Ortlieb sitzt mitten im Gefecht

Sport / 31.10.2022 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Patrick Ortlieb: „Sehe den Sinn des medialen Aufschreis nicht.“ GEPA
Patrick Ortlieb: „Sehe den Sinn des medialen Aufschreis nicht.“ GEPA

Tochter des ÖSV-Finanzchefs arbeitet für die FIS, das passt Schröcksnadel nicht.

Lech Beim Österreichischen Skiverband rumort es. Patrick Ortlieb, Finanzchef des Österreichischen Skiverbandes, sei bereit, seinen Aufgaben im Verband niederzulegen, wurde im Zuge eines Mediengesprächs mit Ex-Präsident Peter Schröcksnadel (81) bekannt. „Ich habe noch gar nicht verifiziert, woher das kommt und ob das der Peter Schröcksnadel so gesagt hat“, ist für den Lecher Abfahrts-Olympiasieger vieles unklar. „Fakt ist: Das Gremium, das mich gewählt hat, kann einen Antrag auf meine Abwahl stellen. Das muss intern besprochen werden.“
Grund für die Aufregung ist Lara Ortlieb. Die Tochter des 55-jährigen Hoteliers arbeitet seit kurzem für den Internationalen Skiverband, in der neu gegründeten Gesellschaft FIS M&M, die als zentrale Anlaufstelle für alle zukünftigen Geschäfte mit Medien-, Rundfunk-, Marketing- und Sponsoringrechten installiert wurde. „Sie ist eine ganz normale Angestelle, die sich für den Job beworben und aufgrund ihrer Qualifikation bekommen hat.“ Die Arbeit habe in keiner Weise Einfluss auf den ÖSV, so Ortlieb. „Das ist weder ein Konkurrenzunternehmen, noch sonst was.“ Schröcksnadel soll, was Ortlieb nicht bestätigt, diese Konstellation für unvereinbar halten.

„Wem es nicht passt . . .“

Ortlieb nervt die Situation merklich. „Das ist ja lächerlich. Ich sehe den Sinn und Zweck des medialen Aufschreis nicht. Dass es alle aufgreifen und Copy and Paste übernehmen ist klar. Allen, denen es nicht passt, können natürlich meinen Job machen.“ Er verwende die Hälfte seiner Jahresarbeitszeit für den Skiverband. „Ehrenamtlich, wohlgemerkt.“
Ortlieb sitzt offenbar mitten im Gefecht zwischen Schröcksnadel und dem neuen FIS-Präsidenten Johan Eliasch (60). Der Tiroler hatte sich zuletzt immer wieder geäußert, kein Freund des neuen Chefs und dessen Amtsgebaren zu sein. „Ich kann seine Art der Verbandsführung nicht mehr mittragen“, sagte der einstige „Königsmacher“ von Eliasch dem „Kurier“. Er solle darüber nachdenken, wie der Weltverband wieder in ruhigere Gewässer finden kann, sonst „muss er weg“, wurde er in der „Kleinen Zeitung“ zitiert.
Schröcksnadel war nach dem Ausscheiden aus dem Council zum Direktor der FIS-Marketing-Gesellschaft gemacht worden, stieß dort aber auf Widerstand vonseiten Eliaschs. „Er will alles sofort haben – was aber nicht geht. Er sucht dann auch Lösungen mit Rechtsstreitigkeiten, das ist nicht mein Weg. Also bin ich ausgestiegen“, sagte Schröcksnadel. Der ÖSV hatte zudem mit anderen Nationen die Wahl von Eliasch als FIS-Präsident angefochten, der Fall wird am 5. Dezember vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verhandelt.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.