„Viele weite Sprünge“

Sport / 03.11.2022 • 21:28 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Im Training zeigt Eva Pinkelnig ihre Fußballqualitäten.gepa
Im Training zeigt Eva Pinkelnig ihre Fußballqualitäten.gepa

Sprung- und nicht ergebnisorientiert denken, so geht Eva Pinkelnig in die neue Saison.

Wisla Mit der heutigen Qualifikation für den Bewerb am Samstag startet für Eva Pinkelnig eine intensive und zugleich spannende Saison. Nie zuvor war das Wettkampfprogramm so groß: 26 Einzelbewerbe sind bis Ende März geplant, außerdem noch zwei Mixed-Konkurrenzen und ein Super-Team-Event. Doch all das erzeugt bei der 34-jährigen Vorarlbergerin keinen Stress, vielmehr ist im Gespräch mit den VN die Vorfreude spürbar. „Es jagt ja ein Highlight das nächste“, sagt sie und beginnt mit der Aufzählung. „Erstmals starten wir mit den Männern in die Saison, erstmals so früh und erstmals auf Matten.“ Erst einmal angefangen, ist die in Hard lebende, 160 cm große Springerin nicht mehr zu stoppen. „Die Silvestertour ist richtig cool, auf Japan freue ich mich dann besonders. Da bin ich immer gut gesprungen. Dann natürlich die WM in Planica, die Raw-Air-Tour mit dem Skifliegen zum Abschluss. Eine lange, aber extrem spannende Saison.“ Als Routinier hat sie in all den Jahren auch gelernt, gut auf den Körper zu hören. „Ab einem gewissen Alter spürst du, ob sich in dir der innere Schweinehund regt oder ob du wirklich müde bist. Dann heißt es, entweder den Schweinehund überwinden oder sich wirklich eine Auszeit zu gönnen.“ Vor ihrer achten Saison profitiert Pinkelnig von ihren Erfahrungen – in sportlicher und verletzungstechnischer Hinsicht – ebenso wie von ihrem Ehrgeiz. Faktoren, die auf eine gute Saison hoffen lassen. Dass die heimische Springerin gut in Form ist, hat sie bei der österreichischen Meisterschaft mit ihren Siegen auf der Normal- und auf der Großschanze – ein Doppelsieg wie schon 2018 – bewiesen. Zudem gewann sie am 17. September im rumänischen Rasnov erstmals ein Springen anlässlich des Sommer-GP‘s, um nur einen Tag danach nachzudoppeln.

Konsequente Trainingsarbeit

Die Formkurve stimmt laut Pinkelnig vor allem dank eines perfekt abgestimmten Trainingsplans. Das Krafttraining absolvierte sie in erster Linie im Olympiazentrum in Dornbirn. Mit den dabei erzielten Daten gab es ein zwischen ÖSV und VSV abgestimmtes Trainingsprogramm. Zusammen mit Cheftrainer Harald Rodlauer sowie dem Ex-Springer Thomas Diethart habe man intensiv am Absprung gefeilt. „Ziel war es, die Kraft in meinen Beinen auf den Tisch zu bringen. Die athletischen Komponenten sind gegeben, jetzt ist es wichtig, dies auch umzusetzen.“ Das, so Pinkelnig, sei auch gut gelungen.

Keine Probleme hat sie mit der Tatsache, dass der Auftakt auf einer Mattenschanze passiert. „Wir trainieren ja im Sommer auf Mattenschanzen und haben diesbezüglich in Österreich super Verhältnisse. Außerdem kann das Skispringen mit der Eisspur und Matten im Auslauf in Bezug auf Nachhaltigkeit im Wintersport eine Vorreiterrolle übernehmen.“ Auf ihr persönliches Befinden angesprochen, ist ihren Worten ein wenig Ungeduld zu entnehmen. „Ich freue mich, wenn ich losgelassen werde“, sagt sie. Weil sie über den Sommer extrem gut Energie getankt habe. Weil sie einen coolen Job habe. Und weil ihr 2020 erlittener Milzriss gut verheilt sei. Intern habe man sich zudem davon entfernt, nur ergebnisorientiert zu denken. „Wir arbeiten sprungorientiert“, stellt die Athletin des WSV Tschagguns klar. Dies jetzt auf die Schanze zu bringen, sei das große Ziel. Und natürlich, so die dreifache Weltcupsiegerin in Einzelbewerben, wäre es schön, wieder die Nationalhymne zu hören. „In erster Linie will ich jedoch sehr viele weite Sprünge genießen und meine Jubelschreie hören.“ Zumal Pinkelnig, die in Wisla mit Sara Maria Kramer, Chiara Kreuzer, Jacqueline Seifriedsberger und Hannah Wiegele, ein starkes ÖSV-Team bildet, das den Sloweninnen die Stirn bieten will.

„Das Ziel sind viele weite Sprünge und Jubelschreie und natürlich die Nationalhymne hören.“

Ab heute gilt es, die Erkenntnisse aus dem Sommertraining wollen umgesetzt werden.gepa
Ab heute gilt es, die Erkenntnisse aus dem Sommertraining wollen umgesetzt werden.gepa
„Viele weite Sprünge“

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