Viel von Rangnick-Fußball

Sport / 21.11.2022 • 21:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Marko Arnautovic zeigte einmal mehr, dass er „Fußball à la Rangnick“ kann.gepa
Marko Arnautovic zeigte einmal mehr, dass er „Fußball à la Rangnick“ kann.gepa

ÖFB-Teamchef sprach nach Italien-Spiel vom besten Spiel seiner halbjährigen Amtszeit.

Wien Das 2:0 zum Jahresabschluss gegen Italien soll dem österreichischen Nationalteam laut Cheftrainer Ralf Rangnick auch in Zukunft als Orientierung dienen. Der Deutsche sprach vom besten Spiel seiner mittlerweile halbjährigen Amtszeit. „Was wir die ersten 70 Minuten gespielt haben, war schon Fußball, der dem sehr nahe kommt, wie ich mir das auch in Zukunft vorstelle von unserer Mannschaft“, sagte Rangnick. Der Deutsche durfte nicht nur mit dem Ergebnis gegen den Europameister, sondern auch mit der Leistung „sehr zufrieden“ sein. „Die ersten 70 Minuten haben mir großen Spaß gemacht beim Zuschauen.“ Man sei proaktiv gewesen, habe mit und gegen den Ball die Dinge kontrolliert und – auch unter Einbeziehung von Torhüter Heinz Lindner – von hinten heraus gespielt. „Es war ein guter Schritt in die richtige Richtung“, betonte Rangnick. „Daran müssen wir uns auch immer wieder orientieren für die zukünftigen Spiele.“

Schon in der Nations League habe man phasenweise den Fußball, den er sehen will, gespielt. „Diesmal haben wir es aber wirklich durchgezogen.“ Nur in den 15 bis 20 abschließenden Minuten habe man – „verständlicherweise“, wie Rangnick anmerkte – nicht mehr so viel Druck auf den Ballführenden bekommen. „Das Ziel ist, irgendwann einmal 90 Minuten das Spiel komplett zu kontrollieren. Das ist das, was ich mir wünsche.“

Lob für Junior Adamu

Für die im kommenden Jahr angesetzte EM-Qualifikation gab sich Rangnick sehr zuversichtlich. „Wenn wir alle Mann an Bord haben und mit so einer Einstellung und so viel Mut ein Spiel bestreiten, dann haben wir sicherlich eine Chance auch gegen die starken Gegner, die wir in der Gruppe haben.“ Das sind Belgien und Schweden. Verpasst das ÖFB-Team das Fixticket für die zwei Gruppenbesten, müsste es auf das Play-off hoffen.

Vier Monate sind es bis zu den Qualifikationsspielen. Die Pause will Rangnick ab Jänner mit wiederkehrenden Videokonferenzen mit seinen Teamspielern überbrücken, um seine Ideen in deren Köpfen zu halten. „Nicht immer alle zusammen, aber in Gruppen werden wir taktische Dinge besprechen, auch Videos durchgehen“, erklärte der 64-Jährige.

Gut zurechtzukommen scheint Marko Arnautovic mit dem, was Rangnick von ihm will. Der 33-Jährige war gegen Italien einer der stärksten Spieler auf dem Platz. „Was Marko die erste Stunde gespielt hat, war schon auf sehr hohem Niveau. Viel besser kannst du das nicht spielen – auch gegen den Ball“, lobte Rangnick. Sonderlob wollte Rangnick eigentlich keines verteilen, beispielhaft nannte er aber Junior Adamu, der erstmals in der ÖFB-Startformation gestanden war. Der 21-Jährige habe in Salzburg eine sehr gute Entwicklung genommen und ein „richtig gutes Spiel gemacht“. Seine Torhüter-Entscheidung für die Quali hat Rangnick noch nicht getroffen. Lindner habe gut gespielt – „auf der Linie, in der Strafraumbeherrschung und auch als Mitspieler“. Alexander Schlager habe ihm im Training gefallen, mit Patrick Pentz habe er sich in Wien im Hotel getroffen. Der Reims-Legionär wurde von seinem Club nicht abgestellt.

Mit ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel ging es nun gemeinsam nach Pula. Im Anschluss an das U-21-Länderspiel hält Rangnick mit U-21-Teamchef Werner Gregoritsch bis Freitag einen viertägigen Trainingslehrgang für Perspektivspieler der Geburtsjahrgänge ab 2000 ab, die nicht beim A-Team dabei waren. „So etwas kann durchaus zu einer Dauereinrichtung werden“, sagte Rangnick. „Einmal im Jahr macht das für mich absolut Sinn.“

„Ich mache mir, was die Einstellung dieser Truppe angeht, überhaupt keine Sorgen.“

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