Banlieues oder Bannmeilen

Sport / 23.09.2022 • 05:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Banlieues oder Bannmeilen

Sie werden Banlieues (Bannmeilen) genannt, die Randzonen der Großstädte, die im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts entstanden sind. In Paris sind sie vor allem im Norden der Stadt angesiedelt. So auch das Département Seine-Saint-Denis. Just hier wurde im Jänner 1998 das größte Stadion Frankreichs, das Stade de France, eröffnet. Das mehr als 80.000 Fans fassende Oval wurde zum Symbol französischer Fußballkunst, Gewinn des WM-Titels bzw. EM-Finals (1998 bzw. 2016) inklusive. Die Geschichte des Stadions und seiner Umgebung ist jedoch nicht nur glanzvoll.
War Saint-Denis doch einer der Orte, in denen die Unruhen in Frankreich 2005, ausgelöst durch den Tod zweier Jugendlicher, massivsten Polizeieinsatz erforderten. Zehn Jahre später sprengten sich Attentäter, rund um die Terroranschläge auf das Bataclan-Theater, während des Freundschaftsspiels Frankreich vs Deutschland vor den Stadiontoren in die Luft, weil ihnen der Eintritt verwehrt worden war.
Seither wiederholt sich vor jedem Großereignis im Stade de France dieselbe Prozedur: Bereits um sieben Uhr morgens werden die Zufahrtsstraßen im Umkreis der Arena mit Feuerwehrschläuchen gesäubert und Sperrgitter aufgestellt. Ab Mittag wimmelt es von Polizei und Sicherheitspersonal. Um 14 Uhr wird Frankreichs Nationalstadion dann endgültig zur Sperrzone, wenn der Bombenentschärfungsdienst für gut eine Stunde am Zug ist. Erst wenn grünes Licht gegeben wird, weicht die Spannung und die Straßen werden freigegeben, wenn auch nur für Fußgänger. Das Fußballfest kann beginnen.