Zwei Skibergsteiger und ihre Vorfreude auf den Schnee

Sport / 29.09.2022 • 05:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Greifen gemeinsam an: Daniel Zugg (links) und Daniel Ganahl.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="marker"><span class="copyright">posch</span></span></p>

Greifen gemeinsam an: Daniel Zugg (links) und Daniel Ganahl. posch

Die Montafoner Daniel Zugg und Daniel Ganahl haben das Sommertraining abgeschlossen. Eine intensive Weltcupsaison wartet.

Schwarzach Den tiefen Temperaturen entsprechend, freuen sich nun auch die Skibergsteiger auf das erste Schneetraining. So geht es kommende Woche für die beiden Vorarlberger Daniel Zugg und Daniel Ganahl mit der Nationalmannschaft auf den Dachsteiner Gletscher. „Ich freue mich riesig“, sagen die zwei Montafoner, wenngleich der Sommer für beide Athleten unterschiedlicher nicht hätte sein können. So nutzte der 29-jährige Zugg die Monate, um die Umstellung seines Trainingsprogramms zu intensivieren. Im März war es wieder zur Zusammenarbeit mit seinem Ex-Trainer Matthias Gumpenberger gekommen. Letzterer ist nun Chefcoach der ÖSV-Skibergsteiger. Zudem wurde das Budget angesichts der Aufnahme ins olympische Wettkampfprogramm aufgestockt, was sich laut Zugg in Bezug auf Betreuung positiv ausgewirkt hat.

„Dass der Sprint im Olympiaprogramm geblieben ist, hat mich gefreut.“

Daniel Zugg über die Winterspiele 2026
Daniel Zugg: Auch eine Pause muss sein.
Daniel Zugg: Auch eine Pause muss sein.

Was das Training anbelangt, so hat der Routinier vermehrt auf längere Einheiten gesetzt. Der Sprint-Spezialist möchte damit seine Leistung im Individualbewerb steigern. „Ich habe viele Stunden auf dem Rad verbracht und ich bin verletzungsfrei geblieben“, erzählt er. Darin begründet er auch seinen Optimismus vor dem Start in einen Winter mit einem dichten Weltcupprogramm. Ein Eingriff an den Augen („Ich habe mir die Augen lasern lassen“) zwingt ihn in den Tagen vor dem ersten Training auf Schnee zwar zu etwas Ruhe, doch die Aussicht, bald wieder die Ski anschnallen zu können, lässt ihn das ungewohnte Nichtstun ertragen. Ständig in Bewegung zu sein, die Natur in den Bergen zu genießen, das ist das Naturell von Zugg, der seit 2013 dem Nationalteam angehört. 2019 feierte er in China seinen bislang einzigen Weltcupsieg.

Viele Radtrainingskilometer hat Daniel Zugg in den Beinen.
Viele Radtrainingskilometer hat Daniel Zugg in den Beinen.
Daniel Zugg nutzt im Sommer die Berge für ein individuelles Trainingsprogramm.
Daniel Zugg nutzt im Sommer die Berge für ein individuelles Trainingsprogramm.

Skibergsteigen

Der Weltcupkalender 2022/23

Val Thorens (FRA)

25. bis 27. November (Sprint, Mixed Relay)

Pontedilegno-Tonale (ITA)

16. bis 18. Dezember (Sprint, Individual)

Morgins (SUI)

11. bis 14. Jänner (Vertical, Sprint, Individual)

Arinsal – La Massana (AND)

21./22. Jänner (Individual, Vertical)

Val Martello (ITA)

16. bis 19. Februar (Individual, Sprint, Mixed Relay)

Schladming (AUT)

17. bis 19. März (Sprint, Vertical)

Tromsø (NOR)

13. bis 16. April (Sprint, Vertical, Individual, Mixed Relay)

Weltmeisterschaft

Boí Taüll (ESP)

26. Februar bis 4. März (Sprint, Individual, Vertical, Team und Mixed Relay)

Winterspiele in Italien

Die Aufnahme von Skibergsteigen ins olympische Programm für die Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo lassen Zugg, der im Februar 2023 seinen 30. Geburtstag feiern wird, über die Saison hinausblicken. Zumal man sich seitens des IOC auf den Sprintbewerb fixiert und damit Individual aus dem Programm gestrichen hat. Zudem werden im Mixed Relay Olympische Medaillen vergeben. Austragungsort der Wettkämpfe wird wohl Bormio sein. „Das kommt mir natürlich entgegen“, sagt Zugg. Dementsprechend hoch ist seine Motivation, seine aktive Karriere bis zu den Winterspielen fortzusetzen.

Die Montafoner Bergwelt ist die Heimat von Daniel Zugg.
Die Montafoner Bergwelt ist die Heimat von Daniel Zugg.
Im Urlaub genoss Daniel Ganahl so manchen Ausritt.
Im Urlaub genoss Daniel Ganahl so manchen Ausritt.

Natürlich ist es schade, dass meine Spezialdisziplin Individual aus dem Programm gestrichen wurde.

Daniel Ganahl über die Winterspiele 2026
Die Vorfreude bei Daniel Ganahl ist groß.
Die Vorfreude bei Daniel Ganahl ist groß.
Als Radprofi feierte Daniel Ganahl 2022 den Titelgewinn am Berg.
Als Radprofi feierte Daniel Ganahl 2022 den Titelgewinn am Berg.


Höhepunkt im nächsten Winter ist für die Skibergsteiger ist neben des Heim-Weltcups in Schladming vor allem die Weltmeisterschaft Ende Februar in Spanien. Bis dahin muss sich auch der zweite Daniel entschieden. Denn Daniel Ganahl, der erstmals dem Nationalteam angehört, stieg auch diesen Sommer für das Radteam „Team Vorarlberg“ in die Pedale. Und das äußerst erfolgreich. So kürte sich der Radprofi am Reither Kogel in Tirol zum Staatsmeister am Berg. „Es war eine gute Saison“, bilanziert der 26-Jährige, der die Tage vor der Rückkehr auf den Schnee mit seiner Freundin am Lago d‘Iseo in Italien verbringt – natürlich auf dem Fahrrad. Im Jänner jedoch könnte die Doppelgleisigkeit für Ganahl enden. So kann er am 1. Jänner seinen Dienst beim Heeressport antreten, womit wohl auch die Entscheidung für nur noch eine Sportart ansteht. „Für mich war es einfach ideal, auch im Sommer die Wettkampfhärte zu spüren. Jetzt muss ich einfach mal mit Thomas (Anm. d. Red.: Thomas Kofler, Teammanager des Radteams Vorarlberg) reden“, sagt er. Zumal er für die anstehende Weltcupsaison im Skibergsteigen klare Zielvorstellungen hat. Dazu gehört ein Top-Fünf-Platz im Vertical („Bisher ist ein achter Rang meine beste Weltcupplatzierung) ebenso wie ein Top-Zehn-Platz in der Gesamtwertung. Unter die besten Zehn zu laufen hat er sich auch für den Individualbewerb vorgenommen. Und mit einem Blick Richtung Winterspiele 2026 meint er: „Natürlich ist es schade, dass meine Spezialdisziplin Individual aus dem Programm gestrichen wurde. Andererseits sind es noch vier Jahre und mir bleibt also genügend Zeit, um das Training auf den Sprintbwerb umzustellen.“

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