WM belebt Weihnachtsgeschäft

Sport / 17.11.2022 • 17:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
tipp3-Geschäftsführer Philip Newald über das Wettverhalten der Vorarlberger.apa
tipp3-Geschäftsführer Philip Newald über das Wettverhalten der Vorarlberger.apa

Wettanbieter verspüren trotz der Kritik an der Endrunde in Katar reges Interesse.

Wien „Mit Österreich wäre es natürlich ein wirkliches Weihnachtsgeschäft, so ist es ein starkes Geschäft, aber kein boomendes“, erläuterte Philip Newald, der Geschäftsführer von tipp3. Der Wintertermin und die sehr kurze Pause vor Turnierbeginn führt aber auch hierzulande dazu, dass das vor Großevents übliche Loch wegfalle. „Wir gehen davon aus, dass das Niveau von Anfang höher ist als sonst. Normalerweise brauchen die Kunden etwas Zeit, um in der WM anzukommen, einen Überblick über Stärken und Schwächen zu haben und ihre Wetten zielsicher zu platzieren.“

Viele Überraschungen

Üblicherweise mache sich eine WM im Jahresumsatz wie ein zusätzlicher Monat bemerkbar. Dazu tragen auch viele Kunden bei, die ausschließlich auf Großevents setzen. „Es gibt eine eigene Klientel, die wettet nur bei Großereignissen und in der WM-Quali oder beim Champions-League-Finale“, erläuterte der Chef heimischen Nummer zwei am Wettenmarkt hinter Admiral.

Außergewöhnlich sei, dass ein Großteil der Kunden mit vielen Überraschungen rechne. Wetten auf einen Außenseiter-Weltmeister würden extrem oft gespielt, sagte Newald und nannte Dänemark als Beispiel. Die WM-Favoriten sind freilich auch für seine Buchmacher die üblichen Verdächtigen wie Brasilien, Argentinien und Frankreich. Eine mitentscheidende Rolle komme auch der speziellen Konstellation der WM zu. „Aus Sicht unserer Buchmacher wird sich das Team durchsetzen, das das beste Mannschaftsgefüge findet, weil das Turnier schon in einer eigenartigen Umgebung stattfindet.“

Mit der Kritik am WM-Ausrichter, gesellschaftspolitischen Themen und dem Zeitpunkt des Turniers hat sich auch Newald mit seiner Belegschaft und im Austausch mit seinen Vertriebspartnern intensiv beschäftigen müssen. „Diese WM ist sicher die herausforderndste, die wir je hatten“, erläuterte Newald bezüglich der Begleitumstände und gab zu, die Emotionalität des Themas vor den vergangenen Wochen ein wenig unterschätzt zu haben.

Intern intensive Gespräche

Man gehe jetzt jedenfalls einen ehrlich-authentischen Weg, indem man das Geschäft sehr professionell abwickle, gleichzeitig aber einen Teil des Ertrages mit dem Partner Fairplay für wichtige Themen wie Anti-Homophobie und Anti-Diskriminierung einsetze. Als Buchmacher solle man aber nicht unbedingt nur den moralischen Zeigefinger heben, wie er anfügte. Newald hofft, dass man nach Katar wieder zum Normalbetrieb zurückfindet. „Diese WM ist ein spannendes Thema, aber wir sind trotzdem froh, wenn der Fußball dann wieder dahin zurückkehrt, wo er einmal war.“ Er rechnet trotz allem mit hohen Einschaltquoten und hofft ungeachtet der besonderen Umstände auf eine gelungene WM. Auch was das eigene Geschäft betrifft. „Wir sind guter Dinge, dass es einen guten Mix für alle Beteiligten gibt.“

„Vor dem Turnier wird auf Mannschaften gewettet, denen man den Erfolg wünscht.“

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