Naturschnee am Freitag, doch was dann . . .

Sport / 02.11.2022 • 19:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit den kühleren Temperaturen haben die Arbeiten in der Flexenarena für die Weltcup- und Trainingsstrecke begonnen. OK-Präsident Patrick Ortlieb (kl. B.) sprach in Vorarlberg LIVE über den aktuellen Stand und Aussagen von Ex-ÖSV-Chef Schröcksnadel.Paulitsch
Mit den kühleren Temperaturen haben die Arbeiten in der Flexenarena für die Weltcup- und Trainingsstrecke begonnen. OK-Präsident Patrick Ortlieb (kl. B.) sprach in Vorarlberg LIVE über den aktuellen Stand und Aussagen von Ex-ÖSV-Chef Schröcksnadel.Paulitsch

Der Nervenkitzel rund um den Weltcup Lech-Zürs geht weiter.

Lech-Zürs Philipp Zangerl, Vorstandsvorsitzender von Ski Zürs und OK-Chef der geplanten Ski-Weltcuprennen im Nobelskiort, packt den Galgenhumor aus. „Ich melde mich jetzt aus Mallorca. Zu Hause in Zürs versuchen wir alles, um die Veranstaltung zur Durchführung zu bringen.“ Zum Galgenhumor gesellte sich bei Zangerl am Mittwoch jedoch auch eine Portion Optimismus. „Wir erwarten einen Kälteeinbruch mit Schneefall. Das kann uns natürlich nur guttun.“

Zwischen 20 und 40 Zentimeter

Maria Meingast von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Innsbruck (ZAMG) bestärkt den 46-Jährigen in seiner Hoffnung. „Ja“, sagt die Expertin, „ wir erleben am Freitag einen Temperatursturz mit Niederschlägen. Auf Höhe der Rennstrecke (Anm.: 1700 Meter) definitiv in Form von Schnee.“ Mit zwischen 20 und 40 Zentimeter soll Frau Holle die Flexenarena und die Landschaft rundherum beglücken. Über die Menge sind sich die vorliegenden Wettermodelle noch nicht einig. „Das gibt uns eine Grundlage. Zumal die Minusgrade auch die Erzeugung von Kunstschnee zulassen“, freuen sich Zangerl und sein Team.

Schneedepots geöffnet

Bereits jetzt wird aus den umliegenden Schneedepots das „weiße Gold“ herausgeholt und für die Verarbeitung positioniert. „Am Donnerstag gehen wir daran, den Schnee zu verteilen“, kündigt Zangerl an. Insgesamt 10.000 Kubikmeter Schnee sind für die Präparierung der Rennstrecke in den Depots eingelagert. Ein Viertel davon wurde aktuell bereitgestellt.

Für die am Freitag stattfindende Schneekontrolle der FIS werden die Veranstalter wohl gute Neuigkeiten präsentieren können. Doch ob dies auch für eine gesicherte Abhaltung der zwei Rennen ausreicht, ist dennoch ungewiss. Denn: Die mittelfristigen Wetterprognosen nach dem Kälteeinbruch mit Naturschnee für den Freitag sind leider nicht ermutigend.

Es wird wieder mild

Meteorologin Meingasts Blick in die vorliegenden Wetterkarten geben Anlass zu Skepsis. „Am Wochenende bleibt es noch kühl. Es kann auch noch ein paar Flocken Schnee geben. Doch mit Beginn der kommenden Woche steigen die Temperaturen.“ Konkret: Bis auf knapp zehn Grad steigen die Temperaturen auch auf 2000 Meter wieder. In den Nächten ist kein Frost zu erwarten. Ob sich dieser Wettertrend bis bis inklusive Wochenende fortsetzt, sei aus heutiger Sicht schwer zu prognostizieren, meint die Meteorologin. Was für die Veranstalter der Weltcuprennen in Lech-Zürs heißt: Die Durchführung bleibt ungewiss.

Dessen ist sich auch OK-Präsident Patrick Ortlieb bewusst, wie der 55-Jährige im Gespräch mit Vorarlberg LIVE bestätigt. Man klammere sich bezüglich des Wetters an den„letzten Strohhalm“ und hoffe, die Entscheidung bezüglich der Rennen (12. November/Damen bzw. 13. November/Herren) noch hinausschieben zu können. Im kommenden Weltcupjahr soll der Termin im November weiter nach hinten verschoben werden. Was eine längere Saison im Frühjahr betrifft, so gebe es eine klare Aussage seitens der FIS. „Bis in die erste Aprilwoche ist denkbar, mehr nicht“, sagt Ortlieb, der für den ÖSV das Mandat im FIS-Vorstand bekleidet. Zurück zu Lech-Zürs: Sportlich liest sich die „Longlist“ gut, finden sich doch die Namen der Konkurrentinnen von Katharina Liensberger, Petra Vlhova und Mikaela Shiffrin, darauf. Die Flutlichtmasten stehen, müssen auf BH-Bescheid, befristet, über den Sommer nicht abgebaut werden. Zudem würden die LED-Beleuchtung sowie die Schneekanononen energieeffizient arbeiten. hk-cha

„Die Masten stehen lassen zu dürfen, ist eine vernünftige Entscheidung. Danke dafür.“

Naturschnee am Freitag, doch was dann . . .

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