Evenepoel auf den Spuren von Merckx

Sport / 25.09.2022 • 20:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vier Jahre nach Junioren-Gold in Innsbruck Weltmeister: Remco Evenepoel. apa
Vier Jahre nach Junioren-Gold in Innsbruck Weltmeister: Remco Evenepoel. apa

Jungstar fuhr bei der WM zum Titel, Skandal um van der Poel.

Wollongong Remco Evenepoel schlug die Hände vor sein Gesicht, schüttelte den Kopf und rollte nach einer Triumphfahrt jubelnd über den Zielstrich. Überschattet vom Skandal um Mitfavorit Mathieu van der Poel ist der Belgier in Down Under erstmals zum WM-Titel gestürmt. Der 22-jährige Rad-Profi holte sich nur zwei Wochen nach seinem Vuelta-Erfolg nach 266,9 km und 6:16:08 Stunden in Wollongong den Sieg im Straßenrennen.

Silber ging an den Franzosen Christophe Laporte, Bronze an den Australier Michael Matthews, die beide 2:21 Minuten Rückstand aufwiesen. Damit bewegt sich das Jahrhunderttalent Evenepoel immer mehr auf den Spuren seines legendären Landsmannes Eddy Merckx, der 1967 ebenfalls im Alter von 22 Jahren seinen ersten WM-Titel gewann. „Davon habe ich geträumt. Ich glaube, ich habe alles gewonnen, was ich heuer gewinnen konnte“, freute sich Evenepoel. „Ich werde heute Nacht mein Bett nicht sehen“, prophezeite er eine Party. „Ich glaube nicht, dass ich jemals eine bessere Saison als diese haben werde.“

Es war eine beeindruckende Show von Evenepoel, der die Nachfolge von Julian Alaphilippe (Fra) antrat, der zuletzt 2020 und 2021 triumphiert hatte. 72 km vor dem Ziel setzte er sich mit einer größeren Gruppe von den Mitfavoriten Tadej Pogacar (Slowenien), Matthews und Alaphilippe ab.

Solo im Ziel

Bei einer weiteren Tempoverschärfung zwei Runden vor Schluss konnte dann nur noch der Kasache Alexej Luzenko folgen, der aber 26 km vor Schluss gegen den Belgier auch nichts mehr ausrichten konnte.

Für den Aufreger sorgte van der Poel, der am Vorabend für einen Skandal gesorgt hatte, zwischenzeitlich festgenommen wurde. Es gab eine Auseinandersetzung mit zwei Kindern, die mehrmals an seiner Hoteltür geklopft hatten. Berichten zufolge wurde der Arm eines Mädchens verletzt. Der 27-Jährige wurde wegen zweifacher Körperverletzung angeklagt und dann auf Kaution wieder freigelassen.

Bester Österreicher war Sebastian Schönberger, der mit 3:01 Minuten Rückstand als 40. ins Ziel kam. Tobias Bayer (+6:11) und Felix Gall (+11:28 Min.) landeten auf den Rängen 62 bzw. 97.

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