Vom Expresszug überrollt

Sport / 22.09.2022 • 23:06 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Patrick Pentz reaktionsschnell. Der ÖFB-Torhüter verhinderte nicht nur in dieser Szene gegen Antoine Griezmann eine höhere Niederlage.ap
Patrick Pentz reaktionsschnell. Der ÖFB-Torhüter verhinderte nicht nur in dieser Szene gegen Antoine Griezmann eine höhere Niederlage.ap

Frankreichs Tempofußballer um Mbappé ließen Österreich beim 2:0-Sieg keine Chance.

Paris Saint-Denis Eine weltmeisterliche Lehrstunde gab es für Österreich bei der 0:2-Niederlage gegen Frankreich. Gedanken- und handlungsschneller, waren die Franzosen an diesem Abend von Saint-Denis als eine Klasse für sich. Das Positive aus österreichischer Sicht war deshalb die in punkto Tore knappe Niederlage von 0:2.

Schon im Vorfeld hatte Teamchef Ralf Rangnick davon gesprochen, dass das Reservoir an Talenten in Frankreich riesig ist. Seine Mannschaft bekam das in Halbzeit eins deutlich zu spüren. Trotz vieler Ausfälle und der frühen Verletzung von Jules Koundé sahen sich Alaba und Co. einem Powerplay der Franzosen ausgesetzt. Tempofußball, gepaart mit perfektem Passspiel – es war Einbahnfußball par excellence. Allein im Abschluss fehlte dem Weltmeister vorerst ein Vollstrecker. Nur einmal zappelte der Ball im Netz, doch Kylian Mbappé befand sich nach 88 Sekunden im Abseits. Ansonsten hielt die Abwehr dem Druck der Franzosen, die das Spiel mal in die Breite und dann schnell in die Tiefe verlagerten, stand. Weil Abwehrchef David Alaba gut dirigierte und weil Torhüter Patrick Pentz glänzte.

Weltklasseabwehr

Es war in der 35. Minute, als der 25-jährige Frankreich-Legionär die Spieler der „equipe tricolore“ zur Verzweiflung brachte. Erst lenkte der Reims-Goalie einen sensationellen Fallrückzieher von Aurelien Tchouameni an die Querlatte und war in Sekundenschnelle wieder auf den Beinen und warf sich erfolgreich in den Abschluss von Antoine Griezmann (35.). Damit wurde Pentz zum Garant dafür, dass sich die Rangnick-Schützlinge für die zweite Halbzeit noch Chancen ausrechnen durften.

Das sollte in veränderter taktischer Ausrichtung (4-1-4-1) passieren. Auch personell gab es eine Veränderung, wenngleich unfreiwillig. Weil Andreas Weimann im Rasen hängengeblieben war, kam Dejan Ljubicic ins Spiel (48.). Von den Angreifern Karim Onisiwo und Marko Arnautovic war bis zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen. So ging auch unter, dass der 33-Jährige mit seinem 103. Länderspiel zu Rekordteamspieler Andreas Herzog aufschloss. Arnautovic, dessen Vertrag bei Bologna angeblich um 300.000 Euro jährlich aufgebessert wurde, blieb ohne Torabschluss. Nach 64 Minuten war für beide Stürmer dann auch der Arbeitstag beendet.

Weltklassetor

Dafür rollte auch in Halbzeit zwei Angriff um Angriff Richtung ÖFB-Tor. Ein Fehler von Marcel Sabitzer, den abprallenden Ball schickte Giroud direkt in die Tiefe auf Mbappé, leitete schließlich den Führungstreffer der Franzosen ein. Und es war PSG-Star, der die Fans im Stade de France in Exstase versetzte. Denn Mbappé schüttelte alle ab und ließ Pentz keine Abwehrchance (56.). Damit nicht genug, ließ der Druck der Franzosen nicht nach und Oivier Giroud, erst als Vorbereiter, durfte sich ebenfalls als Torschütze feiern lassen, als er sich gegen Lienhart erfolgreich zum Kopfball hochschraubte (65.). Es war der Schlusspunkt einer weltmeisterlichen Vorführung.

Einzelbenotung nach dem Schulnotensystem

Pentz (1) Weltklasseleistung, bei den Gegentreffern chancenlos.

Trimmel (4) Schwerer Stand, weil gegen die Antritte von Mbappé nur zweiter Sieger.

Lienhart (4) War nicht nur beim zweiten Gegentreffer nicht voll auf der Höhe.

Alaba (3) Anfangs Ruhepol, machte ihm die Wucht der Franzosen mehr und mehr zu schaffen.

Wöber (4) Wurde öfters überlaufen und nach vorne ohne Durchschlagskraft.

Xaver Schlager (3) Viel unterwegs, doch viele leere Kilometer.

Nicolas Seiwald (4) Wirkte überfordert.

Weimann (4) Wenige Aktionen, zumindest in der Offensive.

Sabitzer (4) Ihm gelang kaum etwas, zudem der Fehler zum 0:1.

Onisiwo (5) Versuchte viel, lief viel, doch es kam nichts dabei raus.

Arnautovic (5) Nie im Spiel, war vollkommen abgemeldet.

Gregoritsch (0) Zu kurz i Spiel.

Baumgartner (0) Zu kurz im Spiel.

Schmid (0) Zu kurz im Spiel.

Posch (0) Zu kurz im Spiel.