Marco Rossis langes Warten auf den ersten NHL-Punkt

Sport / 02.11.2022 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kirill Kaprizov staubt zum 3:0 ab, Marco Rossi (r.) hatte den Puck abgefangen und weitergeleitet. Montreal reklamierte einen Regelverstoß wegen eines zu hohen Stocks. AP
Kirill Kaprizov staubt zum 3:0 ab, Marco Rossi (r.) hatte den Puck abgefangen und weitergeleitet. Montreal reklamierte einen Regelverstoß wegen eines zu hohen Stocks. AP

Vorarlbergs Eishockeystar musste um den ersten Assist zittern.

St. Paul Es war ein langes Warten von Marco Rossi auf seinen ersten Scorerpunkt in der National Hockey League. Im neunten Saisonspiel, seinem elften in der NHL insgesamt, konnte der 20-jährige Mittelstürmer endlich seinen ersten regulären Assist für Minnesota Wild verbuchen. Bei 4:1 (0:0, 0:3, 1:1)-Erfolg gegen Montreal im Xcel Center von St. Paul assistierte der Rankweiler Kirill Kaprizov beim Tor zur 3:0-Führung.

„Früher oder später passiert es“

Es war 2:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit, die Spieluhr zeigte 14:55 Minuten im zweiten Drittel an, als der historische Assist von Rossi passierte. Gewiss, den Punkt auch gutgeschrieben zu bekommen, war er aber erst drei Minuten später. Montreals Coach Martin St. Louis beanspruchte den Videobeweis wegen eines hohen Stocks. Rossis Eishockeyschläger soll über der Schulterhöhe gewesen sein, als er den Puck zu Kaprizov weiterleitete. „Ich habe nur gebetet“, sagte der Ländle-Profi zur Situation. Immer wieder wurde er von der Fernsehregie eingeblendet, wie er selbst etwas ratlos und der Entscheidung harrend auf der Spielerbank saß. Als die Referees dann nach dem TV-Studium auf „good goal“, also reguläres Tor, entschieden, war ihm die Erleichterung anzumerken. Von seinen Mitspielern wurde er auf der Bank mehr gefeiert, als der russische Torschütze für dessen achten Treffer dieser Saison. „Für mich war es wichtig, einfach weiterzumachen, weil ich wusste, dass es früher oder später passieren wird. In den ersten acht Spielen hatte ich keine Punkte, also denkst du vielleicht manchmal zu viel darüber nach. Als Stürmer ist es natürlich irgendwie frustrierend, wenn du keine Punkte machst. Also ja, ich bin wirklich froh, diesen ersten Punkt zu haben.“ Er kam auf eine Einsatzzeit von 13:38 Minuten, stand 34 Sekunden in Überzahl, 22 in Unterzahl auf dem Eis.
Rossi war dann auch für den Rest des Spieles präsenter, von Trainer Dean Evason wurde er sogar in Unterzahl aufs Eis geschickt. Und auch in den Zweikämpfen legte er sich wie einst Vater Michael ins Zeug, war mittendrin bei zwei Auseindersetzungen. Nach einem Duell mit Juraj Slafkovsky setzte Rossi gegen den Slowaken die Schulter ein, die Nummer eins des diesjährigen Drafts landete unsanft in der Bande. Der Check wurde als sauber angesehen, Strafe gab es keine. Sehr wohl wurde Montreals Chris Wideman aktiv, der wanderte für seine Stockattacke gegen den Stürmer aus dem Ländle auf die Strafbank. Von seinen Wild-Kollegen geschützt wurde er dann am Ende des Spiels nach einem körperbetonten Einsatz mit Arber Xhekaj, der zuerst den Schläger verloren hatte, dann nochmals Rossis Weg kreuzte. Connor Dewar half im Handgemenge gegen Xhekaj und Johnathan Kovacevic aus.

Kirill Kaprizov bedankt sich bei Marco Rossi für die Vorlage. AP
Kirill Kaprizov bedankt sich bei Marco Rossi für die Vorlage. AP

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