg für die Konzentration: „Hier wird man nicht viel abgelenkt.“

Fußball

Admira Bundesliga, 9. Spieltag

SK Sturm Graz – SC Austria Lustenau Sonntag

Graz, Merkur-Arena, 14.30 Uhr, SR Hameter (NÖ), Live auf Sky Sport Austria

Mit “Stau” im Kader gegen Sturm Graz

Markus Mader hat für Sonntag (14.30 Uhr) jedenfalls die Qual der Wahl. Noch habe er sich noch nicht entschieden, wer heute, Samstag, im Bus Richtung Steiermark sitzen kann und, vor allem, wem er für das Auswärtsspiel bei Sturm Graz das Vertrauen gibt. Das betont er gleich zu Beginn der Pressekonferenz vor dem Duell gegen den Vizemeister: „Kadertechnisch schaut es so aus, dass wir 24 Spieler haben, die einsatzbereit sind – der komplette Kader steht zur Verfügung.“ Das mache es für den Trainer extrem schwer, „weil ich jetzt Entscheidungen treffen muss, die für viele Spieler enttäuschend sein werden.“ Das helfe aber, einen interen Konkurrenzkampf zu beleben: „Das ist Profifußball.“

Wie Profifußballer erwarte er auch die Gegner: „Das ist eine Top-Mannschaft, sie machen extremes Pressing. Sie sind Vizemeister und Europacup-Teilnehmer und haben einen routinierten Kader.“ Auch aus diesen Gründen erwarte sich Markus Mader nicht, dass die hohe Niederlage der Grazer im Europacup am Donnerstag (0:6 bei Feyenoord Rotterdam), eine Auswirkung auf die Bundesliga-Partie haben wird: Das sind zwei völlig verschiedene Spiele. Wir können uns nicht mit Feyenoord vergleichen. Die Rollenverteilung war anders, da war Graz klarer Außenseiter. Am Sonntag ist das eher umgekehert“, erklärte er. Auch weil Sturm gegen Lustenau in der Bundesliga noch ungeschlagen ist: Die Steirer gewannen nach einem Remis am 26. Juli 1997 alle elf weiteren Begegnungen. Ob das so bleibt, wird sich zeigen.

Teamnews

SK Sturm Graz, Aufstellung (4-4-2): Siebenhandl – Gazibegovic, Wüthrich, Borkovic, Dante – Hierländer, Gorenc-Stankovic, Tomi Horvat, Prass – Sarkaria, Böving

SK Sturm Graz, es fehlen: Emegha (Schulter), Jantscher (Wade), Ajeti (Muskelverletzung)

SC Austria Lustenau, Aufstellung (4-2-3-1): Schierl – Gmeiner, Maak, Hugonet, Guenouche – Grabher, Türkmen – Anderson, Surdanovic, Teixeira – Fridrikas