Australian-Open-Start hat für Grabher Priorität

Sport / 14.10.2022 • 18:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Julia Grabher will ihr WTA-Ranking zumindest stabilisieren.GEPA
Julia Grabher will ihr WTA-Ranking zumindest stabilisieren.GEPA

Südamerika-Tour statt Billie Jean King Cup in Schwechat.

Wien Ohne Topspielerin Julia Grabher muss Österreichs Tennis-Frauenteam um einen Platz in der Qualifikation für den Billie Jean King Cup (vormals Fed Cup) kämpfen. Österreichs einzige Top-100-Spielerin hat für das Play-off am 11./12. November in Schwechat gegen Lettland abgesagt. Teamkapitänin Marion Maruska nominierte daher Sinja Kraus (WTA 197), Barbara Haas (401), Tamira Paszek (524) und Melanie Klaffner (650).

Maruska überrascht

Die 26-jährige Grabher hat sich in den letzten Wochen in der Weltrangliste auf Platz 86 vorgespielt und will den restlichen Herbst nutzen, um ihr Ranking zu verbessern. „Ihre Absage ist für mich überraschend gekommen. Ihre Signale waren eigentlich positiv, dass sie dabei sein wird“, sagte Maruska, zeigte aber teilweise auch Verständnis für die Entscheidung der Dornbirnerin. „Man muss eben respektieren, wenn Julia sagt, dass ihr gerade ihre eigene Karriere wichtiger ist“, erklärte Maruska.

Die HLSZ-Sportsoldatin, die seit 3,5 Jahren in der Tennis-Akademie von Günter Bresnik in der Südstadt trainiert, begründete auf Facebook ihre Entscheidung. Sie blickte auf das erreichte große Ziel, das Knacken der Top 100 zurück. „Das war ein kleiner Meilenstein, enorm wichtig und super für mein Selbstvertrauen. Jetzt geht die Reise weiter.“ Die aktuelle Challenge sei es, das Ranking in Blickrichtung der Australian Open zu verbessern, „oder zumindest zu stabilisieren“.

Um dies zu realisieren, brauche es Matches und gute Leistungen. „In Südamerika bietet sich die Möglichkeit, gleich fünf WTA-Turniere am Stück mitzunehmen, deshalb habe ich meine Pläne überarbeitet, und nach einer Trainingswoche in der Südstadt wieder meine Taschen gepackt“, berichtete die Dornbirnerin. Anfang Oktober hatte sich Grabher beim Sandplatzturnier im spanischen San Sebastián ihren vierten ITF-Titel in dieser Saison und den zwölften in ihrer Karriere geholt.

Fünf Turniere geplant

Ihre Südamerika-Tournee startet Grabher mit zwei Hartplatzturnieren in Mexiko, zu Beginn das WTA-1000er in Guadalajara und Tampico. Anschließend erfolgt der Wechsel auf Sand mit den Teilnahmen an den WTA-125-Turnieren in Chile (Colina), Argentinien (Buenos Aires) und Uruguay (Montevideo) . „Das ist ein dichtes Programm, aber ich bin topfit und voll motiviert. Ich weiß, dass ich da einiges mitnehmen kann.“

Durch ihre Rückkehr Ende November müsse sie den Billie Jean King Cup aber auslassen. „Das ist super schade, denn ich habe mich schon sehr auf das Heimspiel in Schwechat gefreut.“ Allerdings wäre es „leichtfertig und inkonsequent“ gewesen, die Chancen, die die Südamerika-Tour bietet, auszulassen. „Trotzdem ist mir die Entscheidung nicht leichtgefallen. Ich hoffe sehr, dass es beim nächsten Mal mit dem Team klappt und werde am 11. und 12. November aus der Ferne mitfiebern und fest die Daumen drücken.“

„Es wäre leichtfertig und inkonsequent gewesen, die Südamerika-Tour auszulassen.“

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