Austria schrammt an historischem Sieg vorbei

Sport / 29.10.2022 • 20:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Stefano Surdanovic machte mit diesem Kopfball die 1:0-Führung für Austria Lustenau.
Stefano Surdanovic machte mit diesem Kopfball die 1:0-Führung für Austria Lustenau.

Lustenau spielt in einem dramatischen Match gegen Österreichs Rekordmeister Rapid Wien 3:3 (1:0)

Lustenau Was für ein Match zwischen Austria Lustenau und Rapid Wien. In der 96. Minute schoss Bryan Teixeira per Elfmeter die Austria zum vermeintlichen historischen Sieg, doch in der zehnten Minute der Nachspielzeit schlug Rapids Bernhard Zimmermann noch zu und fixierte den 3:3-Endstand in einem dramatischen Match.

“Mir tun die Burschen richtig leid. Sie haben eine historische Chance verpasst.”

Markus Mader, Trainer Austria Lustenau

Austrias Cheftrainer Markus Mader veränderte die Startelf gegenüber des 0:0 letzte Woche gegen die SV Ried an zwei Positionen. Torben Rhein und Lukas Fridrikas standen statt Bryan Teixeira und Yadalli Diaby in der ersten Elf. Damit veränderte sich auch das System. Mader ließ erstmals unter seiner Regie mit drei zentralen Mittelfeldspielern und zwei Spitzen, Fridrikas und Schmid, agieren. Und rührte damit von Beginn an defensiv Beton an. Der nur in den ersten Minuten bröckelte als sich die Gäste aus Wien gute Chancen zur Führung herausspielten. Einmal klärte Jean Hugonet (4.) nach einem Kopfball von Leopold Querfeld, bei einem Schuss von Guido Burgstaller war Austrias Tormann Domenik Schierl zur Stelle (6.) und Burgstaller vergab einen Kopfball in aussichtsreicher Position (18.). Richtig heiß wurde es nochmal, als Ferdy Drujf aus rund 18 Metern abzog (31.), doch Austrias Darijo Grujcic warf sich mutig in den Schuss.

Bryan Teixeira kam und traf zweimal - es reichte am Ende aber nur zu einem 3:3. <span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Bryan Teixeira kam und traf zweimal - es reichte am Ende aber nur zu einem 3:3. gepa

Von der Austria kam in den ersten 30 Minuten offensiv gar nichts. Zu sehr war man mit Defensivaufgaben beschäftigt. Dennoch gingen die Grün-Weißen in Führung. Nach einer perfekten Ecke von Rhein war Stefano Surdanovic per Kopf zur Stelle. Sträflichst allein gelassen von der Rapid-Verteidigung brauchte Surdanovic nur zu seinem dritten Saisontreffer einnicken. Der Treffer belebte die Mader-Elf. Kurz vor der Pause rettete Rapids Jonas Auer in extremis, als er in einen Querpass von Anthony Schmid grätschte (44.). Und Gäste-Goalie Niklas Hedl musste sich bei einem Weitschuss von Tobias Berger mächtig strecken (45.)

“Die Darstellung der Nachspielzeit stößt mir schon sehr auf. Es war vöölig unnötig so lange nachspielen zu lassen.”

Markus Mader, Trainer Austria Lustenau
Markus Mader war mit der Leistung seiner Elf zufrieden, mit der des Schiedsrichterteams nicht.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Markus Mader war mit der Leistung seiner Elf zufrieden, mit der des Schiedsrichterteams nicht.gepa

Drei Tore in der Nachspielzeit

Zum Start er zweiten Halbzeit agierte die Austria im System noch defensiver, kam in einem 5-4-1-Block aufs Feld. Man wollte auf Konter lauern, was aber nicht geschah. Weil Rapid Wien zu druckvoll agierte und sich immer wieder gefählrich Richtung Austria-gehäuse kombinieren konnte. Ante Bajic (49.) und Burgstaller (54.) verpassten aus gefährlicher Situation am langen Eck. Der Ausgleich lag in der Luft – und fiel auch. Rapids bester Mann Burgstaller war nach toller Vorarbeit von Bajic am kurzen Pfosten zur Stelle. Zu diesem Zeitpunkt völlih verdient.

Aber die Austria hatte ja noch Bryan Teixeira im Köcher. Den brachte Austrias Trainer Mader auch in der 64. Minute. Und plötzlich ging ein Ruck durch die Austria. Den Teixeira höchstpersönlich ausnutzte. Mit seiner zweiten Ballberührung nach grandioser Vorarbeit von Schmid schoss der Angreifer trocken zur erneuten Führung ein. Plötzlich wankte der Favorit aus Hütteldorf. Doch erneut Teixiera und Surdanovic (74.) vergaben. Zudem traf der eingewechselte Hakim Guenouche (81.) nach herrlicher Flanke von Anderson nur die Latte. Rapid versuchte in Folge alles, um auszugleichen – und traf durch Aleksa Pejic (76.) auch. Doch der VAR hatte was dagegen, Burgstaller stand im Abseits, Schiedsrichter Petru Ciochirca zog das Tor zurück. Aber die Wiener drückten weiter und alles schon mit dem Schlusspfiff rechneten war eben Burgstaller zur Stelle und verwertete eine Flanke von Nicolas Kühn perfekt (90+3.) zum 2:2.

Dawar die Welt der Austria noch in Ordnung, doch in der 100. Minute kassierte man noch den Ausgleich zum 3:3.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">a</span><span class="copyright">p</span>
Dawar die Welt der Austria noch in Ordnung, doch in der 100. Minute kassierte man noch den Ausgleich zum 3:3.geap

Doch die Partie war noch nicht zu Ende. Cem Türkmen nahm auf links sein Herz in die Hand, dribbelte in den Strafraum und wurde von Christopher Dibon gelegt. Die Folge: Elfmeter für die Austria, Teixiera (90+6.) schnappte sich die Kugel und schoss zum vermeintlichen historischen Sieg. Aber das Siel war immer noch nicht zu Ende und nach genau 9 Minuten und 45 Sekunden der Nachspielzeit kommt der mitaufgerückte Rapid-Goalie Hedl im Strafraum nach Einwurf mit dem Kopf an den Ball und verlängerte diesen Richtung langen Pfosten. Dort konnte Austrias Hugonet nicht entscheidend klären und der eingewechselte Bernhard Zimmermann drückte den Ball zum 3:3 für Rapid über die Linie.

Fussball, Admiral Bundesliga, 14. Spieltag

Austria Lustenau – SK Rapid Wien 3:3 (1:0)

Lustenau, Reichshofstadion, 4437 Zuschauer (ausverkauft), SR Ciochirca (ST)

Torfolge: 36. 1:0 Surdanovic, 59. 1:1 Burgstaller, 66. 2:1 Teixeira, 90+2. Burgstaller, 90+6. 3:2 Teixeira (Elfmeter), 90+10. 3:3 Zimmermann

Gelbe Karten: Grujcic bzw. Baraisic, Gartler

Austria Lustenau: Schierl – Anderson, Hugonet, Maak, Grujcic, Berger (64. Guenouche) – Rhein (70. Adriel), Grabher, Surdanovic (82. Türkmen) – Fridrikas (64. Teixeira), Schmid (70. Diaby)

Rapid Wien: Hedl – Koscelmik (86. Schick), Dibon, Querfeld, Auer – Bajic (67. Kühn), Pejic (87. Kerschbaum), Knasmüllner (67. Greil), Grüll – Druijf (80. Zimmermann) – Burgstaller

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