Eine Frau an der Vereinsspitze

Sport / 18.10.2022 • 22:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Als Volksschullehrerin liegt ihr der Nachwuchs am Herzen.VN
Als Volksschullehrerin liegt ihr der Nachwuchs am Herzen.VN

Theresa Wetz ist seit drei Jahren im Vorstand des FC Krumbach und jetzt Interimschefin.

Krumbach Theresa Wetz zählt zu einer seltenen Spezies. Die Krumbacherin ist nämlich nicht nur seit drei Jahren Mitglied des Vorstands eines Fußballvereins, sondern seit Mitte September interimistische Obfrau und damit Klubchefin in einer Männerdomäne.
Sie ist eine von zwei im Land. „Der FC Krumbach ist wie eine zweite Familie für mich. Das Vorstands­team ist super und gibt mir Rückhalt. Deshalb habe ich mich bereit erklärt, die Funktion mal bis zu den Neuwahlen im nächsten Jahr zu übernehmen“, erzählt die junge Bregenzerwälderin. Pandemiebedingt seien die letzten Jahre nicht einfach gewesen, sagt Wetz. Im Verein habe sich einiges getan. „Und zuletzt hat der bisherige Obmann aus privaten Gründen seinen Rückzug bekannt gegeben.“ So sprang Wetz schließlich in die Bresche.

Die 25-Jährige verbringt schon seit jeher ihre Wochenenden am Krumbacher Fußballplatz. „Mein Vater war lange Zeit Obmann, mein Bruder spielt beim Verein und ist ebenso Teil des Vorstands, und Mama ist natürlich auch bei jedem Spiel dabei“, erzählt die Frau mit dem langen blonden Haar. Außerdem kickt auch noch ihr Freund in derselben Liga.

Sehr engagiert

Theresa Wetz hat sich bislang neben der Rolle als treuer Fan bei der Bewirtung im Klubheim oder als Hobbyfotografin für den Klub engagiert. Selbst schnürte sie nur kurz die Fußballschuhe. „Als Kind war ich im U9-Team. Aber ich habe mehr Zeit auf dem Spielplatz nebenan als auf dem Rasen verbracht“, scherzt sie und muss lachen. Aktuell hält sie sich mit Wandern, Tanzen und Tennis fit.

In ihrer neuen Rolle als Obfrau des FC Krumbach möchte sie vor allem auf Vernetzung bzw. Kooperationen setzen. „Mir ist wichtig, dass die Spieler und die Vorstandsmitglieder sich besser kennenlernen und mehr zusammenarbeiten“, erläutert sie ihre ersten Ideen als Chefin. Des Weiteren möchte sie auch im Nachwuchssport Akzente setzen. „Ich stelle mir da beispielsweise eine Kooperation mit dem Tennisclub und ein Ferienprogramm für Kinder vor“, sagt Wetz, die als Volksschullehrerin auch einiges an pädagogischer Kompetenz mitbringt.

„Ich finde es schade, wenn sich ein Kind zwischen zwei Sportarten entscheiden muss. Deshalb könnte ich mir beispielsweise eine Ballschule in den Ferien gut vorstellen“, meint sie und fügt hinzu: „Gemeinsam schafft man einfach mehr.“ Auf der Agenda der engagierten Obfrau und ihren Vereinskollegen steht in den nächsten Wochen und Monaten zudem die Organisation für das 50-Jahr-Jubiläum des Bregenzerwälder Klubs.

Zusammenhalt wichtig

Derzeit befinde sie sich noch in der „Eingewöhnunsphase“ sagt die Krumbacherin, für die das ehrenamtliche Engagement einfach selbstverständlich ist. Gerne erinnert sie sich beispielsweise an die vergangene Saison, bei der am Ende die Meisterschaft und der Aufstieg gefeiert wurde. Derzeit rangiert das Team im Mittelfeld der 2. Landesklasse. Für die neue Obfrau ist wichtig, dass der Zusammenhalt da ist, auch wenn es einmal nicht so läuft. Ihr geht es um das Gemeinsame und Freundschaftliche. „Trotzdem hoffe ich, dass das Team unter meiner Führung jetzt auch mal gewinnt“, fügt die Interimschefin noch hinzu.

„Ich finde es schade, wenn sich ein Kind zwischen zwei Sportarten entscheiden muss.“

Eine Frau an der Vereinsspitze

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