Goldschürfer holen zum Grand Slam aus

Sport / 23.11.2022 • 20:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Patrick Schnetzer (vorne) und Stefan Feurstein holten vor drei Wochen Gold bei der Radball-WM in Belgien.
Patrick Schnetzer (vorne) und Stefan Feurstein holten vor drei Wochen Gold bei der Radball-WM in Belgien.

Patrick Schnetzer greift mit Stefan Feurstein nach EM- und WM-Gold nach UCI-Krone im Radball.

Muntlix Mit neun WM- und sieben EM-Titeln sowie sieben Triumphen im UCI-Gesamtweltcup ist Patrick Schnetzer seit über einem Jahrzehnt der erfolgreichste Radballer der Gegenwart. Am Samstag will der 29 Jahre alte gebürtige Muntlixer, der seit 2017 in Lustenau wohnhaft ist, beim Finalturnier des Weltcups im deutschen Sulgen (Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg) das nächste Kapitel in seiner Erfolgsgeschichte schreiben. Nach vier Erfolgen mit Markus Bröll (2014, 16, 18 und 19) peilt Schnetzer mit Stefan Feurstein zum fünften Mal den Grand Slam des Radballsports an. „Nach dem Gewinn des EM-Titels Mitte Juni im ungarischen Nyíregyháza und dem vergoldeten Auftritt vor zwei Wochen bei der WM in Gent (Bel) wäre der Gewinn des dritten Großevents innerhalb einer Saison der krönende Abschluss des verrücktesten Jahres“, betont Schnetzer. „Ich bin jetzt über 15 Jahre dabei, aber so eine Saison mit allen Höhen und Tiefen, die man sich vorstellen kann, habe ich noch nie erlebt. Nach der Schulteroperation im Jänner habe ich die Saison schon fast abgeschrieben. Doch die Mühen und Plagen in der fünfmonatigen Zwangspause haben sich gelohnt. Wir haben heuer schon mehr erreicht als erwartet und gehen ohne großen Druck beim letzten Turnier an den Start. Wir wollen natürlich gewinnen, wissen aber auch, dass die Konkurrenz hochkarätig ist und um den totalen Triumpfh zu feiern, muss fast alles passen.“

Durch seine ellenlange Erfolgsliste ist Schnetzer zum Testimonial des Radballsports geworden, wurde 2017 als Athletenvertreter in die Kommission der Union Cycliste International (UCI), dem Dachverband der nationalen Radsportverbände, gewählt. In dieser Funktion war er unmittelbar nach der WM in Belgien beim UCI-Kongress im Rahmen der Urban Cycling World Championships in Abu Dhabi (VAE) dabei. „Ich war 2018 schon einmal in Brüssel dabei und wusste, was auf mich zukommt. Es ging primär um die Bedürfnisse der einzelnen Sparten und um die Festlegung der Termine. Daneben gab es Möglichkeit für interessante und konstruktive Gespräche und es ist eine große Ehre für mich, die Wünsche und Bedürfnisse der Hallenradsport-Community vorzubringen und zu vertreten.“

UCI-Championate im Großformat

Besonders erfreut war Schnetzer über den Umstand, dass in den nächsten Jahren zwei UCI-Championate im Großformat geplant sind. „Bei der WM im August 2023 in Glasgow werden sich 13 und 2027 in Haute-Savoie (Fra) werden 19 verschiedene Radsportdisziplinen an einem Ort ihre WM austragen. Die Vorfreude ist riesig und ich denke, es ist speziell für den Hallenradsport eine enorme Aufwertung und die Möglichkeit, sich auf breiter Basis zu präsentieren.“

Apropos 2027: Bis zur Mega-WM in Frankreich will Schnetzer seine Karriere fortsetzen. „Falls ich von Verletzungen verschont bleibe und mein Teampartner mitmacht, ist es so geplant“, betont der jüngste Radballweltmeister der Geschichte.

„Der fünfte Grand Slam im Radballsport wäre die Krönung eines verrückten Jahres.“

Das Duo des RV Dornbirn nach dem EM-Titelgewinn im Mai.Verband
Das Duo des RV Dornbirn nach dem EM-Titelgewinn im Mai.Verband

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