Red Bull hat gegen Budgetdeckel verstoßen

Sport / 10.10.2022 • 21:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Red Bull feierte in Suzuka den zweiten Weltmeistertitel: Max Verstappen (l.), Technikdirektor Adrian Newey und Motorsportchef Melmut Marko. gepa
Red Bull feierte in Suzuka den zweiten Weltmeistertitel: Max Verstappen (l.), Technikdirektor Adrian Newey und Motorsportchef Melmut Marko. gepa

Die Bestrafung dürfte aber moderat ausfallen.

PAris Der Weltmeister-Rennstall Red Bull hat gegen den Budgetdeckel in der Formel 1 verstoßen, muss aber wohl keine allzu harten Sanktionen fürchten. Der Automobilweltverband FIA teilte mit, dass bei der Budgetprüfung der abgelaufenen Saison bei Red Bull „geringfügige Mehrausgaben“ festgestellt worden seien. Zudem habe es bei dem Team des mittlerweile zweimaligen Weltmeisters Max Verstappen und Aston Martin Probleme im Ablauf bei der Kontrolle gegeben.

Geldstrafe droht

Über mögliche Strafen und Konsequenzen will die FIA zu einem späteren Zeitpunkt informieren. Mutmaßlich wird es für Red Bull auf eine Geldstrafe hinauslaufen. Dennoch zeigte sich das Team in einem ersten Statement „überrascht und enttäuscht“ über das Ergebnis der FIA-Budgetprüfung. Man sei der Überzeugung, sich bei „allen relevanten Ausgaben“ an den finanziellen Spielraum gehalten zu haben, also „müssen wir den Bericht der FIA genau prüfen“, hieß es weiter.

Der Budgetdeckel liegt bei etwa 150 Millionen Dollar, bis zu fünf Prozent Mehrausgaben, also rund sieben Millionen Dollar, gelten laut Definition als „geringfügig“. Erst bei deutlich höheren Ausgaben würden empfindlichere Strafen wie nachträgliche Punktabzüge drohen.

Der Streitpunkt Budget 2021 war das bestimmende Thema der vergangenen Tage, die von Red Bull geschlagenen Teams Mercedes und Ferrari übten mehrfach Kritik. Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies rechnete vor: „7 Millionen, das sind 70 Ingenieure, und 70 Ingenieure bringen dir sehr viel Rundenzeit.“

Einer Katastrophe entgangen

In Suzuka war das große Thema die Sicherheit. Im strömenden Regen war ein Bergungstruck bereits auf der Strecke, als noch nicht alle Autos zurück in der Box waren. Pierre Gasly im AlphaTauri rauschte bei miserabler Sicht vorbei und entging einer Katastrophe wohl nur um wenige Meter. Ausgerechnet in Suzuka also, wo vor acht Jahren Jules Bianchi bei einem Unfall in einer ähnlichen Situation tödliche Verletzungen erlitt.

Die FIA reagierte merkwürdig, bestrafte Gasly für zu hohes Tempo und verwies auf die korrekte Befolgung der Abläufe für Bergungsarbeiten. „Ich weiß nicht, wie so etwas passieren kann“, sagte Sebastian Vettel, Sprecher der Fahrergewerkschaft. Unter diesen Bedingungen dürfe einfach kein Servicefahrzeug auf die Strecke, egal was in den Protokollen stehe. Es gibt einiges aufzuarbeiten nach dem Wochenende in Japan.

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