Reizklima im DFB-Team vor dem Showdown

Sport / 25.11.2022 • 18:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Antonio Rüdiger und Co. dürfen sich gegen Spanien keinen weiteren Umfaller leisten – sonst ist die WM in Katar vorbei.reuters
Antonio Rüdiger und Co. dürfen sich gegen Spanien keinen weiteren Umfaller leisten – sonst ist die WM in Katar vorbei.reuters

Mit Wut im Bauch soll Spaniens Tormaschine gestoppt werden.

Doha „Jeder weiß, was nach dem Meeting Sache ist“, berichtete Offensivspieler Kai Havertz von einer anscheinend emotionalen Aussprache im Teamquartier der deutschen Nationalmannschaft. Das 1:2 gegen Japan hat die auch von Flick suggerierte Wohlfühl-Atmosphäre am Persischen Golf beendet.

Kritik und Vorwürfe wurden demnach vor dem Gruppenspiel mit Finalcharakter gegen den seit 34 Jahren in einem Pflichtspiel nicht mehr besiegten Angstgegner Spanien offen an- und ausgesprochen. Es sei Zeit gewesen, „miteinander zu sprechen und sich die Wahrheit zu sagen“, betonte Havertz vor der Partie.

Erstes Endspiel

DFB-Direktor Oliver Bierhoff sprach vom „ersten Endspiel“ schon vor der K.o.-Phase. „Das Ziel ist, die Mannschaft so hinzukriegen, dass sie den Glauben hat, dass sie das Ding in die richtige Richtung schieben kann“, sagte wiederum Flick. Eine zweite Niederlage könnte das WM-Aus bedeuten. Flick stünde als DFB-Chefcoach – nach nur 15 Monaten – zur Disposition. Von Flick ist aber auch nach der radikalen Ernüchterung kein genereller Umbruch zu erwarten. „Wir vertrauen der Mannschaft. Wir sind positiv und wollen das Spiel positiv angehen“, sagte der 57-Jährige. „Wir haben viele gute Szenen, die wir der Mannschaft zeigen können mit Blick auf Spanien“, sprach Flick sich in gewisser Weise selbst Mut zu. Im Gegensatz zu Deutschland erwischte Spanien mit einem 7:0 über Costa Rica einen optimalen Turnierstart. „Das 7:0 ist ein starkes Ergebnis“, meinte Havertz. Aber deswegen verstecken? „Zu nullkommanull Prozent“, sagte der Angreifer.

Deutsche wie „verletzter Löwe“

Spaniens Rasselbande greift hingegen bei der WM nach den Sternen. „Deutschland ist wie ein verletzter Löwe“, sagte Dani Olmo bei Radio Marca. Doch Gnade wird das deutsche Team kaum erwarten können. Der spanische WM-Rekordsieg zum Turnierauftakt, das versicherte Olmo, „motiviert uns sehr“. Die neue und stark verjüngte Furia Roja, wie sie sich in Katar bislang präsentiert, gleicht, um im Bild zu bleiben, einer Horde hungriger Hyänen. Auf dem Weg in die K.-o.-Runde soll die angeschlagene DFB-Elf zur nächsten Beute werden. „Deutschland steckt in einer komplizierten Situation“, so Olmo: „Für sie geht es nur um den Sieg. Wenn wir gewinnen, sind wir weiter. Deswegen wird es ein Finale.“

„Ziel ist es, das Team so hinzukriegen, dass es den Glauben hat, es richten zu können.“

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.