Deshalb bleibt Altach auf der Strecke

Sport / 11.10.2022 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
SR Walter Altmann bei der Überprüfung einer eventuellen Roten Karte. <span class="copyright">gepa</span>
SR Walter Altmann bei der Überprüfung einer eventuellen Roten Karte. gepa

SR-Boss Robert Sedlacek gesteht zwar Fehler ein: “Es ist nicht alles richtig gewesen”, doch in der Presseaussendung wird nur der nicht gegebene Elfmeter kritisiert.

Schwarzach „Es war ein sehr ordentliches Gespräch“, sagt ÖFB-Schiedsrichter-Boss Robert Sedlacek auf Nachfrage zu seiner Unterhaltung mit Altachs Geschäftsführer Christoph Längle. Zudem lobte der 67-Jährige die Aussagen in den TV-Interviews von SCRA-Chefcoach Miroslav Klose. „Sehr distanziert und ohne Emotionen“, sagt Sedlacek gegenüber den VN. Zudem verriet er, dass die Schiedsrichter-Kommission in Zukunft wieder dazu übergehen werde, die wichtigsten Szenen eines Wochenendes zusammenzufassen und entsprechend zu kommentieren. „Das haben wir mit Einführung des VAR so gemacht und das wollen wir zukünftig wieder so machen“, kommentiert er den Lernprozess.

Robert Sedlacek. <span class="copyright">gepa</span>
Robert Sedlacek. gepa

“Mir ist wichtig zu betonen, dass es zwischen den Schiedsrichtern und Altach keine Vorurteile gibt.”

Schiedsrichter-Boss Robert Sedlacek nach dem heiß diskutierten Spiel zwischen Altach und Salzburg


Er selbst habe die Bilder aus dem VAR-Raum bis zum gestrigen Tag noch nicht gesehen. Allerdings, so betonte der Wiener im VN-Gespräch immer wieder, könne der VAR nur aufgrund der ihm vorliegenden TV-Bilder urteilen. Und nur auf reine Vermutung, dass der Ball – wie ein Amateurfoto beweist – hinter der Linie war, könne nicht auf Tor entschieden werden. Es sei jedoch wichtig und richtig, dass man im Elitekomitee die Szenen noch einmal aufarbeite. Denn eines habe das Spiel in Altach auch gezeigt. „Nicht alles ist gelungen“, umschreibt Sedlacek die Entscheidungen. Dies gelte auch für die Kommunikation, selbst wenn der VAR in erster Linie ein Backup für den Schiedsrichter sein soll. Zudem will er eines betont haben: „Es gibt keine Vorurteile der Schiedsrichter gegenüber Altach.“ Die Presseaussendung des ÖFB spricht da eine andere Sprache: Zwei der drei Situationen – kein Tor, keine Rote Karte – wurden als korrekt eingestuft. Im Detail lies sich die „Entschuldigung“ folgendermaßen:

<p class="caption">Das Bild beweist: Der Ball ist hinter der Linie und der SR-Assistent steht schlecht.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="marker">VN</span></p>

Das Bild beweist: Der Ball ist hinter der Linie und der SR-Assistent steht schlecht. VN

21. Minute: Check Tor/kein Tor

Der Verteidiger klärt den Ball auf oder hinter der Torlinie. Anhand der vorhandenen TV-Bilder gibt es keine Kameraeinstellung, welche zeigt, dass der Ball klar zur Gänze hinter der Torlinie war. Daher ist auch keine Intervention durch den VAR möglich. Dieser darf bekanntlich nur eingreifen, wenn eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung vorliegt. Die in der Halbzeitanalyse im TV gezeigten Bilder einer privaten Aufnahme sind für eine Entscheidungsfindung durch den VAR nicht relevant und dürfen dafür auch nicht herangezogen werden.

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22. Minute: Check Strafstoß

Ein Altach-Verteidiger steigt dem Angreifer von Salzburg auf den Knöchel und bringt diesen dadurch zu Fall. Der Schiedsrichter lässt das Spiel mit der Begründung weiterlaufen, dass aus seiner Sicht der Salzburg-Akteur beim Spielen des Balles durch den langen Schritt bereits im Fallen war. Der VAR folgt dieser Aussage und bestätigt seine Wahrnehmung, welche nach Analyse der Bilder in diesem Fall aber falsch war. Für dieses klare Vergehen hätte es einen Strafstoß geben müssen. Der VAR hätte in dieser Situation eingreifen und dem Schiedsrichter einen On-Field-Review empfehlen müssen.

86. Minute: Check Rote Karte

Ein Salzburg-Spieler greift seinem Altacher Gegenspieler bei einem Disput unmittelbar nach einem Foulpfiff des Schiedsrichters mit der flachen Hand ins Gesicht und schiebt diesen weg. Der Referee entscheidet sich für eine Verwarnung für beide Spieler. Nach dem fälligen Check durch den VAR empfiehlt dieser dem Schiedsrichter einen On-Field-Review, da der VAR anhand der Bilder mehr als eine Unsportlichkeit wahrnimmt. Der Referee begutachtet die Bilder und bleibt bei seiner ursprünglich getroffenen Entscheidung, da die Intensität nicht hoch war und somit die Kriterien für eine Rote Karte nicht gegeben waren. Gemäß Regelbuch hat der Schiedsrichter korrekt gehandelt, da in diesem Fall von keinem Schlag und keiner hohen Intensität gesprochen werden muss.

Die entsprechende Passage im IFAB Regelbuch: “Ein Spieler, der ohne Kampf um den Ball einem Gegner oder einer anderen Person absichtlich mit der Hand oder dem Arm an den Kopf oder ins Gesicht schlägt, begeht eine Tätlichkeit, es sei denn, die eingesetzte Kraft war vernachlässigbar”. 

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