Vom unbedeutenden Wüstenstaat zum Hotspot des Sports

Sport / 27.09.2022 • 22:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Am 20. November beginnt die Fußball-WM in Katar.

Doha Vor einigen Jahrzehnten wäre das unmöglich gewesen, erzählt der Experte für die Golfregion, Sebastian Sons. Lange sei Katar nicht wichtig gewesen. Doch mit der Entdeckung von Öl in den 1930er-Jahren und besonders seit der kommerziellen Produktion von Erdgas Anfang der 1990er-Jahre habe das Land „eine absolut rapide Entwicklung durchlaufen“. Während der Wohlstand des Landes indirekt an die eigenen Staatsbürger weitergegeben werde, wird die Wirtschaft des Landes vor allem durch die Gastarbeiter am Leben gehalten. „Die systematische Ausbeutung von Migranten ist Teil des Geschäftsmodells“, betont Sons. Dennoch liege die Verantwortung nicht nur bei Katar. So habe niemand wirklich ein Interesse daran, das zu ändern, denn viele Länder seien vollkommen angewiesen auf die Rücküberweisungen der Migranten. In Nepal etwa würden diese Überweisungen ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts ausmachen.

Druck zeigt Wirkung

Die Kritik des Westens am Umgang mit den Arbeitsmigranten und der mangelhaften Umsetzung von Reformen habe in Katar selbst zu einer gewissen Frustration geführt, erzählt Sons. Katar habe nämlich einige Veränderungen im rechtlichen Bereich durchgeführt, die es in der Region bisher nicht gab.

Doch ohne die Fußball-WM wäre wahrscheinlich niemand auf die Situation der Migranten in Katar aufmerksam geworden und es hätte auch keine Reformen gegeben. Dennoch besteht die Gefahr, dass diese Änderungen nach der Fußball-WM wieder zurückgedreht werden. Daher plädiert Sons dafür, den Druck weiter aufrechtzuerhalten und Katar nach dem Turnier nicht komplett aus dem Blickwinkel zu verlieren.

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