Eine Niederlage, die lange nachhallen wird

Sport / 13.11.2022 • 20:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Aufarbeitung der zweiten Derbyniederlage für Altach-Coach Klose wichtig.

Altach Die Demütigung nahm von Beginn weg ihren Lauf, in keiner Phase des Spiels war Altach in der Lage, Nadelstiche zu setzen. „Lustenau hat uns mit der Intensität wieder erdrückt. Das ist jetzt das zweite Mal passiert. Einfach unerklärlich“, suchte Altachs Torhüter Tino Casali nach dem Schlusspfiff keine Ausrede ob der bitteren Niederlage. Vielmehr klangen die Worte des 26-Jährigen noch einmal danach, den Finger in die Wunde zu legen: „Lustenau war heute wieder viel geiler auf den Sieg. Das darf es einfach nicht zweimal geben.“ Während des Spiels hatte Casali seine Mitspieler mehrmals zur Brust genommen. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich keinen sehen will, der hofft, dass die Partie bald aus ist. Wir müssen das hier sauber fertigspielen.“

Klare Ansagen des Trainers

So ganz fertig ist die Darbietung jedoch auch nach dem Schlusspfiff nicht. In Altach wird man über den Winter hinweg an der zweiten Pleite gegen den direkten Konkurrenten aus dem Ländle zu knabbern haben. Trainer Miroslav Klose weiß, dass sich vieles im Kopf abspielt. Als Entschuldigung für die Leistung will er es jedoch nicht gelten lassen. Er will eine Erklärung von den Spielern, weshalb sie die Partie diese Woche noch einmal zu sehen bekommen. Ganz sicher in Ausschnitten. „Vielleicht auch das ganze Spiel“, sagt der 44-Jährige. „Ich will in ihre Gesichter schauen.“ Vieles habe man während der Woche gemacht, vieles einstudiert und auch Lockerheit vermittelt – um auf den Punkt da zu sein. Doch dann war nur die Verunsicherung zu sehen. „Ich dachte, wir sind schon weiter“, gibt Klose gerne zu, um dann festzustellen: „Jeder verlässt sich auf den anderen. Ich möchte aber, dass jeder zuerst mal seine Leistung bringt und dann den anderen unterstützt. Aber wenn du deinem Mitspieler den Ball nur in die Füße spielst und sagst ,mach du mal‘, dann gibst du die Verantwortung einfach nur weiter.“ Natürlich, so Klose weiter, verstehe er, dass Läufe leichter sind, wenn „du 2:0 führst. Aber Lustenau hat es schon vorher gemacht. Das ist Einstellungssache. Das musst du dir erarbeiten im täglichen Training“. Die Spieler, so ist er sich sicher, werden daraus lernen. „Ich weiß, welchen Weg wir schon gegangen sind und wie wir uns verbessert haben. Das ist ein stetiger Prozess. Jeden Tag lernen, so ist das Leben.“

Klose will bei diesem Lernprozess vorangehen, will darin „die Jungs unterstützen“. Im Fußball könne man nicht immer alles fußballerisch ausführen. „Da kannst du noch so talentiert sein. Du kommst nur weiter, wenn du auch lernst, gegen den Ball zu arbeiten.“ Eine klare Ansage, ein klares Ziel.

„Du kommst nur weiter, wenn du auch lernst gegen den Ball zu arbeiten.“

Die Zahlen zum Spiel

SC Austria Lustenau Cashpoint SCR Altach

12 Schüsse gesamt 13

 5 Schüsse auf das Tor 5

42,7 % Ballbesitz 57,3 %

 0 Eckbälle 5

 7 Flanken 20

52,8 % Zweikampfquote 47,2 %

 1 Abseits 0

68,8 % Passquote 76,4 %

27 Fouls 19

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