Die „VAR“-Nehmung wird zunehmend skurriler

Sport / 20.10.2022 • 21:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schiedsrichter Achim Untergasser bei der Begutachtung der TV-Bilder.apa
Schiedsrichter Achim Untergasser bei der Begutachtung der TV-Bilder.apa

Fehlentscheidung aus dem Altach-Match öffentlich gemacht.

Altach, Lustenau Es war in der 84. Minute beim Spiel zwischen Altach und Hartberg (1:0) , als Mario Sonnleitner einen Flankenball von Csaba Bubka beim Stande von 0:0 mit der Hand abwehrte. Schiedsrichter Achim Untergasser hatte das Spiel weiterlaufen lassen, dann allerdings nach Empfehlung des VAR einen On-Field-Review durchgeführt. Dass der Oberösterreicher trotz der gezeigten Bilder bei seiner ursprünglichen Entscheidung blieb, wurde nun in der veröffentlichten VAR-Analyse als falsch betitelt: „Der Schiedsrichter hätte auf Strafstoß für Altach entscheiden müssen, weil hier ein regeltechnisch strafbares Handspiel vorlag“, heißt es in der Begründung. Doch nicht nur in Altach wird der Unmut rund um VAR-Entscheidungen immer größer. Zuletzt, bei der 2:3-Niederlage in Innsbruck, musste auch die Lustenauer Austria eine schmerzliche Erfahrung machen. „Der VAR überprüft jedes Tor und hilft dem Schiedsrichter, mögliche Vergehen wie Abseits oder Fouls zu erkennen, aufgrund deren ein Tor nicht zu geben ist“, heißt es auf der VAR-Homepage. Demzufolge hätte das 2:0 der WSG durch Sandi Ogrinec in Minute 28 nicht gelten dürfen. Denn bei genauerem Hinsehen war klar ersichtlich, das WSG-Angreifer Thomas Sabitzer in der Entstehung des Treffers Austrias Verteidiger Matthias Maak zu Fall brachte. Maak konnte nicht mehr eingreifen. Brisantes Detail: Bei der VAR-Analyse war diese Szene kein Thema, dafür nur das Handspiel von Stefano Surdanovic, das nach On-Field-Review Schiedsrichter Harald Lechner als elfmeterwürdig anerkannte.

Entscheid oder nicht

Die Austria musste im Laufe der Saison schon einige VAR-Entscheide oder eben Nicht-Entscheide gegen sich hinnehmen. Bei der 0:1-Niederlage in Runde zwei bei der SV Ried wurde Außenverteidiger Hakim Guenouche klar im Strafraum gefoult, doch das Schiedsrichterteam entschied auf eine Abseitsstellung von Guenouche davor. Eine klare Auflösung des VAR konnte nicht dargestellt werden. Auch beim 0:1-Gegentreffer in Runde drei bei Rapid Wien schritt der VAR nicht ein, als sich Guido Burgstaller (21.) vor seinem Tor zum 1:0 für die Wiener die Kugel mit der Hand mitnahm. Die TV-Bilder zeigen, wenn nicht deutlich, aber doch, dieses Vergehen an. Wieder schritt der VAR nicht ein.

Auf der anderen Seite profitierten die Lustenauer auch von einem Fehler des Schiedsrichterteams beim Heimspiel gegen den LASK, als Robert Zulj die 2:1-Führung erzielte. Referee Andreas Heiss pfiff ein vermeintliches Handspiel von Zulj ab, bevor die Kugel im Tor war. Dadurch durfte der VAR nicht mehr eingreifen. VN-CHA, MKR

„Der Referee hätte Elfmeter für Altach geben müssen, weil ein strafbares Handspiel vorlag.“

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