SR-Boss Sedlacek: „Nicht alles ist richtig gelaufen“

Sport / 11.10.2022 • 18:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Privatbilder zeigen den „Torklau zu Altach“ sehr deutlich.VN
Privatbilder zeigen den „Torklau zu Altach“ sehr deutlich.VN

SR-Kommission antwortet nach Altach-Spiel mit Presseaussendung.

Schwarzach „Es war ein sehr ordentliches Gespräch“, sagt ÖFB-Schiedsrichter-Boss Robert Sedlacek auf Nachfrage zu seiner Unterhaltung mit Altachs Geschäftsführer Christoph Längle. Zudem lobte der 67-Jährige die Aussagen in den TV-Interviews von SCRA-Chefcoach Miroslav Klose. „Sehr distanziert und ohne Emotionen“, sagt Sedlacek gegenüber den VN. Zudem verriet er, dass die Schiedsrichter-Kommission in Zukunft wieder dazu übergehen werde, die wichtigsten Szenen eines Wochenendes zusammenzufassen und entsprechend zu kommentieren. „Das haben wir mit Einführung des VAR so gemacht und das wollen wir zukünftig wieder so machen“, kommentiert er den Lernprozess.

Er selbst habe die Bilder aus dem VAR-Raum bis zum gestrigen Tag noch nicht gesehen. Allerdings, so betonte der Wiener im VN-Gespräch immer wieder, könne der VAR nur aufgrund der ihm vorliegenden TV-Bilder urteilen. Und nur auf reine Vermutung, dass der Ball – wie ein Amateurfoto beweist – hinter der Linie war, könne nicht auf Tor entschieden werden. Es sei jedoch wichtig und richtig, dass man im Elitekomitee die Szenen noch einmal aufarbeite. Denn eines habe das Spiel in Altach auch gezeigt. „Nicht alles ist gelungen“, umschreibt Sedlacek die Entscheidungen. Dies gelte auch für die Kommunikation, selbst wenn der VAR in erster Linie ein Backup für den Schiedsrichter sein soll. Zudem will er eines betont haben: „Es gibt keine Vorurteile der Schiedsrichter gegenüber Altach.“ Die Presseaussendung des ÖFB spricht da eine andere Sprache: Zwei der drei Situationen – kein Tor, keine Rote Karte – wurden als korrekt eingestuft. Im Detail liest sich die „Entschuldigung“ folgendermaßen:

Kein Tor, weil keine Kameraeinstellung der vorhandenen TV-Bilder zeigt, dass der Ball klar zur Gänze hinter der Torlinie war. Daher ist auch keine Intervention durch den VAR möglich. Die in der Halbzeitpause im TV gezeigten Bilder einer privaten Aufnahme sind für die Entscheidungsfindung durch den VAR nicht relevant und dürfen nicht herangezogen werden.

Strafstoß ja, weil die Bilder zeigen, dass Altachs Verteidiger dem Salzburg-Stürmer auf den Knöchel steigt und ihn dadurch zu Fall gebracht hat. Der VAR hätte in dieser Situation eingreifen und dem Schiedsrichter einen On-Field-Review empfehlen müssen.

Keine Rote Karte, weil der Schlag mit der Hand oder dem Arm an den Kopf oder ins Gesicht eines Gegenspielers zwar als Tätlichkeit gewertet wird, „es sei denn die eingesetzte Kraft war vernachlässigbar“ (IFAB-Regelbuch). So sei die VAR-Nehmung des Referees, die Tätlichkeit als Unsportlichkeit auszulegen und mit Gelb zu bestrafen, korrekt gewesen. VN-cha

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