Zwei, die ein Ziel eint

Sport / 19.10.2022 • 23:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Patrick Feurstein hat vor dem Weltcupstart viele Trainings- und Testkilometer in den Beinen, fühlt sich auf neuem Material wohl. GEPA
Patrick Feurstein hat vor dem Weltcupstart viele Trainings- und Testkilometer in den Beinen, fühlt sich auf neuem Material wohl. GEPA

Patrick Feurstein und Thomas Dorner nehmen in Sölden den zweiten Durchgang ins Visier.

Mellau, Andelsbuch Patrick Feurstein konnte dem Weltcupauftakt in Sölden ganz ohne Qualifkationssorgen entgegenblicken. Nachdem der 25-Jährige in der vergangenen Saison noch über eine Bestzeit in den drei Zeitläufen zu einem Startplatz beim Auftakt kam, war er diesmal gesetzt. „Das ist schon viel angenehmer, wenn man nicht permanent das Gefühlt hat, sich empfehlen zu müssen“, sieht der A-Kader-Athlet aus Mellau diesmal dem Rennen mit einer gewissen Entspannung entgegen.

Am Material gefeilt

Zumal der Umstieg beim Material hin zum Vorarlberger Ausrüster Head eine gewisse Zeit in Anspruch nahm. „Ich habe mich Ende April für Head entschieden. Die Nähe zur Firma nach Kennelbach, die Leute, die dort arbeiten und die ich kenne, haben mir ein gutes Gefühl gegeben. Das Head-Sortiment entspricht meinem Fahrstil, funktioniert bei verschiedenen Bedingungen, ist in der Entwicklung führend. Man ist mit vielen guten Rennläufern in allen Disziplinen konkurrenzfähig.“ Feurstein teilt sich Servicemann Franz Höflehner mit Cousin Lukas, der Sölden wegen eines Trainingsrückstands nach einem Bandscheibenproblem auslassen muss.
Ausgedehnte Testfahrten in Chile lieferten die Bestätigung der Materialwahl: „Es hat viel Zeit in Anspruch genommen, um alles durchzuprobieren. Ich habe mir ein Grundset herausgearbeitet, von dem ich überzeugt bin, dass es funktioniert. Dann geht man daran, die Feinheiten herauszuarbeiten. Wir haben in Sölden und Pitztal in den letzten 14 Tagen perfekt trainieren können, arbeiteten in dieser Woche noch im Schnals­tal an den Details. So gesehen, war es gut, dass ich mich nicht qualifizieren musste.“
Ganz im Gegensatz zu Thomas Dorner. Der Andelsbucher musste in die Zeitläufe, war vorerst auch nur als Reserve nominiert.. „Weil sich Stefan Brennsteiner verletzt hat, bin ich aufgerückt. Meine Freude hat sich lange in Grenzen gehalten. Ich weiß jetzt aber, dass es keine schwere Verletzung ist, das beruhigt mich. Und ich werde versuchen, Stefan so gut wie möglich zu vertreten.“ Der Salzburger war vor zwei Jahren als 17. bester ÖSV-Läufer bei der Saisonpremiere am Rettenbachferner.
Für Dorner wird das Gletscherrenen so etwas wie ein Neustart. „Ich konnte in der vergangenen Saison skitechnisch nicht bei der Musik mitfahren. Und ich habe im Training einen der wichtigsten Muskel nicht trainiert: den im Gehirn. Ich habe rückblickend erkannt, das ich da viel Potenzial liegen gelassen habe.“
Als zweite Konsequenz vollzog der 24-Jährige einen Markenwechsel. „Mir ist mulmig geworden vor lauter Problemen, habe viel probiert, aber zum alten Material keinen Zugang mehr gefunden.“ Sein neuer Ausrüster Atomic sei ihm in allen Belangen entgegengekommen, bei Rennchef Christian Höflehner hat er für alles offene Ohren gefunden. „Obwohl ich kaderlos bin, habe ich volle Unterstützung bekommen. Auch mit Herren-Cheftrainer Marko Pfeifer stehe ich in sehr gutem Einvernehmen.“ Dorner durfte mit der Europacupmannschaft in Norwegen, in der Schweiz, in der Skihalle in Litauen und zuletzt im Pitztal an der Form feilen.

Thomas Dorner fährt ohne ÖSV-Status, bekommt aber im Skiverband volle Unterstützung. GEPA
Thomas Dorner fährt ohne ÖSV-Status, bekommt aber im Skiverband volle Unterstützung. GEPA

Jeden Tag mehr herausholen

Feurstein und Dorner eint am Sonntag ein Ziel: Die Qualifikation der Top 30 für den zweiten Durchgang. „Das geht nur, wenn man die beste Leistung aus dem Training auch am Tag X auf den Punkt bringen kann“, weiß Feurstein, der in Sölden 2019 und 2021 ebenso den zweiten Durchgang verpasste wie Dorner 2020. Für den Läufer vom WSV Andelsbuch bekommen Ziele über Sölden hinaus Gewichtung: „Das primäre Ziel ist, dass ich aus jeden Tag noch mehr herausholen möchte und das auch richtig einordnen. Im Training funktioniert es oft, läuft es teilweise super. Aber wenn du es im Rennen nicht umsetzen kannst, bringt es dir nichts.“ Saisonziel von Feurstein: „Ein WM-Start und ein Platz in den Top 15 im Riesentorlauf.“

Magdalena Kappaurer steht vor der Weltcup-Premiere

Sölden Im Damenaufgebot von Damen-Rennsportleiter Thomas Trinker für den Riesentorlauf am Samstag in Sölden fand nach Katharina Liensberger und Magdalena Egger mit Magdalena Kappaurer eine dritte Vorarlbergerin Platz. Die 21-jährige B-Kader-Läuferin vom SC Bezau ergatterte sich über die Zeitläufe einen Platz und feiert damit ihre Weltcuppremiere.
Johannes Strolz wird den Riesentorlauf als zweite Disziplin forcieren, in Sölden wird er aber nicht dabei sein. „Ein Start macht nur Sinn, wenn ich sehr, sehr gut in Form bin“, hatte er im Vorfeld gesagt. Der Kombinations-Olympiasieger aus Warth muss sich aktuell auf der maßgeblichen Weltcup-Startliste (WCSL) mit einer Nummer um 60 begnügen.

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