„Es geht alles leicht von der Hand“

Sport / 07.11.2022 • 22:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Fabio Hofer läuft in dieser Saison beim EHC Biel zu großer Form auf.Stiplovsek, ap
Fabio Hofer läuft in dieser Saison beim EHC Biel zu großer Form auf.Stiplovsek, ap

Eishockeyexport Fabio Hofer spielt sich in der Schweiz ins Rampenlicht.

Lustenau Fabio Hofer ist derzeit Österreichs bester Eishockeystürmer. Der Lustenauer in Diensten des EHC Biel ließ sich in 18 Spielen 22 Punkte gutschreiben, traf acht Mal ins gegnerische Tor. Macht Platz drei in der Scorerliste der Schweizer National League. Vom Boulevardblatt „Blick“ wurde der 31-jährige Familienvater als „bester Spieler des Monats Oktober“ geadelt. „Das ist schon eine Ehre. So etwas freut einen Spieler immer, es ist eine schöne Auszeichnung.“

Die H2O-Linie funktioniert

Hofer ist in der Punkteliste von Legionären wie Roman Cervenka (Rapperswil), Valtteri Filippula (Genf), Philip-Michaël Devos (Ajoie) Chris DiDomenico (Bern) oder Jan Kovar (Zug) umgeben. „Ich bin momentan verletzungsfrei, fühle mich fit. Es geht alles leicht von der Hand“, erklärt er seinen Höhenflug. Der Wohlfühlfaktor gehöre dazu. „Unsere Linie funktioniert sehr gut“, sagt der Flügelstürmer mit Schweizer Lizenz. „In der vergangenen Saison war ich auch nicht schlecht unterwegs, wurde dann von einer Fingerverletzung gestoppt.“ Hofer trägt bei den Bielern den Goldhelm für den besten Scorer und führt die sogenannte H2O-Linie mit dem Schweizer Nationalteamspieler Gaetan Haas und dem Schweden Jesper Olofsson an. „Die Chemie zwischen uns stimmt, alle sind läuferisch sehr gut. Wir bekommen von Trainer Antti Törmänen auf dem Eis viele Freiheiten, dürfen uns auch entfalten. Der Oktober war ein goldener Monat. Ich hoffe, dass es im November so bleibt. So eine Serie wird schwierig zu wiederholen sein. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben. Dann schauen wir, ob es sich an diesen Leistungen anknüpfen lässt.“ Der EHC Biel konnte sich mit zehn Siegen in Serie bis auf den zweiten Tabellenplatz vorarbeiten. Das Play-off, im vergangenen Frühling war bereits in Runde eins gegen Rapperswil Endstation, bleibt das Ziel: „Wir sind nach Plan unterwegs, wollen so weit wie möglich kommen. Gelingt es uns, verletzungsfrei zu bleiben, kann es eine sehr gute Saison werden.“

Die jährlich erscheinende Schweizer Eishockey-Bibel stufte Hofer gegenüber der Vorsaison ab. Von 6,6 auf 6,5 Punkte, also auf hohem Niveau, bei einer Bestnote von sieben. „Zu fragil, um 40 Punkte zu buchen“, hieß es in der Begründung. Aber im Kontrast war in der Vorhersage auch zu lesen: „Er ist wendig und clever, um 40 Punkte zu erzielen.“ Hofer lacht: „Ich habe diese Bewertung noch gar nicht gesehen.“ Aktuell ist er jedenfalls der beste deutschsprachige Spieler im Nachbarland – bei 52 Grunddurchgangsspielen und einem aktuellen Schnitt von 1,2 pro Partie auf dem Weg zu weit mehr als 40 Scorerpunkten.

Nationalteam ist kein Thema mehr

Seine Statistik macht Hofer zum besten heimischen Eishockeystürmer. Marco Kasper (Rögle) etwa bringt es auf zehn Punkte in 16 Spielen, Konstantin Komarek (Lulea) in 16 Partien auf acht. In der win2day Ice Liga liegt der Linzer Stefan Gaffal mit 16 Punkten aus 17 Spielen hinter lauter Legionären auf dem zwölften Platz.

Es lag auf der Hand, dass Hofer im Vorfeld des Deutschland Cups (ab Donnerstag in Krefeld) wieder ein Thema für die österreichische Nationalmannschaft wurde. „Roger Bader hat sich vor rund zwei Wochen bei mir gemeldet“, bestätigt Hofer. „Aber ich bleibe bei meiner Rücktrittsentscheidung. Ich möchte mich auf meinen Verein konzentrieren, und vor allem für meine Frau und die Kinder mehr Zeit haben.“ Gattin Sophie lebt mit Lia und Luis in Lustenau, sooft es geht, wird gependelt. „Wenn ich ein paar freie Tage finde, fahre ich nach Lustenau, sonst kommt meine Frau mit den Kindern nach Biel.“

Hofers Vertrag läuft noch eine weitere Saison. „Ich mache mir natürlich Gedanken, wie es nach dem aktiven Sport weitergehen könnte. Ich komme aus dem Maschinenbau, werde mich möglicherweise in dieser Richtung orientieren.“ Solange es im Eishockey wie geschmiert läuft, haben diese Pläne allerdings Zeit.

„Wir bekommen von Trainer Törmänen viele Freiheiten und dürfen uns entfalten.“

Fabio Hofer läuft in dieser Saison beim EHC Biel zu großer Form auf.Stiplovsek, ap
Fabio Hofer läuft in dieser Saison beim EHC Biel zu großer Form auf.Stiplovsek, ap
Happy Halloween bei den Hofers.
Happy Halloween bei den Hofers.
Hofer studiert seine Benotung.
Hofer studiert seine Benotung.

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