„DTM hat sich super entwickelt“

Sport / 20.09.2022 • 22:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Gerhard Berger lobt vor dem Spielberg-Rennen sein Projekt.

Spielberg Die DTM biegt an diesem Wochenende auf dem Red Bull Ring in Spielberg auf die Zielgerade. Spannung ist garantiert, gab es doch bisher in der Saison zehn verschiedene Sieger und fünf verschiedene Marken, die Rennen gewonnen haben. „Ich glaube man kann sagen, es ist die härteste, die beste GT-Meisterschaft, die es weltweit gibt“, schwärmte DTM-Boss Gerhard Berger. Nachdem der 63-Jährige die Serie sportlich saniert hat, will er auch ein florierendes Business daraus machen.

Zum Glück gezwungen

„Die DTM hat sich super entwickelt. Manchmal muss man zu seinem Glück ein bisschen gezwungen werden. Wir haben mit unserem Reglement die Türen für viele verschiedene Marken geöffnet. Das ist genau das, was sich der Fan seit vielen Jahren gewünscht hat und jetzt bekommt“, erklärte Berger der Austria Presseagentur. Mercedes, Audi, BMW, Porsche und Ferrari haben sich schon in die Siegerliste eingetragen – fehlt nur noch Lamborghini. „Aber ein Lamborghini hat die Meisterschaft bis vor Kurzem angeführt“, verwies er auf den in Wien aufgewachsenen Mirko Bortolotti.

„Wir haben als Österreicher in dieser Saison fünf Fahrer dabei, von denen drei für die Meisterschaft eine gute Rolle spielen“, sagte Berger. Neben seinem Neffen Lucas Auer, der in der Gesamtwertung 32 Punkte hinter dem Südafrikaner Sheldon Van der Linde Zweiter ist, hat auch Thomas Preining einen Tagessieg geholt. „Man hat gesehen, dass er talentiert ist, aber am Anfang waren halt immer Fehler dabei. In der Zwischenzeit hat er die aussortiert und immer mehr Selbstvertrauen gewonnen“, urteilte Berger über den Porsche-Werksfahrer, der auf dem Norisring triumphiert hatte.

Mercedes-Pilot Auer war beim Saisonauftakt in Portimao Erster gewesen und hat seitdem kontinuierlich Punkte gehamstert. Seine Chance lebt, steht für Berger fest. „So groß ist der Abstand eigentlich nicht, es ist nur ein Ausfall. Und gerade im Herbst gibt es oft einmal ein Regenrennen“, meinte er. „Egal ob Luggi, Rene Rast, Bortolotti – alle sind so eng beisammen, dass man nicht sagen kann, wer wirklich die Nase vorne haben wird. Natürlich hat Van der Linde die besten Chancen, aber das kann sich ganz schnell ändern.“

Kein Selbstläufer

Zu Bergers Leidwesen entwickeln sich die Bilanzen nicht ganz im Gleichschritt mit dem sportlichen Betrieb. „Wirtschaftlich ist die DTM nach wie vor kein Selbstläufer. Aber das Interesse steigt wieder, weil die Rennen so gut sind“, sagte der Ex-Grand-Prix-Pilot, dessen fünfjähriger Sohn selbst schon Kart fährt. Im Motorsport boomt zwar die Formel 1 im Moment, das komme jedoch „in erster Linie aus Amerika, dort hat wiederum Netflix den Ausschlag gegeben“. Alle anderen Serien hätten Schwierigkeiten, weil einerseits die Pandemie-Jahre noch nachhängen, andererseits Inflation und explodierende Energiepreise spürbar sind. Zudem ist die Konkurrenz an Angeboten für sportliche interessierte Konsumenten enorm. „Es ist jeden Tag Knochenarbeit.“

Dazu kommt das kostspielige Projekt DTM Electric: Berger und sein Team wollen Rennen mit 1000 PS starken Vollstrom-Fahrzeugen initiieren, im nächsten Jahr soll der Prototyp fertig sein. „Es ist nicht die Technik, die uns bremst, sondern eher die Refinanzierung“, sagte der Tiroler, der noch Partner dafür sucht. „Um diese Themen alle gleichzeitig zu meistern, muss man überall investieren, und da ist ein strategischer Investor immer interessant.“

„Man kann sagen, die DTM ist die beste GT-Meisterschaft, die es weltweit gibt.“