ÖFB-Projekte in Gefahr

Sport / 22.09.2022 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Österreichs Nationalteam wird noch länger seine Länderspiele im baufälligen Ernst Happel-Stadion austragen müssen.gepa
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Bau des Trainingszentrums in Schwebe, Stadionneubau ad acta.

Paris, Wien Der ÖFB befindet sich beim größten Infrastrukturprojekt seiner Geschichte in Warteposition. Im Vorjahre fasste das Präsidium den Grundsatzbeschluss, in Wien-Aspern ein modernes Trainingszentrum samt neuer Geschäftsstelle zu errichten. Elf Monate später sind Energie- und Baumaterialienkosten explodiert, was die Finanzierung nicht einfacher macht.

Hoffen auf grünes Licht

ÖFB-Präsident Gerhard Milletich hält dennoch an dem Vorhaben fest und hofft auf baldiges grünes Licht. „Wir wollen in puncto Planung und Finanzierung bis Jahresende alles unter Dach und Fach haben und Mitte des nächsten Jahres zu bauen beginnen“, sagte der Burgenländer. Ursprünglich war man von Gesamtkosten von rund 60 Millionen Euro ausgegangen, die in etwa zu einem Drittel von Bund, Stadt Wien und ÖFB getragen worden wären. Dieser Rahmen ist durch die massiven Preisanstiege nicht mehr zu halten, daher benötigt der ÖFB mehr Unterstützung durch die öffentliche Hand. Sollte der Wille der Politik nicht vorhanden sein, wäre das Bauvorhaben gescheitert. „Aber ich bin optimistisch“, so Milletich.

Erschwerend kommt in diesem Zusammenhang hinzu, dass innerhalb des Präsidiums beim Thema Aspern keine Einigkeit besteht. Skepsis kommt vor allem von Herbert Hübel (Salzburg) und Josef Geisler (Tirol).

Gelassen reagiert VFV-Präsident Horst Lumper auf die nunmehr entbrannte Diskussion um einen möglichen Bau des ÖFB-Trainingszentrums in Wien-Aspern. Der 60-Jährige spricht von drei Angeboten, die nun von einer Bewertungskommission, der er auch angehört, unter die Lupe genommen werden. Von einer Entscheidung könne deshalb keine Rede sein. Dass ein Mehrheitsbeschluss vorliegt, das Projekt weiter zu verfolgen, stehe außer Frage. Dass dieser von einigen Vorstandsmitgliedern nicht respektiert wird, könne er deshalb nicht verstehen. Vielmehr gehe es jetzt darum, unter den Angeboten den Bestbieter zu finden. „Es gilt zu klären: Was kostet das Projekt? Kann sich der ÖFB eine Finanzierung leisten. Wie viel an Förderung gibt es? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, können wir mit einem Vorschlag ins Präsidium gehen. Gibt es dann keine Mehrheit, ist es auch gut. Dann müssen Alternativen geprüft werden. Aber zum jetzigen Zeitpunkt zu sagen, ich bin dagegen, bringt gar nichts.“

Deutlich geringer ist Milletichs Hoffnung, was die Errichtung einer neuen Arena anstelle des Happel-Stadions betrifft. „Im Moment hat die Stadt Wien andere Sorgen und an der jetzigen Situation wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern“, sagte Milletich.

„Es gilt zu klären: Was kostet das Projekt? Kann sich der ÖFB die Finanzierung leisten?.“