Ein Fehler kann den Titel kosten

Sport / 22.09.2022 • 19:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
René Rast möchte bei den verbleibenden Rennen in Spielberg und am Hockenheimring ein Wörtchen bei der Vergabe des DTM-Titels mitreden. gepa
René Rast möchte bei den verbleibenden Rennen in Spielberg und am Hockenheimring ein Wörtchen bei der Vergabe des DTM-Titels mitreden. gepa

René Rast im Vierkampf um seine vierte DTM-Meisterschaft.

Spielberg „Am liebsten im letzten Rennen in der letzten Runde.“ Das sagte Mercedes-Routinier Lucas Auer auf die Frage, wann die Entscheidung in der zweiten Saison der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) mit den GT3-Autos fallen werde. Der Tiroler ist einer von drei noch aussichtsreichen Verfolgern des dreifachen Saisonsiegers Sheldon van der Linde (RSA/BMW/130 Punkte). Neben Auer (98) gehören auch der Bregenzer René Rast (Audi/96) und der Wiener Mirko Bortolotti (Lamborghini/94). Doch für alle drei gilt: Der kleinste Fehler und Punkteverlust kann schon bei der vorletzten Station am Wochenende auf dem Red Bull Ring das Ende der Hoffnungen bedeuten. Bei Auer, Rast und Bortolotti lebt auch die Hoffnung, dass es den südafrikanischen Leader einmal mit einem „Nuller“ erwischt und die Entscheidung auf das Finale in Hockenheim (8./9. Oktober) vertagt wird.

Drei Plätze verloren

Wie für Lamborghini-Werksfahrer Bortolotti hat sich die Situation auch für Rast in der zweiten Saisonhälfte verschärft. Denn der 35-Jährige, der mit Saisonende seine langjährige Zusammenarbeit mit Audi beenden und BMW-Werksfahrer werden wird, erlebte zuletzt heftige Rückschläge: Nur 15 Zähler in Spa-Francorchamps, davor auf dem Nürburgring gar nur zwei, während van der Linde auf diesen zwei Strecken 50 Punkte anschrieb. Rast geht mit dem Handicap einer Strafversetzung ins Rennen. In Spa war dem 35-Jährigen eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe für ein Manöver gegen Nick Cassidy aufgebrummt worden, die wegen seines Reifenschadens nicht abgesessen wurde. Rast: „Wir haben für mehr Strafen plädiert. Die habe ich jetzt abbekommen.“ In Spielberg wird er als einer von fünf Fahrern um drei Plätze in der Startaufstellung zurückversetzt.

Für Rast wäre ein vierter DTM-Titel (nach 2017, 2018, 2020 mit den Class-1-Boliden) ein eindrucksvoller Abschied von Audi und dem Team Abt. Ob der aus Minden stammende Deutsche mit Wohnsitz Bregenz auch 2022 neben der Formel E-WM (mit McLaren-Nissan) auch für BMW in der DTM antreten oder im neuen Prototypen Langstrecke fahren wird, ist noch offen.

Lokalmatadore nehmen sich viel vor

In Spielberg haben sich neben Auer und Bortolotti, dessen Team Grasser wenige Kilometer vom Ring entfernt in Knittelfeld beheimatet ist, auch die weiteren Lokalmatadore Phillip Eng (Salzburg/BMW), Thomas Preining (Linz/Porsche) und Clemens Schmid (Rum/Lamborghini) viel vorgenommen. Dazu kommt, dass das von Red Bull unterstützte Team AF Corse mit Felipe Fraga (Bra) und Nick Cassidy (Nzl) in ihren Ferrari weitere Siege auf der „Heimstrecke“ anstrebt.

Und um das ohnehin starke österreichische Element in der von Gerhard Berger, den weiteren Tirolern Frederic Elsner und Florian Gietl sowie dem steirischen Techniker Michael Resl geführten DTM in Spielberg noch zu verstärken, wurde auch ein prominenter „Taxifahrer“ engagiert: Der Motorsport-affine Skistar Marcel Hirscher stellt sich mit einem Audi R8 zur Verfügung.

„Wir haben für mehr Strafen plädiert. Die habe ich jetzt abbekommen.“