Zäher Start für Liensberger

Sport / 20.11.2022 • 19:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Katharina Liensberger muss im flachen Teil nach verlorener Zeit suchen.AP, GEPA
Katharina Liensberger muss im flachen Teil nach verlorener Zeit suchen.AP, GEPA

Beim Slalomdoppelsieg von Mikaela Shiffrin in Levi gab es für die Göfnerin die Plätze elf und acht.

Levi Es war nicht der Saisonstart, den sich Katharina Liensberger vorgenommen hat. Die Plätze elf und acht bei den beiden Weltcup-Slaloms im finnischen Levi fallen unter die Kategorie zäh. „Es war definitiv kein leichter Start in die Saison“, zeigte sich die Göfnerin von den Resultaten her nicht zufrieden. „Ich habe mein Bestes gegeben im zweiten Lauf“, meinte sie gestern. „Es wollte nicht für weiter nach vorne reichen. Vom Gefühl her ist es gemischt. Ich habe sehr wohl Schwünge dabei, bei denen habe ich gemerkt, da komme ich ganz gut ins Fahren. Speziell im Steilhang, da hat es teilweise gut funktioniert. Aber im Flachen, da muss ich mehr Gas geben und weiterarbeiten.“

„Das ist inakzeptabel“

Nach dem ersten Slalom landeten neben Liensberger mit Katharina Truppe (15.), Marie-Therese Sporer (16.) Katharina Huber (19.), Chiara Mair (20.) und Franziska Gritsch (25.) noch weitere fünf ÖSV-Damen in den Punkten, im zweiten Bewerb war nur mehr Truppe auf Platz 21 zu finden. Thomas Trinker, der neue Frauen-Rennsportleiter im ÖSV, ging mit seinen Damen hart ins Gericht. „Ich würde fast sagen, das ist inakzeptabel, was da passiert ist“, macht er aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Wir machen zu viele Fehler, sind technisch nicht auf dem Niveau, von dem wir ausgehen, auch vom Angriff her nicht auf dem Niveau. Und das summiert sich, dann können wir nicht mithalten. Es kommen von den anderen Nationen wie Kroatien, Schweden oder Norwegen ein paar junge Läuferinnen, da müssen wir uns ganz schön strecken, dass wir da mithalten können. Das Potenzial ist da, das müssen wir jetzt abrufen.“

Herausragend unterwegs war in Levi wieder einmal Mikaela Shiffrin. Sie legte nach dem 75er-Jubiläum am Samstag gestern den 76. Weltcup-Erfolg nach. „Diese Momente sind so speziell, aber leider können wir sie nur für 15 oder 20 Minuten genießen“, meinte Shiffrin. „Wenn ich morgen aufwache, muss ich es mir wieder neu verdienen. Man muss es sich jeden Tag neu erarbeiten.“ Nach Nummer 76 fehlen der noch immer erst 27-Jährigen sechs Siege in der ewigen Bestenliste auf Landsfrau Lindsey Vonn.

Der sechste Streich

Mit ihrem bereits sechsten Streich im finnischen Winter Wonderland überflügelte Shiffrin ihre Dauerrivalin Vlhova (5), die als Rekordsiegerin nach Lappland gereist war. Die Slowakin wurde zwei Mal Dritte. Im ersten Rennen landete Anna Swenn-Larsson (Swe) mit 16 Hundertstel Rückstand auf Platz zwei, im zweiten war es Wendy Holdener, die Schweizerin lag 28 Hundertstel hinter der Siegerin zurück.

Magdalena Egger lieferte im erste Levi-Torlauf zwei gute Zwischenzeiten 12. und 15.) ab, schied später aber aus. Im zweiten Rennen konnte sich die 21-jährige Lecherin als 40. nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren.

Österreichs Damen trainieren noch heute und morgen im hohen Norden, übersiedeln dann nach Killington. In Shiffrins Heimat steht am kommenden Wochenende die Weltcup-Fortsetzung bei den Frauen mit einem Riesentorlauf und Slalom auf dem Programm.

„Im Steilhang hat es sehr gut funktioniert. Aber im Flachen muss ich mehr Gas geben.“

Shiffrin gibt zwei weiteren Rentieren Futter.
Shiffrin gibt zwei weiteren Rentieren Futter.

SKI-Weltcup

Damen, Weltcup gesamt (nach 2 Rennen)

1. Mikaela Shiffrin (USA)   200

2. Wendy Holdener (SUI)  125

3. Petra Vlhova (SVK)   120

4. Lena Dürr (GER)  100

5. Sara Hector (SWE)   81

6. Anna Swenn-Larsson (SWE)  80

7. Leona Popovic (CRO)  66

8. Ana Bucik (SLO)  60

9. Thea Louise Stjernesund (NOR)   58

10. Katharina Liensberger (AUT)  56

18. Katharina Truppe (AUT) 26

21. Marie-Therese Sporer (AUT)   15

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