Für Estre ist der Titel in Reichweite

Sport / 10.11.2022 • 22:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit dem Porsche 911 RSR-19 fährt Kevin Estre in der Langstrecken-WM zum letzten Mal aus.Porsche/Tap
Mit dem Porsche 911 RSR-19 fährt Kevin Estre in der Langstrecken-WM zum letzten Mal aus.Porsche/Tap

Die Saison der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft geht in Bahrain zu Ende.

Sakhir Endspurt im Kampf um Punkte in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft auf der Grand Prix Strecke in Sakhir, dem Bahrain International Circuit. Für Kevin Estre ist es die letzte Chance, den WM-Titel in der GTE-Pro-Klasse nach Höchst zu holen. Mit Michael Christensen (Den) teilt sich der 34-Jährige den Porsche 911 RSR-19 für die Acht-Stunden-Konkurrenz. Es ist dies der letzte Auftritt mit dem Werkswagen der GTE-Kategorie, die Klasse wird in der nächsten Saison nicht mehr gefahren. „In Bahrain wird es bei der letzten Ausfahrt auf jeden Fall hoch emotional. Mit diesem Auto und in dieser Kategorie habe ich die größten Titel meiner bisherigen Karriere gewonnen.“

Elf Punkte Rückstand

Porsche hat sich beim Abschiedsrennen für seine Piloten etwas Besonderes einfallen lassen. Beide Autos erscheinen in einem speziellen Design, sollen an die vergangenen zehn erfolgreichen Saisonen erinnern. Immerhin waren Estre und Christensen 2018 Le-Mans-Sieger, zugleich gewannen sie auch die WM in der WEC der Grand-Tourismo-Wagen. Vor dem finalen Lauf, bei dem es 38 Punkte (plus einen für die Poleposition) gibt, fährt das Duo mit nur elf Zählern Rückstand um den Titel mit.

Mit Bahrain haben die beiden sowieso noch eine Rechnung offen. In der vergangenen Saison verpassten sie das Championat in Führung liegend nur durch ein unfaires Manöver der Konkurrenz kurz vor Rennende. „Das bringt natürlich maximale Motivation mit sich, wir wollen die Revanche für uns entscheiden.“ Entgegen kommt Estre das Reglement, denn der führende Ferrari 488 GTE Evo mit Alessandro Pier Guidi/James Calado kann durch eine Verringerung beim Ladedruck nur eingeschränkt fahren.

Im privaten Bereich befindet sich Estre bereits auf der Überholspur, Ende November wird er in sein neues Haus am Rande von Höchst einziehen. Familienzuwachs gab es außerdem, Anfang November wurde Tochter Bella geboren, mit Frau Carolin und Sohn Tommy zieht man zu viert ins neue Haus ein.

Sportlich wird Estre weiter ein Porsche-Fahrer bleiben, denn die Zuffenhausener steigen wieder in die Topliga der FIA World Endurance Championship (WEC) ein. 2023 bringt man den Porsche 963 Prototyp der Klasse LMDh (Le Mans/Daytona/Hybrid) an den Start.

Jensen fährt mit Ex-F1-Piloten

Mikkel Jensen kommt im Peugeot 9X8 mit der Nummer 93 durchaus für einen Podestplatz in Frage. Mit dem 27-jährigen Wahl-Bregenzer sitzen gleich zwei ehemalige Formel 1 Piloten im Cockpit. Paul di Resta und Jean-Eric Vergne werden sich das Hybrid-Hypercar teilen und ihr drittes Saisonrennen absolvieren, nachdem die Franzosen erst im Juli ihr Debüt in Monza gegeben haben. Peugeot hat viel Zeit im Simulator bei Paris verbracht, um sich für dieses Rennen vorzubereiten.

Rene Rast wird sein letztes Rennen in der LMP2 Prototypen Klasse mit dem Oreca-07-Gibson bestreiten, denn der bisherige Audi-Werksfahrer konnte wegen seines DTM-Engagements nicht alle Rennen bestritten. Für eine Topplatzierung mit seinen Kollegen Sean Gelael/Robin Frijns sollte es allemal reichen. Der Bregenzer bleibt weiter der WEC-Gemeinde erhalten. Sein neuer Arbeitgeber BMW steigt erst ab 2024 in der Langstreckenmeisterschaft mit einem LMDh ein, greift dann aber auf die bewährte Mannschaft von WRT zurück. 2023 wird Rast noch im GT Sport auch im BMW-Entwicklungsprogramm für die WEC tätig sein.

Das Rennen aus Sakhir wird im Live-Stream auf der WEC-Seite im Internet übertragen. MN

„In Bahrain wird es beim letzten Rennen auf jeden Fall emotional.“

Mit dem Porsche 911 RSR-19 fährt Kevin Estre in der Langstrecken-WM zum letzten Mal aus.Porsche/Tap
Mit dem Porsche 911 RSR-19 fährt Kevin Estre in der Langstrecken-WM zum letzten Mal aus.Porsche/Tap

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