Freude in Deutschland über Wanners Reise zum ÖFB hält sich in Grenzen

Sport / 16.11.2022 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erst 16 Jahre alt ist Paul Wanner (hier im Training mit dem ÖFB-Team). David Alaba hatte als 17-Jähriger im ÖFB-A-Team debütiert.gepa
Erst 16 Jahre alt ist Paul Wanner (hier im Training mit dem ÖFB-Team). David Alaba hatte als 17-Jähriger im ÖFB-A-Team debütiert.gepa

Joti Chatzialexiou, sportlicher Leiter der deutschen Nationalteams, verurteilt „Verbands-Hopping“.

München Er sei nicht ganz glücklich darüber, dass Jungprofi Paul Wanner (Bayern München) einen Lehrgang des österreichischen Verbandes ÖFB besucht, stellt Joti Chatzialexiou in einem Interview klar. „Grundsätzlich bin ich kein Freund von Verbands-Hopping. Für eine Nationalmannschaft zu spielen, bedeutet, sich mit dem Land und dem Verband zu identifizieren. Das fordern wir von jedem Spieler ein“, wird der 46-Jährige zitiert.

Chatzialexiou hofft, dass sich der 16 Jahre alte gebürtige Österreicher am Ende für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) entscheidet. „Bei allem Respekt vor Österreich: Natürlich ist der Weg zum A-Nationalspieler in Deutschland etwas schwieriger. Gerade als junger Spieler braucht man Geduld. Natürlich möchten wir Paul weiterhin im Deutschland-Trikot sehen“, betonte er. Letztlich liege die Entscheidung, „für welche Nationalmannschaft er spielen und welchen Weg er gehen möchte, aber bei ihm selbst“.

Wanner ist seit der U-15 fester Bestandteil der deutschen U-Nationalmannschaften, „sodass wir mit ihm im permanenten Austausch stehen, was seine Weiterentwicklung und seine Perspektiven angeht. Dass er ebenfalls für Österreich spielberechtigt ist, ist bekannt“, sagte Chatzialexiou. Er, die U-Trainer und sogar Bundestrainer Hansi Flick stünden bereits seit Februar mit ihm im Austausch.

Paul Wanner und der DFB-Plan

„Er kennt den Plan, den wir für ihn haben. Als Ralf Rangnick kürzlich bei uns am DFB-Campus war, hat er uns darüber informiert, dass er Paul für einen Sichtungslehrgang in Österreich nominieren wird. Diese Erfahrung möchte Paul machen, wir haben seine Entscheidung akzeptiert“, sagte Chatzialexiou.

„Im Moment ist es sicherlich noch kein Thema“, sagte Rangnick über Wanners Einsatzmöglichkeiten im A-Team. „Aber man muss schauen, wie er sich entwickelt. Setzt er sich bei Bayern durch, setzt er sich woanders durch? In erster Linie steht es damit in Zusammenhang.“

Wanner ist der jüngste Spieler der Bayern-Geschichte – sowohl in der deutschen Bundesliga als auch in der Champions League. Der gebürtige Dornbirner hat bisher aber nur für deutsche Nachwuchs-Nationalteams gespielt. „Wir haben gesagt, es macht Sinn, dass er bei uns dabei ist, damit wir ihn kennenlernen, damit aber auch er einmal mitkriegt, wie wir arbeiten, wie die Mitspieler sind, wie die Atmosphäre grundsätzlich für ihn ist“, erklärte Rangnick.

„Bei allem Respekt vor Österreich: Der Weg in Deutschland zum A-Teamspieler ist schwerer.“

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