Odermatt siegt für die „Familie“

Sport / 23.10.2022 • 23:14 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Marco Odermatt auf dem Weg zum Sieg. Der Schweizer blieb als einziger Fahrer im ersten Durchgang unter der Minutengrenze.gepa
Marco Odermatt auf dem Weg zum Sieg. Der Schweizer blieb als einziger Fahrer im ersten Durchgang unter der Minutengrenze.gepa

Red-Bull-Skifahrer sorgt zum Weltcupstart in Sölden für einen Sieg mit Symbolkraft.

Sölden An einem traurigen Tag für die Red-Bull-Familie hat Skirennläufer Marco Odermatt einen Sieg mit Symbolkraft geschafft. Der Gesamtweltcup- und Olympiasieger, der Red Bull als Privatsponsor hat, gewann am Tag nach der Todesnachricht von Dietrich Mateschitz in Sölden den Weltcup-Auftakt der Alpinen. Erst Sonntagfrüh hatte er die Nachricht erfahren. Danach fuhr er der Riesentorlauf-Konkurrenz um die Ohren. „Heute wollten wir Red-Bull-Athleten für Didi Gas geben“, sagte der Schweizer, der seit ein paar Jahren Teil zum Kreis der Red-Bull-Athleten im Ski-Weltcup zählt, für die unter anderem der Tiroler Robert Trenkwalder zuständig ist. Im Gegensatz etwa zu anderen Red-Bull-Stars wie Henrik Kristoffersen, Lindsey Vonn oder Marcel Hirscher, der in dieser Hinsicht ein Paradebeispiel war, ist Odermatt jedoch nicht mit einem Privatteam unterwegs, sondern vollends Teil der Schweizer Mannschaft.

In dieser ist der 25-Jährige die herausragende Figur – besonders im Riesentorlauf. Von den jüngsten acht Bewerben in der Disziplin inklusive Schweizer Meisterschaften und Olympische Spiele gewann Odermatt fünf. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Slowenen Zan Kranjec betrug 0,76 Sekunden, Kristoffersen lag fast eine Sekunde (0,97) zurück. „Es war einmal eine erste Standortbestimmung“, spielte er die Bedeutung des Sieges aber herunter. Im zweiten Durchgang sei er froh gewesen, „dass ich auf den Beinen geblieben bin“.

Der Saisonauftakt sei immer speziell. „Man weiß nicht, was über den Sommer passiert ist, ob irgendeine Nation plötzlich eine neue Technik erfunden hat und zwei Sekunden schneller ist“, sprach er jedoch zumindest von einer Erleichterung. In Bezug auf den Gesamtweltcup habe es nichts zu bedeuten, dass potenzielle Konkurrenten wie Alexis Pinturault (20.) und Aleksander Aamodt Kilde (Ausfall) in Sölden ausließen. Das Zeichen, das er anschließend mit seinem zwölften Weltcup-Sieg gesetzt hat, wäre wohl ganz im Sinne des Red-Bull-Gründers gewesen. „Marco und ich, das war für ihn heute“, sagte Kristoffersen. Ein privates Betreuer­umfeld, das zum Teil von Red Bull unterstützt würde, lehnt Odermatt jedoch ab und will das auch in Zukunft so beibehalten. „Sag niemals nie. Aber momentan und in den nächsten Jahren gibt es für mich absolut keinen Grund, weil ich ein Teamplayer bin und mir Kollegen und Freundschaften sehr wichtig sind“, sagte der Mann aus dem Kanton Nidwalden. Mit Gino Caviezel, Loïc Meillard, Justin Murisier oder Semyel Bissig habe er „sehr, sehr enge Freundschaften, die über den Sport hinausgehen“.

Kein idealer Start

Der 25-jährige Mellauer Patrick Feurstein („Unten kriege ich immer brutal auf den Deckel. Das muss ich besser machen in Zukunft“) fiel in Durchgang zwei zurück und wurde schließlich mit +2,16 Rückstand 22. Thomas Dorner (24) hatte Lauf eins mit Startnummer 66 in Angriff genommen und verpasste als 55. mit einem Rückstand von 1,14 Sekunden auf Trevor Philp (Rang 30) die Qualifikation für den zweiten Durchgang klar.

Ski Alpin

Weltcup-Riesentorlauf der Männer in Sölden

 1. Marco Odermatt (SUI) 2:04,72  59,88 1:04,84

 2. Zan Kranjec (SLO) 2:05,48 +0,76 1:00,57 1:04,91

 3. Henrik Kristoffersen (NOR) 2:05,69 +0,97 1:00,83 1:04,86

 4. Lucas Braathen (NOR) 2:05,82 +1,10 1:00,29 1:05,53

 5. Rasmus Windingstad (NOR) 2:05,83 +1,11 1:01,36 1:04,47

 6. Tommy Ford (USA) 2:05,88 +1,16 1:02,26 1:03,62

 7. Loic Meillard (SUI) 2:05,91 +1,19 1:00,69 1:05,22

 8. Alexander Schmid (GER) 2:06,09 +1,37 1:01,21 1:04,88

 9. Stefan Hadalin (SLO) 2:06,10 +1,38 1:02,43 1:03,67

10. Thibaut Favrot (FRA) 2:06,12 +1,40 1:01,70 1:04,42

11. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 2:06,34 +1,62 1:02,12 1:04,22

12. Filip Zubcic (CRO) 2:06,39 +1,67 1:01,16 1:05,23

13. Marco Schwarz (AUT) 2:06,40  +1,68 1:01,39 1:05,01

14. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR) 2:06,51 +1,79 1:02,32 1:04,19

15. Trevor Philp (CAN) 2:06,52 +1,80 1:02,52 1:04,00

16. Manuel Feller (AUT) 2:06,53 +1,81 1:00,77 1:05,76

17. Erik Read (CAN) 2:06,59 +1,87 1:01,37 1:05,22

22. Patrick Feurstein (AUT) 2:06,88 +2,16 1:01,53 1:05,35

27. Vincent Kriechmayr (AUT) 2:08,84 +4,12 1:02,14 1:06,70

Weiter: 38. Raphael Haaser (AUT), 55. Thomas Dorner (AUT)

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Dominik Raschner (AUT), Matthias Mayer (AUT), Luca de Aliprandini (ITA), Stefan Luitz (GER)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Joan Verdu (AND), Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

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